Elfen/Gesellschaft

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Spezies der Schattenwelt


Elfen

Lichtelfen · Waldelfen


Elfen

Das Elfenreich - Die Elfengesetze - Der Glaube der Elfen - Die elfische Gesellschaft
Die Sprache der Elfen - Die Sala'Bandlaril - Die Sala'Mandra



Einleitung

Viele Geheimnisse ranken sich um das Volk der Elfen, viele Wunder die dieses Volk umgeben werde auch immer solche Rätsel bleiben. Doch ist man gewillt und erlangt die Freundschaft der Schöngeborenen, so gelingt einem doch gelegentlich auch der Blick in die Welt der Elfen. Oder man erlangt ein Gefühl für das Miteinander und Untereinander der Bewohner Yew’s, die die schönen Dinge achten und das Leben lieben…

Und als die Nacht herein gebrochen ward, legte sich nicht die Stille über die Siedlung der Elfen, wie es bei den Menschen gut zu Gesicht stand. Zwar verdüsterte sich auch der Himmel über den Zauberwäldern und ließ erschloss den Blick auf die Sternenpracht, doch seine Bewohner, ob Groß oder Klein, beliebten nicht zu Schlafen. Sie fanden sich zusammen am Feuer um Geschichten und Gesänge zu teilen und jenen zu lauschen deren Worte von den Geschehnissen des Tages erzählten.

  • Ferdinand Rabenschlag - Tagebücher eines Reisenden, Kapitel 14 "Irrwege in den Zauberwäldern von Yew"

Das Aussehen

Elfen haben an sich schon eine faszinierende, manchmal sogar bezaubernde Ausstrahlung auf die Mitglieder anderer Rassen. Ihre sprichwörtliche Schönheit und Eleganz sind weithin bekannt. So sind sie meist größer als Menschen, um die zwei Meter, und ausnahmslos von schlankem, feingliedrigem Körperbau. Ihre Gesichtszüge sind etwas schmaler als die eines Menschen von hohen Wangenknochen fein gemalt, die Ohren verschieden stark oder schwach spitz zulaufend. Ihre Augen sind zumeist leicht Mandelförmig und sehr Ausdrucksstark, mitunter auch als 'unendlich tief' beschrieben.

Dabei ist es ein Trugschluss das alle Elfen feminin aussehen, die Männer prägt oftmals der stechende Blick eines Jägers und kantige, wenn auch um vieles schmalere Gesichtszüge als zum Beispiel die eines Menschen. Allgemein fehlt ihnen sämtliche Körperbehaarung (Ausnahmen vorbehalten, jedoch meist nur spärlich), einzig ihr Kopfhaar sowie ihre Augenbrauen und Wimpern sind noch vorhanden. Bartwuchs gibt es unter den Elfen nicht, obwohl alte Erzählungen und Geschichten von Elfen berichten, welche die ersten Anzeichen von Bartwuchs zeigten. Jene Elfen sollen aber mehrere tausend Jahre alt gewesen sein, und ihre wahre Existenz bleibt nach wie vor zu bezweifeln. Das Kopfhaar selbst wird unter den Elfen meist lang getragen und zeichnet sich durch seine seidige, feine und zugleich strapazierfähige Art aus.

Waldelfen

Waldelfen unterstreichen dies durch ihre enge Verbundenheit zum Wald und der Natur. So haben sie zumeist einen blassen bis leicht grünlichen Hautton und fast immer ein verständnisvolles Lächeln auf den Lippen. Ihre Haarpracht erstreckt sich meist von hellem Silbergrau bis hin zu kräftigem dunklen Smaragdgrün, wie der Nabel und der Wald in seiner Vielzahl selbst. Dasselbe Farbspiel findet sich auch in ihren Augen wieder, die oftmals tief wie unergründliche Waldweiher sind.

Prunkvolle Kleider und schwere Stiefel sind für die Fortbewegung im Wald weniger von Vorteil. Deswegen tragen Waldelfen meist praktische Hosen und Hemden, einfach Kleider und leichte Schuhe wie z.B. Sandalen. Diese Bekleidung wird fast immer in grün gehalten, unterstützt von seichten braunen und beigen Tönen. Sollte man einen Waldelfen in seinem Element nackt antreffen, so ist auch dies nicht ungewöhnlich, was ist zweckmäßiger als der eigene Körper sich im Wald zu tarnen…

Im Falle des Körperschutzes werden Lederrüstungen bevorzugt. Ihre nötigen Bauteile entstammen dem Wald und seinen Bewohnern. Metallische Rüstungen bedürfen dagegen der Anschaffung eben jenen Metalls, und in die Tiefen der Erde hinab zusteigen und nach ihnen zu graben widerspricht der allgemeinen Waldelfen-Mentalität. Sollte sich ein Waldelf aber doch eine Rüstung aus Metall zulegen, so wird sie wohl die Form einer Kettenrüstung annehmen, weniger aber eine Plattenrüstung. Denn diese ist für seinen Körperbau zu grob und zu sperrig, als das er sich damit noch bewegen könnte.

Lichtelf

Die Haut von Lichtelfen ist fein, glatt und blass, dabei jedoch häufig von einem leichten goldenen Schimmer umgeben, als würden diese Wesen ihrem Namen alle Ehre machen wollen. Gleichwohl finden sich die Gesichter oft von Gold bis sonnengelbem Haar umrahmt, das jedoch nicht allzu selten auch in allen Erdtönen bis hin zum rötlichen Schimmer der Abendsonne strahlt. Die Augen eines Lichtelfen können jede beliebige Färbung haben und scheinen oftmals bis auf den Grund der Seele blicken zu können, ohne dabei stechend zu wirken.

Die meisten Lichtelfen bevorzugen leichte, luftige Kleidung in den traditionellen Lichtelfenfarben also den verschiedenen Goldtönen, da diese Farbe als heilig angesehen wird. Sie tragen edle Stoffe, die oft prächtig verziert sind. Selten einmal sieht man einen Lichtelfen nackt, so wie es bei Waldelfen durchaus nicht ungewöhnlich ist. Lichtelfen können im Vergleich zu Waldelfen regelrecht spießig wirken, jedoch zeigt sich in diesen Eigenschaften nur ihr fester Glaube, etwas Besseres zu sein.

Sind die Lichtelfen auf Rüstungsschutz angewiesen, so strahlt auch diese in den bevorzugten Metallen und mit reichhaltigen Ziermustern versehen über alles was die Rüstungsschmiedekunst Gewöhnlicherweise zu bieten hat.

Das Auftreten

Ein Lichtelf erscheint meist als ein sehr selbstsicheres Wesen, fest im Glauben an seine eigene Überlegenheit Nichtelfen gegenüber. Viele verwechseln diese Einstellung mit einer sehr ausgeprägten Arroganz, was von der Wahrheit auch nicht sehr weit entfernt ist. Die meisten Lichtelfen sind älter, als es für Menschen überhaupt möglich ist, daher ist es nur natürlich, dass ihr Wissen und ihre Weisheit das von Menschen um ein Vielfaches übersteigen kann, es aber nicht zwangsläufig muss. Allgemein schätzen es Lichtelfen jedoch nicht, von irgendjemandem Befehle entgegenzunehmen- selbst, wenn es ein anderer Elf ist.

Waldelfen hingegen erwecken in erster Linie zumeist den Eindruck von bezaubernden, lebensfrohen Wesen die wohlweislich den ganzen Tag singend durch den Wald schreiten. Ihnen ist selten der offensichtliche Ernst eines Lichtelfen gegeben, sie hüllen sich selten in den Prunk den ihre Brüder und Schwestern umgeben und stehen auch schon einmal mit zerzausten Haaren und einem kindlichen Grinsen vor einem Besucher. Gewöhnlich sind die Waldelfen von Sanftmut und Lebensfreude erfüllt und vermitteln diesen Eindruck auch nach außen hin, diese Stimmung und ihre Freundlichkeit kann sich aber schlagartig ändern und man sieht sich einem halben Duzend gespannter Bögen gegenüber. Denn bei Angriffen auf ihr Leben oder den La, sind die meisten Waldelfen nicht bereit lange zu verhandeln…

Lebensziele

Die Legenden erzählen vieles über den Tod der Elfen, vermutlich findet sich in jeder Geschichte ein Körnchen Wahrheit… gewöhnlich begeht diesen Schritt aber kein Elf der nicht auch sein Lebensziel erreicht hat. Wann die Elfen jedoch entscheiden dass es Zeit ist zu gehen, liegt bei Ihnen selbst, gewöhnlich verabschieden sie sich von Familie und Freunden, erledigen die letzten Dinge und begleichen offene Rechnungen.

Während Waldelfen davon sprechen, dass mit erreichen ihres Lebensziels die Seelenmelodie des LA mit der Ihren übereinstimmt, begeben sich die Lichtelfen auf eine Reise nach Osten, Ihrem Allvater entgegen und Segeln um nie mehr wieder zu Kehren. So oder so, ein Leib um ihn der Erde zu übergeben, bleibt den Elfen nur wenn sie eines gewaltsamen Todes gestorben sind.

Das Lebensziel als solches sieht von Elf zu Elf verschieden aus und ist zumeist eine sehr persönliche Angelegenheit. Ein lichtelfischer Priester vielleicht siehst seine Erfüllung darin einen Tempel so voller Glorie errichten zu können, dass der Glauben an Rhûn bei seinem Anblick erstarkt; oder ein waldelfischer Bogenschütze stellt sein Leben in den Schutz seiner Sala und findet darin seine Erfüllung… jedes Lebensziel verfestigt sich im Laufe der ersten Jahrhunderte selbst in den Elfen und nimmt nach und nach Einfluss auf ihr Leben und Handeln bis es erreicht ist.

Ihr Leben

Die oft in kleinere Sippen aufgebaute Gesellschaft macht Hochzeiten zu einem Seltenem und Geburten zu einem Höhepunkt für alle Familien. Elfen empfinden es nur selten als angebracht sich früh zu binden. Oft erst nach Jahrzehnten des zusammen seins binden sie sich endgültig, ein Bund der fast immer bis ans Ende ihres Lebens dauert und nur durch tragische Umstände gebrochen wird.

Beziehungen zwischen Waldelfen und Lichtelfen sind an sich nichts ungewöhnliches, führen aber dennoch in manchen Fällen zu Komplikationen- sei es bei der Wahl des gemeinsamen Heimes, der weiteren Lebensweise und ähnlichem. So kann es durchaus vorkommen, dass ein Partner den anderen in dieser Hinsicht beeinflusst und ihn so dem eigenen Volk näher bringt. Wie auch bei den Waldelfen, können sich liebende Lichtelfen ihre Seelen aneinander "binden". Dies stellt die höchste Form des Zusammenseins dar, welche meist nur der Tod beenden kann- da allerdings auch alle Gefühle geteilt werden, zieht der Tod des Partners zumeinst entweder den noch lebenden Elfen mit in den Abgrund oder verändert Ihn auf eine unheimliche Art und Weise- kein Elf geht unverändert daraus hervor.

Die Geburt

Elfen sind eine vergleichsweise Nachwuchs arme Rasse, Waldelfen dabei noch weniger als Lichtelfen.

Elfenkinder sind mehr ein Produkt des Willens (auch wenn die eigentliche Empfängnis natürlich über die geschlechtliche Fortpflanzung geschieht) als eines Aktes und so sind Halbelfen eine enorme Seltenheit und meist ist der Vater ein Mensch.

Die Schwangerschaft dauert in der Regel 12 Monate und ist ein Prozess der Reifung für Kind und Familie, schon in den ersten Wochen der Schwangerschaft spüren grade die Mütter das neue Leben in sich. Wenn überhaupt, haben Elfenfrauen nur ein Kind auch Zwillingsgeburten sind eine absolute Ausnahme. Werdende Mütter werden bei den Elfen, besonders bei den Waldelfen, zumeist von der ganzen Sippe umsorgt und behütet. Man hilft sich gegenseitig und befreit die Eltern nach und nach von ihren Pflichten der Sala gegenüber um sich auf die Geburt vorzubereiten.

In der Regel werden je Generation nur wenige Kinder geboren; die Elfen würden eher Gefahr laufen, auszusterben, als an Überbevölkerung zu leiden. Der Langlebigkeit der Elfenvölker im Allgemeinen ist es wohl zu schulden, dass der andauernde Fortbestand der Rasse relativ gesichert ist.

Der Name

Für viele andere Rassen hört sich die Sprache der Elfen, das Isdira wie ein gesprochenes Lied an, wie eine wohlklingende Melodie. Dies gilt ebenfalls für die Namen der Elfen, welche häufig von Worten und Bezeichnungen aus dem Isdira abgeleitet sind.

Der Name eines Elfen setzt sich zumeist aus seinem Rufnamen und seiner Tätigkeit zusammen. Ein Beispiel: Der Waldelf Telarion ist von seiner Berufung her Waldläufer. Somit wäre sein Rufname Telarion und seine Tätigkeit als Zweitname zu nennen, in diesem Fall "Var'la" (was so viel heißt wie "Hüter des Waldes").

Der vollständige Name eines Waldelfen hat aber noch einen dritten Teil. Dies ist der Name seines Seelentiers, welches jeder Waldelf hat. Das Seelentier ist ein Teil des Elfen, ein wichtiger Teil, welcher seine stärkste Charaktereigenschaft widerspiegelt..

Die Kindheit

Die ersten Jahre eines Elfen sind wohl, wie bei allen Völkern die in denen sie Behütet werden wie ein Augapfel. Schon im Säuglingsalter wird das Kind jedoch besonders mit Gesang begleitet, dies soll zum einem die Bindung zur Musik erhöhen als auch das feine Gehör ausprägen das einem jedem Elfen gegeben ist. Ebenso ist es Sitte dass auch in dieser Zeit die gesamte Sippe der Familie hilft. Oft geschieht es dann in dieser Zeit, dass die Väter und Mütter eines Elfenkindes damit beginnen einige wenige besondere Dinge zu Recht zu legen. Manchmal fangen Väter bereits jetzt schon mit der Fertigung eines Bogens an. Die Mütter hingegen fertigen oft ein Musikinstrument das ihr Kind sein Leben lang begleiten soll. Diese Gegenstände sind für Elfen von unschätzbarem Wert.

Als Kinder werden alle Elfen in einem Alter von 6 bis etwa 60 Jahren bezeichnet. Die älteren Mitglieder der Gemeinschaft bringen ihnen schon jetzt die wichtigen Dinge bei und oft zeigt sich in diesem Alter, welche Begabungen das Kind hat- den ruhigen Geist eines Magiers, die schnelle Hand eines Bogenschützen, die raschen Beine eines Jägers, die besonders klangvolle Stimme eines Barden oder andere Fertigkeiten.

Die Jugend

Vom 60. bis zum 120. Lebensjahr gilt ein Lichtelf als jugendlich. In dieser Phase tritt das auf, was die Menschen als Pubertät bezeichnen: Die weiblichen bzw. männlichen Körperausbildungen treten auf und der junge Elf wächst rasch.

War das Kind bisher noch unbedarft was seine Zukunft angeht werden Elfen in diesem Alter meist vor die Wahl gestellt welche Richtung sie einschlagen wollen. Es ist üblich das die Mütter ihre Kinder auf das Leben in der Sippe vorbereiten, Kochen, das nähen von Kleidern, Sammeln von Beeren und Kräutern, das Hüten der Kinder und nicht zuletzt die Künste des Singen, Malens und Formens. Meist sind es auch die Mütter die das Wissen um die Magie Spielerisch an ihre Kinder weiter gibt. Die Väter sind bei den Elfen meist für die Ausbildung der Jäger zuständig, die Jahrtausende alten Lehren über die Jagt, das Benutzen des Bogens, das erlegen von Beute und auch bisweilen das führen einer Klingenwaffe wird von Lehrer zu Kind weitergeben.

Der jugendliche Elf ist schon jetzt älter als ein Mensch und hat dementsprechend viele Erfahrungen gesammelt. Ein elfisches Kind ist deshalb in seiner Weisheit durchaus mit einem Menschen zu vergleichen, ein Jugendlicher mit einem gealterten Weisen. Natürlich ist dies nicht für alle geltend, aber oft entspricht es der Wahrheit.

Das Erwachsenenalter

Ab dem 120. Lebensjahr bezeichnet man einen Lichtelf für gewöhnlich als erwachsen. Er hat natürlich noch nicht die Weisheit eines Alten, doch seine Fertigkeiten sind für menschliche Verhältnisse überragend. Nach diesem Alter kommt es oft schon vor, dass sich der Elf einen Partner sucht- möglicherweise fand er sie auch schon in der "Jugend". Bei den Waldelfen dauert diese Suche zumeist länger, da sie die Harmonie die eine Partnerschaft mit sich bringt auch im La und in seinem Seelentier finden kann.

Innerhalb der Sippe zeichnet sich früher oder später ab welchen Platz ein jeder Elf einnehmen will, ob nun ein Barde, Jäger oder Zauberer, was aus dem Elfen wird liegt ganz an ihm selbst, unter den Elfen gibt es keinerlei Familiäre zwänge was die Ausbildung oder den Verbleib bei der Sala betrifft.

Auch ist dies die Zeit in der der Elf seiner Aufgabe und seinem Lied folgt, also die Aufgabe seiner Seele sucht und nach ihrer Erledigung strebt.

Im Alter

Es gibt meist keine äußerlichen Anzeichen dafür, dass ein Elf ein enormes Lebensalter erreicht hat. So kann ein Elf mit weit über 900 Lebensjahren immer noch jugendlich und vital wirken. Das Alter eines anderen Elfen kann wohl nur ein Elf selbst schätzen- doch wird er sich hüten, es weiterzuerzählen. Die "Alten" unter den Elfen zeichnen sich durch ein enormes Wissen aus und werden deshalb von den jüngeren Elfen mit größtem Respekt behandelt.

Die tatsächliche Lebensspanne eines Elfen hat nicht, wie bei den Menschen meist angenommen, etwas mit ihrer Art zu leben zu tun. Es ist nicht die Nahrung, und auch kein Fluch oder Segen. Es ist schlichtweg die Lebensaufgabe, die Aufgabe eines jeden Elfen, welche ihn existieren lässt. Natürlich fällt jene für jeden Elfen anders aus und kristallisiert sich meist erst während der Pubertät, manchmal auch erst Jahrzehnte später heraus, doch sollte sie eines Tages vollendet sein und der Elf keine anderweitige Aufgabe sehen oder besitzen, hört er schlichtweg auf zu existieren. Dieser freiwillige Tod ist unter den Elfen nichts schlimmes, noch gefürchtetes. Auch ist es kein 'Selbstmord', wie viele Unwissende vermuten. Häufig verabschiedet sich der Elf von seinen Freunden, Verwandten und seiner ganzen Sippe, erledigt die letzten, unverrichteten Dinge und begleicht alte, ausstehende Rechnungen.

Lichtelfen bereiten sich in diesem Moment darauf vor, ein Schiff zu nehmen, um gen Westen zu fahren... weit auf das Meer hinaus, wo sie Osten empfangen soll- Was tatsächlich mit ihnen passiert, weiß niemand.

Waldelfen jedoch suchen sich einen ruhigen Ort, um an ihm in eine tiefe Meditation zu fallen. Sie bevorzugen dafür gerne abgelegene Lichtungen und Haine. Hier meditiert der Elf dann, und löst seine Seele langsam von seinem Körper. Er selbst stimmt ein in das Seelenlied seiner Ahnen... seiner Vorfahren... und all jener Elfen, die vor ihm diesen Weg gingen. Sein Körper bleibt zurück und zerfällt innerhalb weniger Augenblicke, ohne den Halt des geistigen Lebenswillens.

Im Bezug auf Verletzungen und Krankheiten scheinen Elfen ebenfalls unterschiedlich, fast übernatürlich zu sein. Doch es ist wieder ihre Lebensaufgabe, ihr 'Lebenswille', welcher sie von mitunter tödlichen Wunden und Krankheiten heilt und genesen lässt. Dies kann man als intuitive Magieform ansehen, welche unter den Elfen zum Alltag gehört. Das heißt aber nicht, dass sie nicht auch durch einen gewaltsamen Tod sterben können. In diesem Fall bleibt ihr Körper in der Form erhalten, in welcher er starb, da die Seele des Elfen gewaltsam und unfreiwillig von ihm getrennt wurde. Tritt etwas Derartiges ein neigen die meisten Elfen dazu, ihre Toten zu beerdigen.

Die Gemeinschaft

Unter den Lichtelfen herrscht das Prinzip der Gleichstellung- es gibt keinen Anführer, es sei denn in Konfliktsituationen. Leicht abgewandelt gilt dies auch übergreifend für das Volk der Waldelfen, welche bei den Lichtelfen allerdings mitunter durchaus Verwirrung stiften- sei es durch das Konzept des "La", durch seltsame Bräuche oder einfach durch die wesentlich extremer ausgeprägte Naturverbundenheit der entfernteren Brüder und Schwestern.

Elfen organisieren sich zumeist in kleinen Familien oder Gruppierungen. Doch auch, wenn ein anderer Elf nicht Teil einer solchen "Gruppe" ist, wird er voll akzeptiert- Misstrauen zwischen Elfen existiert praktisch nicht.

Sollte es dennoch einmal von Nöten sein, einen Anführer oder Sprecher für etwas zu wählen, so wird meist zugunsten des Erfahrensten auf diesem Gebiet entschieden, da seine Weisheit so den anderen zugute kommen kann.

Wenn einmal eine Angelegenheit von äußerster Wichtigkeit vorliegt, findet sich ein Rat aller Elfen zusammen, um das Problem gemeinschaftlich zu diskutieren und zu lösen.

Der Lebensraum

Das Elfenreich erspannt sich über die Gesamte Fläche der Zauberwälder und darüber hinaus, selbst auf einer Insel fern des Festlandes, beansprucht der Zusammenschluss der Elfen einen Bergkessel als Teil seiner Heimat.

Die Lichtelfen bewohnen dort auch gerne mal Häuser aus Stein und passen deren Bauweise an die der Menschen an. Waldelfen hingegen können sich oftmals nur schwer mit dem Gedanken anfreunden in einem solchen Steingebilde eingeschlossen zu sein und bevorzugen luftige und vor allem natürliche Heime aus Bambus, Holz und anderen Materialien die der Wald ihnen bietet.

Generell leben die Elfen zumeist in lockeren Zusammenschlüssen überall in ihrem Reich, diese kleinen Städte werden auch Sala'a genannt.

Die Sala'a

In den verschiedenen Sala’a leben insgesamt wohl mehrere tausend Einwohner, die man gewöhnlich nicht zu Gesicht bekommt. Doch wundert euch nicht darüber an den unglaublichsten Orten in den Wäldern auf Elfen zu Treffen.

Den nicht wie beiden Menschen, finden sich bei den Elfen manchmal auch Häuser in luftigen Höhen und versteckt in den tiefsten Wäldern. Sie legen keinen Wert auf gute Erreichbarkeit durch breite und sichere Wege und schätzen vielmehr die Ruhe und Abgeschiedenheit.

So soll es nicht verwundern, dass ein Besucher Yew's der sich versehentlich in eine dieser Sala'a verirrt, nicht immer freundlich dort empfangen wird und eher gebeten wird wieder zu gehen, denn zu bleiben...

Die Sprache - Gesungene Worte

Die Elfen kommunizieren in einer Sprache welche sie selbst 'Isdira' nennen.

Für Mitglieder anderer Rassen klingen die Worte meist melodisch und harmonisch, Sätze können gar kleine Melodien ergeben und ein Großteil der bekannten Elfenlieder sind eigentlich nichts weiter als Erzählungen... Geschichten, gesprochen in Isdira.

Es gibt zwei Gründe, warum Isdira für Mitglieder anderer Völker fast unmöglich zu erlernen ist, zum einen die Mehrbedeutung vieler Wörter. So hat das geschriebene 'Mandra' die Bedeutung Mana, Magie, magisch, Seelen- bzw. Geisteskraft usw. Für einen Menschen würde sich das 'Mandra' jedes Mal gleich anhören, doch ein Elf erkennt aufgrund seines wesentlich feiner ausgeprägten Gehörs die Unterschiede in der Betonung und weiß somit, welche Bedeutung jenes 'Mandra' nun hat.

Gleichzeitig ist es anderen Rassen schlicht unmöglich Isdira zu sprechen, weil sie eben jene Betonungen selber nicht formen können da ihnen die Anatomie des elfischen Kehlkopfes fehlt, welche es Jenen ermöglicht Zweistimmig zu Sprechen.

Heutzutage haben sich viele Elfen jedoch die Sprache der Menschen angewöhnt. Meist werden nur noch Bruchteile des Satzes in Isdira gesprochen, und häufig entsteht dadurch ein Wirrwarr von Wörtern, welches von einem Außenstehenden nur zum Teil verstanden werden kann.

Die Anderen

Die Elfen verbringen viele Jahre, manchmal gar Jahrhunderte im Reich der Elfen bevor sie in die Welt hinausziehen. Doch auch dort unter den behüteten Wipfeln der Yew Bäume begegnet man so manchem Nichtelfen…

Zwerge stellen ein zweischneidiges Schwert dar. Einerseits haben sie mehrfach bewiesen, dass sie hervorragende Metallverarbeiter, bemerkenswerte Kämpfer und auch zähe Arbeiter sind, andererseits stellen sie aber einen starken Kontrast den Elfen gegenüber dar. Sie tragen ihre schweren Rüstungen gern zur Schau und zerstören die Natur beim Abbau von Rohstoffen- sie schlagen die Wälder, um Holz zu bekommen und zerstören die Berge für Metall. Aus diesen Gründen werden sie mit einer Mischung aus Respekt und Misstrauen betrachtet, offene Feindschaften gibt es aber selten. Lediglich das eine oder andere Streitgespräch ist nicht ungewöhnlich. Ihre Gier nach Gold und Edelsteinen- für die Lichtelfen eher unnütze Dinge, bringt einen Elfen oftmals dazu, sie zu belächeln.

Für die Beweggründe dieser kleinwüchsige Rasse haben Waldelfen fast bis gar kein Verständnis. Sie graben tiefe Löcher in den Boden unter ihren Füßen und verbringen Tage unter der Erde, nur um am Ende ein paar glitzernde Brocken ans Tageslicht zu schaffen. Nicht selten kommt es aufgrund dessen auch zu kleinen Streitigkeiten zwischen Mitgliedern beider Rassen. Schließlich brauchen die Zwerge eine ganze Menge Holz um ihre Stollen abzustützen... und wie ein Waldelf auf einen Haufen Wald- rodender Zwerge reagiert kann man sich sicher denken...

Die Lichtelfen betrachten Barbaren und Wikinger zumeist als ungewöhnlich große und kräftig gebaute Menschen. Ihre, nach lichtelfischer Sicht, ungehobelte und unfreundliche Art und Weise bringt ihnen kaum einen besonders guten Ruf ein, doch erkennt ein Lichtelf die Bedeutung der Worte besser, so wird er sich womöglich daran gewöhnen oder versuchen, dem Barbaren/ Wikinger Manieren beizubringen. Dennoch ist es eben diese rüpelhafte Art, die eine Freundschaft zwischen Barbaren/ Wikingern und Lichtelfen oft verhindert und die Beziehung von vornherein negativ beeinflusst.

Die Barbaren sind für Waldelfen wie Feuer und Wasser. Zum einen erfreut es sie, dass diese hünenhaften Gestalten die Natur respektieren und es gelernt haben mit ihr zu leben. Die Umgangsformen und die etwas 'rabiate' Art führt aber häufig zu einer Gleichstellung mit den Menschen... Kinder halt.

Menschen sind kurzlebig, zerstörerisch, blind und größtenteils noch dazu störrisch. Also werden sie von den Lichtelfen als das behandelt, was sie altersmäßig auch darstellen: Kinder. Allerdings zeigen die Lichtelfen einem Mensch gegenüber weit weniger Geduld, als sie es bei einem Elfenkind gleichen Alters tun würden. Man erklärt es ihnen einmal, vielleicht auch noch zweimal- dann hat auch ein ewig lebender Lichtelf mit seiner Zeit besseres anzufangen und bemüht sich, die Angelegenheit zu beenden. Friedfertige Lösungen werden hierbei vorgezogen, allerdings scheut auch kein Elf vor dem Griff zur Waffe - sei es Bogen, Schwert oder Magie - sollte der Mensch nicht einlenken wollen. Und wer einmal einen Lichtelfen in voller Kampfespracht gesehen hat, der wird so schnell keinen Versuch wagen, sich seinen Zorn zuzuziehen.

Anders als ihre Verwandten Lichtelfen halten Waldelfen die Menschen für kleine Kinder die es auf eine gewisse Weise zu schützen gilt. Vor der bösen Welt hinter der Haustür... und auch vor sich selbst. Das grundsätzliche Vorurteil des menschlichen Unverständnisses und der Hektik ist aber auch unter den Waldelfen weit verbreitet.

Da Hexen selten ihre wahre Natur bekannt geben ist eher davon auszugehen, dass ein Wald oder Lichtelf sie für einen ganz normalen Menschen halten wird. Sollten sich beide aber wirklich kennen, so kann von einer recht harmonischen Beziehung ausgegangen werden, da die Hexen, ebenso wie die Elfen, in enger Verbindung zur Natur selbst stehen.

Drow sind die gefallenen Brüder der Licht- und Waldelfen. Freundschaftliche Gefühle herrschen aufgrund der völlig unterschiedlichen Ansichten nicht, ein Streit ist bei einem Zusammentreffen von Licht- und Dunkelelf praktisch vorprogrammiert. Auch wenn ein solcher Disput sehr wohl mit Worten und in hitzigen Diskussionen ausgetragen werden könnte, endet er nicht selten in Waffengewalt. Dennoch wird ein Drow nicht automatisch als Feind und im Unrecht betrachtet. Sollten Menschen beispielsweise einem Drow etwas gestohlen haben, so besteht durchaus die Möglichkeit, dass einzelne Mitglieder der Elfenvölker kurzzeitig ihre Feindschaft ruhen lassen um gemeinsam gegen den "niederen" Menschen vorzugehen.

Für die Waldelfen ist dies ein sehr heikles Thema. Häufig reagieren sie recht gereizt, wenn ein Mitglied einer anderen Rasse über die Dunkelelfen spricht, ohne wirklich Kenntnis von deren Schicksal zu haben. Denn für die Waldelfen sind die Dunkelelfen noch immer Brüder und Schwestern... wenn auch Gefallene. Ein lebendiges und allgegenwärtiges Mahnmal der eigenen Verletzbarkeit. So kommt es, dass Waldelfen ihren dunklen Verwandten meist nichts weiter als Tränen und Trauer entgegenbringen. Sie hegen keinesfalls grundsätzlich Zorn oder Hass gegen sie.

Ein Ork stellt für einen Lichtelf das pure Chaos dar- eine stinkende, abgrundtief hässliche, muskelbepackte Kreatur. Diese Wesen sind ein Dorn im Auge des Lichtelfen, also versucht er sie zu umgehen oder gleich vom Antlitz der Erde zu tilgen- Diskutiert wird kaum, schließlich kann in so viel Muskeln und Hässlichkeit nicht auch noch ein Hirn verborgen sein. Man versucht eine rasche Konfliktlösung herbeizuführen, wobei hier auf Friedlichkeit eher wenig Wert gelegt wird.

Die Grünlinge sind für die Waldelfen meist nicht mehr als eine Plage die marodierend durch den Yew-Wald zieht. Diese Rasse wird deswegen aber ebenso behandelt wie jede andere.

Tierwesen

Tierwesen gegenüber haben die Elfen eine eher reservierte Einstellung, sie erkennen sie als intelligente Tiere an, können aber sonst kaum etwas mit ihnen anfangen und ignorieren sie deshalb weitestgehend.

Diese Kreaturen werden ebenfalls mit einer Mischung aus Vorsicht und Misstrauen beobachtet- es ist sehr wenig über sie bekannt, sie sind nur in der Nacht aktiv und sehen aus wie Dämonen- welchen Grund bräuchte man mehr? Deshalb sitzt bei diesen Kreaturen das Schwert locker, allerdings sind sie von einer ungewöhnlichen Faszination.

Ein Lichtelf wird nicht feststellen können, ob sein Gegenüber Lykanthrop ist oder nicht. Er wird nicht einmal mit dem Begriff Lykanthropie sehr viel anfangen können. Sollte er jedoch tatsächlich einmal einen verwandelten Lykanthropen (bezogen auf die Mischkreatur zwischen Mensch und Wolf) antreffen, so wird er mit großer Neugier, aber auch ein wenig Angst auf diese Kreatur reagieren.

Einem Waldelf ist es möglich in der Nähe der Kreatur das große Potential des Lebens das von Lykanern ausgeht zu erfühlen und wird wohl in erster Linie verwundert reagieren. Generell jedoch strebt der Waldelf nicht sofort eine Feindschaft gegen das Wesen an, solange es seine Triebe unter Kontrolle hat und nicht im Yew jagt.

Echsenmenschen stellen für Lichtelfen zumeist einfach große, intelligente Tiere dar- weder besonders bedrohlich noch weiter beachtenswert. Die zischelnde Aussprache der Echsen tut ihr übriges dazu, macht sie doch ein Verständnis der eigentlichen Worte nur schwieriger. Zumeist ignorieren Lichtelfen Echsen schlicht. Zunächst würde ein Waldelf äußerst überrascht reagieren, schließlich stellen die Echsenmenschen keine für ihn normale oder natürliche Lebensform dar. Sie suchen jedoch keinen aktiven Kontakt zu den viel zu den beschuppten Wesen.

Rattenmenschen werden von Lichtelfen, so wie Echsenmenschen, als Tiere betrachtet. Allerdings werden Rattenmenschen nicht ignoriert, stellen sie doch, im Gegensatz zu Echsenmenschen, eine Gefahrenquelle und Brutstätte für Krankheiten dar. Deshalb versucht man sie, wenn möglich, zu vertreiben und sich nicht zu nahe an sie heranzubegeben.

Zunächst würde ein Waldelf äußerst überrascht reagieren, schließlich stellen die Rattenmenschen keine für ihn normale oder natürliche Lebensform dar. Ihre verschlagene Haltung wäre wohl auch ein Grund zur Vorsicht, denn für die diebischen Neigungen jener Rasse haben Waldelfen nur wenig Verständnis, bietet der Wald doch alles was man zum Leben braucht.

Tagwandler, Vampire, andere Untote

Da nur sehr begabte Lichtelfen, vorrangig Magier, überhaupt wahrnehmen, dass es sich bei diesen Wesen nicht um Menschen handelt, ist das Verhalten ihnen gegenüber dem gegenüber Menschen völlig gleich. Sollte ein solches Wesen jedoch enttarnt werden, so ist seine unheilige Präsenz dem Elfen natürlich ein Dorn im Auge.

Nebst den waldelfischen Seelenmagiern, wird ein jeder Waldelf wohl das fehlen von Leben wahrnehmen und erfühlen können. Nahe einem Vampir oder Tagwandler wird ihm also etwas fehlen, das er im Normalfall allerdings nicht genau auf eine Person zuordnen kann.

Skelette stellen eine unheilige, leblose Präsenz dar, die kein Lichtelf oder Waldelf lange ertragen kann und will. Deshalb wird er sich bemühen, die untoten Widersacher schnellstmöglich zu vernichten. Skelette sind die Diener der Drei- es könnte kaum einen schlimmeren Feind geben, also setzen sie alles daran, den Seelen dieser bedauernswerten Kreaturen die Ruhe des "wahren" Todes zu bringen, damit sie nicht länger ihrem weltlichen Leid ausgesetzt sind.

Sonstiges

Randelfengruppen

In früherer Zeit, als die Welt noch jung war, teilte sich eine Gruppe den Waldelfen ab und zog tiefer in die Wälder. Sie wurden zu ausgezeichneten Kämpfern und Vorstreitern der elfischen Verteidigung, zur heutigen Zeit sind die Dryaden beinahe ausgestorben, doch vergessen sind sie nie… Nebst diesen Gemeinschaften gibt es auch immer wieder Magische Gefüge die uns Brüder und Schwester zusammenführen, so finden sich bisweilen nicht nur Licht- und Waldelfen in Yew sondern auch andere Vertreter der elfischen Rassen:

Eônabha'ra – Die ewige Jagt

„In den alten Zeiten, als die Welt noch jung und rau war, schienen sogar die Elfen wilder als heutzutage. Auch damals schon lebten die meisten unter ihnen weit fort von den Siedlungsplätzen der jungen Völker, hielten sich fern von Ihrem Einfluss auf sie. Schon damals glaubten sie, nur ihre Abgeschiedenheit in den verwunschenen Wäldern des Nordens könne den Fortbestand ihrer Art zu leben garantieren. Schon damals aber gab es Menschen, die in guter und in böser Absicht die Wälder Yews betraten. Während die scheueren, zarteren unter den Elfen diesen Eindringlingen auswichen, auf den Wald vertrauten, sie zu beschützen, gab es Sippen in beiden Elfenvölkern, die anders entschieden...

Niemand kann heute mehr sagen, wer sie zuerst gesehen hat, denn nur selten hinterlässt die Ewige Jagd lebende Beute. Ihnen voraus schallt niemals eine klirrende Rüstung, niemals das Schnauben unruhiger Pferde. Nur das Stampfen von Hufen und das helle Horn der Jagd kündigt sie an.

In den alten Zeiten war dieser Ruf das Zeichen für alle Rechtschaffenen am Rande Yews, in ihre Hütten zu eilen, um sich den Elfen nicht in den Weg zu stellen. Nur wenige waren so mutig, nicht auch die Fensterläden fest zu verschließen. Diese berichteten, dass der Wald selbst vor der Meute zurückgewichen sei, als müsse er selbst sich dem Wunsch der Jagenden beugen.

Fast eine Meile voraus bereits huschten goldrote und grünrote Schemen durch die Schatten, durch das Unterholz und über die Baumkronen – die Vorausleute der Ewigen Jagd. Scharfe Augen hatten sie allesamt, und eine kräftige Stimme, die der Beute ihren nahenden Tod ankündigte.

Dann aber kamen sie. Noch bevor man die Hatz recht erkennen konnte, sah man die Banner der Jagd, vier makellos weiße Quadrate, die ein fünftes flankierten, welches so gar nicht zu den Elfen passen mochte; Ein Bannerstab aus dunklem, wie verkohlt wirkenden Holz, an dessen Spitze eine eingerissene Flagge aus grobem Leinen baumelte, fleckigrot wie von getrocknetem Blut und so sanft, als würde selbst der Wind die Jagd meiden.

In wessen Herzen nun noch nicht die Furcht wohnte, der konnte sie Nahen sehen. In sonnengelb und waldgrün waren sie gewandet, jeder trug eine glänzende Waffe. Die makellosen Schimmel, auf denen sie voranpreschten, wirbelten kaum ein Stäubchen auf, ließen den Blick frei für die geisterhaft weißen Wölfe und Bären, die lautlos die Flanken der Jagenden beschirmten. Und aus der Nähe konnten die wenigen Mutigen auch sehen, dass jeder der Elfen ein Stück desselben Stoffes trug, der auch das Banner der Jagd bildete. Denn in der Jagd waren sie alle eins mit dem Banner, eins mit der Jagd.“

  • Eine alte Legende, aus den tiefen des Yew

Die Eônabha’ra (Ewige Jagd) ist ein Brauch, dem noch heute einige Sippen der Licht- wie auch der Waldelfen anhängen. Früher einmal war er weit verbreitet unter den Sippen in den Randbereichen des Yewwaldes, doch wie die Welt älter und ruhiger wird, so wurde es auch das alte Volk der Elfen, und heutzutage sind es nur wenige Sippen, die sich der Jagd verschrieben haben. Von diesen patrouillieren fast alle entlang der Wege und der Grenzen des Waldes, beobachten die Wanderer, verweisen sie hier und da in ihre Schranken.

Doch in den früheren Tagen waren sie mehr als das. Immer, wenn die Elfen bedroht waren, wenn einer unter den anderen Völkern war, den die Elfen ein zu fürchten hätten, rief man die Eônabha’ra gegen ihn aus, doch es gibt auch heute noch jene, die noch immer ein Stück groben roten Leinenstoff tragen, wann immer sie auch eine Waffe bei sich führen…