Zodiac/Das Grundlagenwerk zum arkanen Gewebe

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von Lady Zodiac the Sorceress (Stand: 04.11.2000)

(zuletzt bearbeitet am 19.12.2002)

Prolog

Dieses Werk bietet einen umfassenden Überblick über den Aufbau, die Vorgänge und Zusammenhänge des arkanen Gewebes, insbesondere im Zusammenhang mit der Anwendung von Magie.

Das zweite Kapitel bietet einen Überblick über die Begriffswelt der Planaristik. Die dortigen Definitionen sind aus dem Werk Einführung in die Planaristik von Relnor Askiri, Old World übernommen worden.

Das dritte Kapitel ist ganz dem arkanen Gewebe gewidmet und bildet den Hauptteil dieses Werkes. Die Theorie des arkanen Gewebes von Soral al'Fadil bildet dabei eine Art Ausgangspunkt. Die Überlegungen von Soral al'Fadil werden präzisiert und erweitert.

Die Planaristik nach Relnor Askiri

Zunächst einmal werden grundlegende Begriffe und Zusammenhänge der Planaristik definiert. Das arkane Gewebe wird oft isoliert als eigenständige Entität betrachtet und dennoch ist es Teil eines größeren Ganzen.

Als Planaristik bezeichnet man die Lehre bzw. die Wissenschaft von den Ebenen der Existenz. Motiviert wird die Planaristik von dem Glauben von Völkern und Rassen an Welten jenseits ihrer eigenen. Sei es nun die Nachwelt, in die man nach Ausscheiden aus der eigenen Welt gelangt, die Welt, in der man war bevor man geboren wurde, oder aber irgendeine andere (meist als „übernatürlich“ bezeichnete) Welt, an die das Volk oder die Rasse fest glaubt. Gemeinsam an diesen Welten ist, dass sie für die Völker oder Rassen nicht sichtbar oder direkt zugänglich, und somit auch nicht richtig begreifbar und erklärbar sind. Die Planaristik ist es, die trotz alledem mittels Thesen und Modellen Erklärungsansätze für die Begebenheiten und Zusammenhänge dieser Welten liefert.

Die Ebene (auch Planum)

Ein wichtiger Begriff der Planaristik ist der Begriff der Ebene. Eine Ebene ist ein in sich geschlossener Raum mit unendlicher Ausdehnung in den uns bekannten 3 Raumdimensionen. Jede Ebene hat ihre eigenen Regeln und Naturgesetze, die sich zwar oft von Ebene zu Ebene gleichen, jedoch auch völlig verschieden sein können. Ebenen können unzählige Welten enthalten.

Die Halbebene (auch Subplanum)

Als Spezialfall der Ebene ist die Halbebene (auch Subplanum) in ihrer Ausdehnung in den Raumdimensionen tatsächlich begrenzt. Ansonsten gleicht sie in ihrer Beschaffenheit der Vollebene. In einer Halbebene ist es in der Tat möglich "an das Ende der Welt" zu stoßen. Nähert man sich der räumlichen Grenze dieser Welt, scheint die Bewegung zusehends langsamer zu werden, bis sie schließlich völlig zum Stillstand gekommen ist. Ohne magische Mittel ist ein Fortkommen in den Grenzbereichen einer Halbebene nicht möglich. Ein Beispiel einer Halbebene ist die Schattenwelt selbst.

Das Universum

Unter Universum versteht der Planaristiker diejenige Ebene, auf der er sich gerade befindet. Dies ist also eine höchst subjektive Einschätzung, denn die Interpretation des Begriffs hängt einzig und allein vom Stand- und Blickpunkt des betrachtenden Individuums ab.

Das Multiversum

Für diesen Terminus gibt es zwei verschiedene Definitionen. Das Multiversum im engeren Sinne bezeichnet die Summe aller ihm bewusst zugeordneten Ebenen, also eine Ansammlung einer bestimmten Anzahl von ausgewählten Ebenen (z.B. man betrachtet lediglich unsere primärmaterielle Ebene, die Astralebene und bestimmte innere Ebenen, und versucht mit diesem Modell das Beschwören von Elementarwesen zu erklären). Das Multiversum im weiteren Sinne bezeichnet die Summe aller existierenden Ebenen und entspricht somit der Ätherebene (siehe unten).

Die Polydimensionalität

Jede Ebene, die mehr als nur die uns bekannten drei Raumdimensionen Länge, Breite und Höhe aufweist wird als polydimensional bezeichnet.

Die vier Klassen von Ebenen

Die Planaristik hat vier verschiedene Arten von Ebenen klassifiziert, die unterschiedliche Charakteristika aufweisen. Dies sind

  • die Primär(materiellen)ebenen
  • die inneren Ebenen
  • die äußeren Ebenen und
  • die transienten Ebenen.

Eine genauere Erklärung und auch Unterteilung dieser Ebenenklassen kann man nachlesen in Einführung in die Planaristik von Relnor Askiri, Old World.

Die transienten Ebenen

Insbesondere die letzte Klasse von Ebenen, die transienten Ebenen, sind von besonderer Bedeutung für diese Abhandlung. Kennzeichen der transienten Ebenen ist die völlige bzw. weitgehende Abwesenheit jeglicher Form von Materie und deren hochgradige Polydimensionalität.

Der Begriff transiente Ebene beschreibt den Umstand, daß diese Ebenen sich nicht zum dauerhaften Aufenthalt eigenen, sondern lediglich zum transitieren. Sie stellen so etwas wie die Landstraßen des Multiversums dar. Da sie alle anderen Ebenen umgeben kann man über sie jede beliebige andere Ebene bzw. Welt erreichen.

Zwei transiente Ebenen sind der Planaristik bekannt,

  • die Ätherebene und
  • die Astralebene.

Die Ätherebene ist die Ebene, in der alle anderen Ebenen enthalten sind. Sie ist also eine Metaebene und entspricht somit der Definition des Multiversums im weiteren Sinne. Für sich betrachtet ist die Ätherebene leerer Raum, da weder Materie noch Energie in ihr enthalten ist (sondern Ebenen). Strenggenommen ist sie gemäß der Ebenendefinition gar keine (echte) Ebene, da sich ihr Koordinatensystem nicht über den Raum, sondern über die existierenden Ebenen selbst erstreckt.

Die Astralebene hingegen ist durchzogen von Strängen positiver und negativer magischer Energie, den sogenannten astralen Kraftlinien oder auch Kraftfäden, was gemeinhin auch als astrales oder arkanes Gewebe bezeichnet wird.

Die Astralebene bzw. das darin enthaltene astrale bzw. arkane Gewebe wird im folgenden genauer untersucht.

Die Theorie des arkanen Gewebes, basierend auf Soral al'Fadil

Der Aufbau und der Energiefluss des arkanen Gewebes

Wie bereits angedeutet beinhaltet die Astralebene zahlreiche Energiestränge. Diese Energiestränge verbinden alles was existiert (z.B. Sonnen, Planeten, Götter, Lebewesen, jegliche Art von Objekten, aber auch jedes Teil eines größeren Ganzen) miteinander und bilden so ein mehr oder weniger dichtes Geflecht, das astrale oder arkane Gewebe. Unsere Wahrnehmung von Existenzen beschränkt sich zwar bestenfalls lediglich auf unser Universum, also auf die Ebene oder Halbebene, auf der wir uns gerade befinden, jedoch unterliegt das arkane Gewebe nicht dieser Beschränkung, sondern durchzieht das gesamte Multiversum.

Jede Existenz bildet (vereinfacht gesagt) einen Knotenpunkt im arkanen Gewebe (genauer gesagt eine mehr oder minder komplexe, miteinander verwobene Knotenstruktur, oder auch Matrix). Zwischen diesen Knotenpunkten herrscht ein reger Informationsaustausch und somit Energiefluss, denn jede Existenz teilt seine eigene Existenz mit und bekommt die Anwesenheit anderer Existenzen mitgeteilt. Es gibt jedoch auch (gewollte oder auch ungewollte) Situationen, in denen dieser Energiefluss unterbrochen, abgeschirmt oder stark geschwächt sein kann, so dass einzelne oder zahlreiche Knotenpunkte nicht mehr von allen anderen Knotenpunkten aus erreichbar sind. Ein Beispiel ist das was der Volksmund gemeinhin als Anti-Magie-Felder bezeichnet, und kann sich z.B. auf Teleportationszaubersprüche auswirken.

Daraus erkennt man, dass es Knotenpunkte mit geringerem und höherem Energiefluß gibt. Die Ausprägung des Energieflusses eines jeden Knotens nennt man das magische Potenzial eines Knotens. Untersuchungen haben ergeben, dass Lebewesen, und dabei insbesondere intelligente Lebewesen, einen besonders stark ausgeprägten Energiefluss haben, also ein stark ausgeprägtes magisches Potenzial. In diesem Zusammenhang spricht man dann oft von geistiger, astralen oder arkanen Kraft bzw. Energie dieses Lebewesens, oder der Volksmund gemeinhin lapidar von Mana.

Es ist die zielgerichtete und folgenreiche Manipulierbarkeit des Astralraumes (z.B. durch einen ausgebildeten Magier) selbst, auf die sich die Annahme der Strukturiertheit des arkanen Gewebes begründet. Demnach ist es also zulässig den energetischen Astralraum als "Gewebe" zu bezeichnen. Die strikte Materieanbindung in unsere primärmaterielle Ebene (oder in andere materielle Ebenen) jedoch kann angezweifelt werden. Sie ist zweifelsohne vorhanden, dennoch nicht ausschließlich darauf beschränkt. "Ohne Materie keine Magie?" ist die Frage, die man sich hier stellen könnte.

Das energetische Gleichgewicht

Wie zuvor erwähnt hat jeder Knoten des arkanen Gewebes, und somit jede Existenz ein bestimmtes magisches Potenzial. Dabei muss genau unterschieden werden zwischen dem Sollzustand und dem Istzustand des magischen Potenzials. Jedem/r Magier/in ist dies wohl geläufig. Nach zahlreichen erfolgreich durchgeführten Zaubersprüchen fühlt man sich erschöpft und es will einfach kein weiterer Zauberspruch mehr gelingen. Erst nach einer angemessenen Pause kann es dann fröhlich weitergehen mit der munteren Zauberei. Im Gegensatz dazu kann der/die Magier/in versuchen, wochenlang keine Magie zu verwenden, aber wenn er/sie es dann versucht, wird er/sie bemerken, dass die Anzahl der Zaubersprüche die er kurz hintereinander durchführen kann nicht angestiegen ist.

Das Phänomen das hier beobachtet werden kann, ist das Bestreben des arkanen Gewebes ein energetisches Gleichgewicht einzunehmen. Immer wenn ein Knoten weniger oder mehr magisches Potenzial aufweist, als es durch die entsprechende Existenz vorgegeben ist, findet ein Energiezufluss oder Energieabfluss statt, um den entsprechenden Knoten wieder in energetisches Gleichgewicht zu versetzen. Und entsprechend befindet sich dann das gesamte arkane Gewebe in energetischem Gleichgewicht, wenn alle Knoten sich in energetischem Gleichgewicht befinden. Dies widerspricht der |Aussage von Soral al'Fadil „Berge und Täler im Potential des Astralraums sind somit über größere Zeiträume nicht möglich“. Tatsächlich ist es sogar so, dass permanent diese Berge und Täler im Potenzial des Astralraumes bestehen.

Denn betrachtet man die hochgradige Komplexität und immense Ausdehnung des arkanen Gewebes, so wird einem schnell klar, dass es praktisch ein energetisches Gleichgewicht des gesamten arkanen Gewebes nicht geben kann. Irgendwo im Multiversum wird es immer irgendeine Art von Energiefluss geben, sei es durch Magieanwendung oder durch sonstige Vorgänge, die in irgendeiner Art und Weise Energieflüsse auslösen (z.B. magische Stätten, die permanent magische Phänomene aussenden). Weiterhin wird vermutet, dass es von Zeit zu Zeit oder sogar permanent zu großen, massenhaften Energieflüssen in Teilen des arkanen Gewebes kommt (sogenannte arkane Stürme).

Die Gedankenbildung

Nachdem nun der grundlegende Aufbau des arkanen Gewebes bekannt ist, gehen wir einen Schritt weiter. Was nun folgt ist ein Erklärungsansatz dafür, wie man aktiv die Strukturen im arkanen Gewebe beeinflussen kann und sich somit zu Nutze macht.

Man stelle sich irgendeine beliebige Existenz unseres Universums vor, die nicht die Fähigkeit zum Denken besitzt (z.B. irgendein beliebiges Objekt). Weiterhin nehmen wir einmal an, der Knoten im arkanen Gewebe dieser Existenz befände sich, aus welchen Gründen auch immer, nicht in energetischem Gleichgewicht (wobei hier vereinfachend von nur einem Knoten ausgegangen wird, obwohl Existenzen, bzw. in diesem Falle das betrachtete Objekt, stets aus Einzelkomponenten bestehen, die wiederum Knoten im arkanen Gewebe darstellen und so komplexe Strukturen bilden). Es finden nun zahlreiche Energieflüsse von oder zu diesem Knoten statt, da das arkane Gewebe versucht, sein energetisches Gleichgewicht herzustellen. Von welchen und wievielen anderen Knoten, oder wie hoch jeder einzelne Energiefluss ist, ist rein zufällig und nahezu unmöglich vorherzusagen. Man kann also durchaus von einem Chaos sprechen. So kommt man zu der Aussage, dass „ohne Wirkung von außen“ der Fluss magischer Energie innerhalb des arkanen Gewebes chaotisch ist (nach Soral al'Fadil).

Durch Gedankenbildung ist es aber möglich, innerhalb des arkanen Gewebes komplexe Strukturen selbst zu erschaffen. Diese komplexen Strukturen entstehen dadurch, dass nur ganz bestimmte Knotenpunkte, Verbindungen zwischen Knotenpunkten und die entsprechenden Flußrichtungen bewußt vom Denkenden ausgewählt werden. Denken bedeutet also, eine bewußte Auswahl einer strukturierten Teilmenge aus dem Chaos zu treffen. Diese getroffene Auswahl kann dann auch als Gedankenmuster, Gedankenstruktur oder auch einfach Gedanke bezeichnet werden. Eine hervorragende Schlußfolgerung daraus liefert Soral al'Fadil in seinem Werk, indem er diese Überlegungen auf die Fähigkeit des Gedankenlesens und der Gedankenübertragung bei den Vampiren anwendet.

Von außerordentlichem Interesse in diesem Zusammenhang sind die Worte der Macht. Sie haben in Bezug auf die Gedankenbildung, und somit der Strukturgebung des arkanen Gewebes, eine ganz besondere Bedeutung, auf die weiter unten eingegangen wird.

Die Magieanwendung aus der Sicht des arkanen Gewebes

Zu Denken bedeutet, komplexe Strukturen im arkanen Gewebe zu erzeugen. Wiederum gilt es einen Schritt weiter zu gehen. In meinem Werk Die Kunst der Magie auf der Schattenwelt beschreibe ich genau den Handlungsablauf für die Durchführung eines Zauberspruchs. Was dort jedoch nicht explizit angesprochen wird, sind die Vorgänge die sich dabei im arkanen Gewebe abspielen.

Wie der werte Leser möglicherweise bereits eigenständig, anhand der vorangegangenen Erklärungen vermutet, bedeutet das Anwenden von Magie aus der Sicht des arkanen Gewebes letztlich nichts anderes, als die Erzeugung von komplexen Strukturen im arkanen Gewebe mit anschließender bewußten und aktiven Herbeiführung und Nutzung von Energieflüssen. Dabei werden ganz bewußt Knoten des arkanen Gewebes aus dem energetischen Gleichgewicht gebracht, um dadurch gezielt Wirkungen in unserem Universum, also unserer (Halb-)Ebene zu erzeugen. Hierdurch entstehen sogenannte Quellen und Senken magischer Energie, so wie sie Soral al‘Fadil in seinem Werk beschreibt.

Wie in meinem Werk zur Kunst der Magie in der Schattenwelt dargelegt, benötigt man zur erfolgreichen Durchführung eines Zauberspruches Reagenzien, die Worte der Macht sowie das magische Potenzial des Zaubernden.

Die Worte der Macht

Die Worte der Macht haben eine ganz besondere Bedeutung im Hinblick auf das arkane Gewebe. Jedes Wort der Macht hat die Eigenschaft, eine ganz bestimmte, fest vorgegebene Struktur im arkanen Gewebe erzeugen zu können oder eine bereits bestehende Struktur im arkanen Gewebe auf eine ganz bestimmte, fest vorgegebene Art und Weise verändern zu können. So kommt es, dass ein und dasselbe Wort der Macht in Bezug auf die Magieanwendung stets die gleiche Bedeutung bzw. stets die gleichen möglichen Bedeutungen hat, ganz gleich von welchem Magieanwender es aufgesagt, d.h. gedacht wird. Die Worte der Macht stellen so eine Art Baukastensystem dar, aus dem die zu erzeugende Structuratio im arkanen Gewebe zusammengesetzt wird.

Nach dem heutigen Stand der Forschung erzeugen nur die uns bekannten 26 Worte der Macht arkane Strukturen, die für die Structuratio von Zaubersprüchen brauchbar sind. Alle Versuche weitere Worte der Macht aufzufinden sind bisher gescheitert.

Die Reagenzien

Die eigentliche Wirkung eines Zauberspruchs, wie z.B. die zerstörerische Kraft eines Feuerballs, oder die Schutzwirkung von Uus Sanct kommt zu einem großen Teil aus den verwendeten Reagenzien selbst. Ganz analog zu den Worten der Macht haben auch die Reagenzien eine besondere Bedeutung in Bezug auf das arkane Gewebe. Eine Reagenz stellt selbstverständlich eine Existenz in unserem Universum dar und somit einen Knoten im arkanen Gewebe. Genaugenommen jedoch nicht nur einen einzelnen Knoten, sondern eine hochkomplexe Struktur. Diese spezielle Struktur ist es, die der Reagenz bei der Magieanwendung ihre entsprechende grundlegende Wirkung verleiht, wie es in Die Kunst der Magie in der Schattenwelt dargestellt wird. Weiterhin haben Untersuchungen ergeben, dass die Reagenzien, d.h. die dazugehörigen Strukturen besonders hohes magisches Potenzial aufweisen.

Ganz analog zu den Worten der Macht besitzen nach dem heutigen Stand der Forschung nur acht verschiedene Reagenzien eine Struktur im arkanen Gewebe, die für die Structuratio von Zaubersprüchen brauchbar sind (wobei früher drei weitere Reagenzien für die Stabilisierung der Structuratio gewisser Zaubersprüche notwendig waren).


Das magische Potenzial des Zaubernden

Wie man aus den obigen Ausführungen erkennen kann, sind die Worte der Macht sowie die Reagenzien wichtige Bestandteile für die Ausformung der Structuratio eines Zauberspruchs. Der letzte Schritt der nun noch fehlt, ist die eigentliche Auslösung des Zauberspruchs, d.h. die aktive Herbeiführung von Energieflüssen.

Dadurch werden Knoten des arkanen Gewebes aus dem energetischen Gleichgewicht gebracht und es entstehen sogenannte Quellen und Senken magischer Energie. Das magische Potenzial des Zaubernden nimmt ab (Quelle) und fließt in die Structuratio des Zauberspruchs ein. Diese wiederum gibt all ihre Energie ab an den Wirkungsort bzw. die Wirkungsorte des Zauberspruchs (Senke).

Aufgrund des Bestrebens des arkanen Gewebes ein energetisches Gleichgewicht herzustellen, gewinnt der Zaubernde langsam wieder sein magisches Potenzial über das arkane Gewebe zurück. Eine Möglichkeit diesen Vorgang zu beschleunigen ist es, durch Gedankenbildung Strukturen im arkanen Gewebe zu erzeugen, die eine Verbindung zu genau solcherart Knoten aufbaut, die einen Überschuss an magischem Potenzial aufweisen. Diese Strukturbildung zum Zweck der schnelleren Regeneration des eigenen magischen Potenzials ist auch hinlänglich als Meditation bekannt.

Eine weitere Möglichkeit bieten die sogenannten Manaregenerationstränke. Diese Tränke werden aus Reagenzien hergestellt, die ein besonders hohes magische Potenzial im arkanen Gewebe aufweisen, so dass der fertig hergestellte Trank diese Eigenschaft ebenfalls in besonders konzentrierter Form aufweist. Mit der Einnahme macht sich der Zaubernde das magische Potenzial eines solchen Tranks zu eigen und frischt so augenblicklich sein Defizit auf. Aus der Sicht des arkanen Gewebes wird die Struktur und das magische Potenzial des Tranks der eigenen hinzugefügt.

Fazit und eine gewagte Aussage

Das Ausformen der Structuratio eines Zauberspruchs ist ein komplexer und somit schwieriger Prozess. Die Einstufung der gängigsten Zaubersprüche in die acht Zirkel gibt einen Hinweis auf den „Schwierigkeitsgrad“ des entsprechenden Zauberspruchs. Die Worte der Macht sowie die Reagenzien spielen dabei eine wichtige Rolle. Weiterhin bringen die Reagenzien ihr hohes magische Potenzial in den Zauberspruch ein.

Betrachtet man nun die Vorgänge im arkanen Gewebe bei der Magieanwendung noch einmal im Zusammenhang, so kann man die gewagte Behauptung aufstellen, dass die Worte der Macht sowie die Reagenzien eigentlich nur Hilfsmittel darstellen. Rein theoretisch müßte es durchaus möglich sein, alleine durch die Gedankenbildung, sowie die Ausnutzung des eigenen magischen Potenzials, Zaubersprüche wirken zu lassen.

Die Meditation z.B. kommt dieser Idee schon recht nahe. Es wird eine Gedankenstruktur erzeugt (wenngleich auch eine recht einfache, verglichen mit der Structuratio eines Zauberspruchs) und es werden bewußt Energieflüsse herbeigeführt. Was fehlt ist lediglich die manifestierte Wirkung in unserem Universum.

Soral al’Fadil gibt es zwei Gründe, warum es den Lebewesen, die aus unserem Universum stammen, nicht möglich ist, Zaubersprüche ohne die Hilfsmittel Worte der Macht und Reagenzien wirken zu lassen.

Erstens werden die Reagenzien dazu benötigt, um genügend magisches Potenzial für die Wirkung eines Zauberspruchs zur Verfügung zu stellen. Das magische Potenzial des Zaubernden alleine ist dazu nicht ausreichend. Allerdings widerspreche ich hier der Aussage von Soral al‘Fadil, dass Reagenzien unstrukturierte Energie liefert, die sich besonders gut umformen läßt. Wie in dem Absatz über die Reagenzien bereits erwähnt, besitzen sie eine komplexe Struktur im arkanen Gewebe.

Zweitens ist der Zaubernde schlichtweg überfordert, die vollständige Structuratio eines Zauberspruchs ohne die Hilfe des Baukastensystems der Worte der Macht und der vordefinierten Wirkungen, und damit komplexen Strukturen, der Reagenzien eigenständig zu formen. Die Structuratio eines Zauberspruchs ist dermaßen komplex, dass man auf keines der beiden Hilfsmittel verzichten kann.

Selbstverständlich ist mir bewußt, dass es tatsächlich Wesen gibt, die ohne diese Hilfsmittel Zaubersprüche durchführen können. Allerdings haben diese Wesen die gemeinsame Eigenschaft, aus anderen Ebenen zu entstammen, auf denen möglicherweise völlig andere Gesetzmäßigkeiten herrschen als in unserem Universum. Beispielsweise diverse Elementarwesen aus den inneren Ebenen (genauer gesagt aus einer der Elementarebenen) oder Götter aus den äußeren Ebenen. Jedoch wird auf die Art und Weise der Magiewirkung dieser Wesen hier nicht eingegangen.

Epilog

Dieses Werk gewährt einen umfassenden und verständlichen Einblick in die Vorgänge und Zusammenhänge des arkanen Gewebes. Ich ermuntere hiermit jeden Leser sich kritisch mit dem Inhalt auseinanderzusetzen. Ein großer Teil der Überlegungen zum arkanen Gewebe stammen aus meiner eigenen persönlichen Forschung. Daher freue ich mich über jegliche Art von Kritik und natürlich auch Zustimmung.

Zum Wohle der Magieforschung.

Zodiac the Sorceress.

Anhang: Auszug aus der Korrespondenz bzw. Diskussion

>>> Die beiden transiativen Ebenen

> Sind die Begriffe 'Ebenen' nicht etwas schlecht gewäht? Bei der Ätherebene, da sie ja alle anderen Ebenen beinhaltet, und mit dieser Eigenschaft einzigartig in der Planaristik ist, und bei der Astralebene (da bin ich mir nicht ganz sicher, ob ich auch alles richtig verstanden habe), da sie ja alle Ebenen druchdringt. Der Zusatz 'transiativ' genügt meiner Meinung nach nicht (abgesehen davon, dass ich auch keine Ahnung habe was er bedeuten soll).

Sehr guter Einwand! Zunächst: Es heißt transiente Ebenen. Laßt mich mal etwas aus meinem Text zur "Theorie der Teleportation" zitieren:

"Die Planaristik hat vier verschiedene Arten von Ebenen klassifiziert, die unterschiedliche Charakteristika aufweisen. Dies sind die Primärebenen, die inneren Ebenen, die äußeren Ebenen und die transienten Ebenen (mir ist der Begriff "transient" unbekannt, daher wäre meiner Meinung nach transzendente Ebenen besser, ich lasse mich aber gerne belehren)."

Wie ihr seht, konnte ich damals auch nichts mit dem Begriff anfangen, denn er steht in keinem Nachschlagewerk (und empfinde ihn deshalb auch als etwas unglücklich gewählt). Übernommen habe ich ihn aus dem Grundlagenwerk von Relnor Askiri, eine Kapazität (und wohl Erfinder) der Planaristik auf Old World. Ich stand mit ihm in Landpost Kontakt und er erklärte mir den Begriff so, wie ich ihn dann später in meinem "Grundlagenwerk zum arkanen Gewebe" nochmals definierte (und mit einer etwas genaueren Erklärung versehen habe).

Den weiteren Punkt, den ihr anmerkt, habt ihr perfekt erkannt! Denn laut Definition ist eine Ebene über ihre Raumkoordinaten definiert (mit unendlicher Ausdehnung). Dabei stellen die beiden transienten Ebenen eine absolute Besonderheit dar. Denn die Ätherebene z.B. erstreckt sich als Metaebene nicht über Raumkoordinaten, sondern ihre Dimensionen erstrecken sich über _alle_ Ebenen die im Multiversum existieren. Somit ist die Ätherebene deckungsgleich mit dem Multiversum und strenggenommen wegen ihrer Ebenen-Dimensionen eigentlich laut Definition gar keine Ebene. Trotzdem wird sie aber (aus Konsistenzgründen) als Ebene tituliert.

Genauso verhält es sich mit der Astralebene. Sie durchdringt ebenfalls das gesamte Multiversum, jedoch greift hier (teilweise) noch die Definition der Raumkoordinaten. Allerdings sind die transienten Ebenen polydimensional, d.h. bei der Astraleben kommen weitere Dimensionen hinzu (wieviele und welche Art ist nicht bekannt, wobei ich die Ansicht vertrete, dass die Zeit eine weitere Dimension der Astralebene ist). Sonst könnte man die hochkomplexe Struktur dieser Ebene nicht erklären. Jedoch gibt es die Ansicht, das auch die Astralebene keine richtige Ebene ist. Denn es gibt die Meinung, dass die Astralebene (oder in diesem Fall spricht man nur noch von "der Magie"), also die Magie nicht an Raum gebunden ist, sondern einfach an der "Realität".


Rogwyn: wie ist es mit der ätherebene?
Zodiac: das ist eine rein theoretische ebene
Zodiac: die nur dazu dient
Zodiac: alles zusammenzufassen
Zodiac: die ätherebene beinhaltet alle ebenen
Zodiac: die es gibt
Rogwyn: *nickt*
Zodiac: ich denke nicht
Zodiac: dass es eine möglichkleit gibt
Zodiac: sich außerhalb aller ebenen zu befinden so dass man sich in der ätherebene befinden
Zodiac: würde
Zodiac: ein solcher ort
Zodiac: wäre wohl wieder eine ebene
Rogwyn: *nickt*
Zodiac: also hm
Rogwyn: es gibt das "Nichts" nicht
Zodiac: das war nicht ganz richtig
Zodiac: wir befinden uns natürlich immer in der ätherebene
Zodiac: aber es gibt eben keinen raum sprich ebene
Zodiac: die nicht zur ätherebene gehört
Rogwyn: es ist nur ein begriff
Rogwyn: ein name
Zodiac: vielleicht gibt es ja
Zodiac: mehrere multiversen?
Zodiac: *grübel*
Zodiac: weia
Zodiac: ja genau
Zodiac: so sehe ich das
Zodiac: es ist eben nur ein begriff
Rogwyn: ah
Zodiac: der alles zusammenfaßt
Rogwyn: multiversum
Zodiac: und vielleicht
Zodiac: kann man ja das eine odere andere
Zodiac: problem damit erklären
Rogwyn: mit der ätherebene?
Rogwyn: oder mutliersum?
Zodiac: das ist für mich eigentlich das gleiche ich sehe da keinen richtigen unterschied
Zodiac: ausser
Zodiac: dass halt
Zodiac: die äthreebene
Zodiac: sozusagen eine eigene ebene ist
Zodiac: zumindest theoretisch
Zodiac: und das multiversum
Rogwyn: ist das gleiche
Zodiac: lediglich alle ebene umfasst
Rogwyn: nicht alle nur ein paar
Zodiac: aber das ist spitzfindig
Zodiac: also das mit "weitern sinne" und "engeren sinne" kommt von mir
Rogwyn: multiversum ist eine ansammlung von ebenen
Zodiac: genau
Rogwyn: aber nicht alle ebenen
Zodiac: weil es ja die möglichlkeit gibt
Zodiac: dass man nur eine gewisse anzahl von ebenen betrachtet möchte
Zodiac: nicht unbedingt immer alle
Zodiac: dies wäre dann multiversum in engern sinnne
Zodiac: man trifft eine definierte auswahl
Zodiac: z.b. man betrachtet lediglich
Zodiac: unsere primärebene, die astralebene und bestimmte innere ebenen
Zodiac: und versucht dann
Zodiac: das herbeirufen von elemantarwesen zu erklären
Rogwyn: *nickt*
Zodiac: dies wäre dann
Zodiac: unser betrachtetes multiversum
Zodiac: aber wenn man alle ebenen nimmt
Zodiac: also multiversum im weiteren sinne
Zodiac: so gibt es keinen unterschied mehr
Zodiac: zur ätherebene
Rogwyn: ah versteehe
Zodiac: ausser wie gesagt
Zodiac: das eben die ätherebene halt eine ebene ist per definitionem
Zodiac: bzw. so genannt wird
Zodiac: multiversum ist ja eher
Zodiac: ein "ding"
Zodiac: ein "objekt"
Zodiac: irgendwas was man betrachtet
Rogwyn: wie universum auch
Zodiac: ja
Rogwyn: nur die ebene in der man sich befindet
Zodiac: genau
Rogwyn: also die planaristik verstehe ich jetzt gut
Zodiac: sozusagen der umgangssprachliche ausdruck
Zodiac: unserer ebene
Zodiac: in der wir uns befinden