Yaquiria Aralzin/Vom Leben mit den Seelen
Vom Leben mit den Seelen
Die Seele und das Tier
Für uns Elfen ist die Seele mehr als all die Sterblichen je begreifen könnten, sie ist es womit wir fühlen können, womit wir die Umgebung und einander wirklich wahrnehmen. Die Seele ist etwas wodurch man sein wahres Selbst erkennen kann. Jedes Wesen welches geboren wird trägt so ein Geschenk Ostens in sich, ob Elf, Mensch oder sogar ein Ork, doch ist es nur uns gegeben die Seele auch wirklich zu erfühlen, zu ertasten und Einklang zu finden. Wir haben erkannt, dass die Seele wie ein dritter Name ist, wir nennen ihn Seelentier. Von Geburt an sind wir uns dessen zwar bewusst, doch es vergeht viel Zeit um es zu verstehen und zuerkennen, es ist zugleich aber auch unsere größte Schwäche, denn würde man sie uns entreißen, wären wir nur eine leere Hülle, nichts anderes als ein Widerkehrer.
Menschen können ihre Seele nur spüren wenn sie Verlustgefühle haben oder große Liebe empfinden, nur in solchen Augenblicken sind sie sich bewusst, dass ihre Seele ihnen Gefühle schenkt, doch sie können nichts damit anfangen, das Seelentier der Menschen ist quasi verkrüppelt und gefangen in ihnen, doch es gehört zu ihnen. Es hat sich im inneren des sterblichen Körpers verkrochen, ist nicht ausgebildet wie das Seelentier eines Elfen, besitzt keinen Seelennamen, das sich ein Mensch nur durch seine Äußerlichkeiten, seiner Erfahrungen und seiner Weisheit bedient, nur selten definiert sich ein Mensch, durch seine Gefühle, er lebt sie nur, für den Moment, und zwar durch sie alle gleichzeitig.
Jeder Elf besitzt in sich die Fähigkeit, seinen Geist fast bis zur absolutem Perfektion zu kontrollieren und einzusetzen. Dabei soll der Geist jedoch nicht auf die Intelligenz, die Ausdrucksform oder die Möglichkeit seine Gefühle zu kontrollieren beschränkt werden, sondern auf die Fähigkeit seine Seele anderen zu öffnen oder sie mit aller Kraftanstrengung zu verschließen. Warum? Weil Elfen können sich über ihre Emotionen verständigen.
Waldelfen haben es leichter ihr Seelentier zuerkennen als wir Lichtelfen, denn sie sind enger mit Osten seiner Schöpfung verbunden. Sie sind eine Hälfte eines jeden Waldes und folgen dem Weg der Natur, während wir Osten seinem Weg direkt folgen, den Weg des Glaubens. Uns ist die Möglichkeit gegeben wie die Waldelfen eine Art Symbiose mit dem Lâ einzugehen, aber es ist für uns schwerer und es kostet uns mehr Mühe und Zeit.
Warum bedeuten Seele und Geist soviel?
Es bedeutet soviel, weil wir durch sie in der Lage sind zu fühlen, zu verstehen und uns zu entwickeln. Diese Eigenschaften und weitere sind es auch, die in den Niederhöllen diesen unendlichen Hass und Neid verursachen. Dämonen werden nicht geboren und besitzen damit auch keine Seele, sie gieren nach einer, doch können sie von sich aus keine bekommen, so verführen sie Magier dazu, sich den dämonischen Beschwörungswesen hinzugeben und als Opfergabe Seelen zu bieten, auf das es den beschworenen Dämonen irgendwann gelingt, komplett auf einer Welt zu wandern, dafür brauchen sie Seelen. Magie ist ohnehin schon ein Fluch, es ist keine Gabe die man loben sollte, denn alles was man macht, ist nicht dem natürlichen Kreislauf entstanden. Man raubt der Welt ihre Kraft, doch manchmal ist es leider nötig Magie zu weben. Bekannt ist uns ja das Beschwörungen Opfergaben brauchen, bei Elementen sind es Naturalien oder andere Dinge die man in der Natur findet, solche Sachen sind nicht schlimm, denn sie entspringen der normalen Schöpfung. So würde ein Erdelement lediglich Erde, Steine oder andere passende Dinge verlangen als Opfergabe, doch ein Dämonen will Blut oder Seelen, alles was einmal lebte muss man opfern. Wenn die Seele geraubt ist, begeht der jenige die schlimmste Tat, die es nur zu begehen gibt, denn ist die Seele einmal fort, kann man nicht wiedergeboren werden und man kann niemals zu Osten kehren. Es ist wichtig, dass Wissen welches wir darüber haben nur soweit weiter zutragen, dass die Menschen nicht die wirklichen Dinge hinter dem Ganzen verstehen, denn zu leicht werden sie verführt von den Niederhöllen.
Seelenwanderung
Das Leben entwickelte sich und irgendwann kamen auch die Elfen auf diese Erde, Osten schuf uns hier wie auch in anderen Welten, sie sollen ihn widerspiegeln – so sind wir Kinder Ostens, ein Teil von ihm selbst. Dadurch das wir mit ewigen Leben beschenkt worden haben wir auch weniger Kinder als die Menschen, während sie bis zu zwölf oder mehr haben können in ihrem kurzen Leben und es auch ab und an soweit bringen bevölkern sie immer mehr und mehr Lebensraum, wir hingegen haben höchstens ein bis zwei Kinder in unserem gesamten Leben, welches sich über hunderte, gar tausende von Jahren erstreckt. Wenn wir einmal die fleischliche Hülle verlieren, so kehrt unsere Seele zu Osten ins Mondlicht und wartet dort. Es ist an Osten und an der Seele ob sie dann zurückkehrt in eines unserer Elfenkinder, bei Osten bleibt oder gar einen Baum beseelt und so zum Hirten macht. So kann es passieren, dass eine Seele immer und immer wiederkehrt bis sie irgendwann ihr Ziel erledigt hat oder von sich aus genug hat und bei Vater ruhen will. Die Auswirkungen kennt man sicher, denn der neue Körper der beseelt wird ähnelt oft fast bis auf eine Kleinigkeit dem alten Körper, doch man hat nicht die Erinnerungen an sein vorheriges Dasein, dass muss man sich über all die Jahrhunderte erst erarbeiten. Das Seelentier gibt das Wissen nur preis, wenn sich der jetzige Körper ebenfalls entwickelt hat, da man keine genaue Kopie zur Vergangenheit werden soll, sondern stets etwas Neues formt. Auf dieser Welt ist es allerdings ein wenig anders, hier haben die Drei Einfluss auf das Widerkehren genommen, doch wir tragen kein Schaden dadurch davon, dafür sorgte Vater.
Wesenheiten die sich einem Gott verschrieben haben, ist die ewige Ruhe zum Abschluss der Lebensepoche sicherer, als jene die ein Leben in Gottlosigkeit führen. Sie laufen auch eher der Gefahr an, von Dämonen heimgesucht zu werden, denn der Schutz der Allmächtigen ist es der uns vor den Niederhöllen bewahrt – jener ist uns durch unseren Glauben an die Unsterblichen sicher.
Es kam vor vielen Jahr auch vor, dass ein Seraphim, welcher den Namen Gorath trug seine Seele opferte um den menschlichen Boten Tyraels zuretten, jene Seele befindet sich in einem Dolch, es ist schlimme Qual für eine Seele sich in einem Gegenstand zu finden. Es ist ein Frevel an dem Weg Ostens, welcher sobald sich eine Möglichkeit gibt, geändert werden muss, diese Seele gehört wieder in den Götterhimmel, doch muss dafür eine passende Hülle gefunden werden.