Saris Merad/Seelenkristall

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Dieser Text befindet sich im Besitz von Helmbrecht Maarenstahm, Dienstherr der Magd Saris Merad.

Der Inhalt ist zum jetzigen Zeitpunkt nur ihm und dem Verfasser bekannt.

Autor

Diese Ausarbeitung wurde von Cornias Heldrior Glauratan Ambrosius, Magier des Siebzehnten Grades im Sechsundzwanzigsten Jahr nach der Zerstörung des Kristalls verfasst.

Vom Nutzen dieses Dokumentes

In dieser Ausarbeitung werden die durch das Dienstmädchen Saris Merad gefundenen insgesamt 23 Kristalle untersucht. Hierbei findet sich eine ausführliche Beschreibung, eine astrale Analyse ebenso wie weiterreichende Interpretationen und Spekulationen über Herkunft, Sinn und Zweck dieser Kristalle.

Weltliche Betrachtung

Die Untersuchungsobjekte sind insgesamt dreiundzwanzig Kristalle von verschiedener Form und Größe, die sich allesamt durch eine dem Saphir ähnliche Farbe bei geringer Transparenz auszeichnen. Die Härte ist außergewöhnlich, es gelang mir nicht auch nur einen der Kristalle durch Hammerschläge oder das Ritzen mit einem geschliffenen Diamanten zu beschädigen. Dies erscheint umso bedeutender, da sich einige der Kristalle zusammensetzen lassen, als wären sie einst Teil einer größeren Struktur gewesen.

In der Tat muss davon ausgegangen werden, dass diese dreiundzwanzig Splitter nur die Reste eines weit größeren Kristalls sind, der Verbleib des Hauptteils ist jedoch völlig ungeklärt.

Neben der sauberen kristallinen Struktur der vereinzelten Stücke, fallen vor allem zwei Dinge ins Auge:

Zum Einen werden die Splitter durch die Nähe eines Menschen angezogen, ganz ähnlich wie wir es bei Magneteisen und Feilspänen beobachten könnten, heften die Splitter sich an Menschen an. Sie können ohne größeren Aufwand entfernt werden, indem man sie einfach mit einer Zange oder ähnlichem Werkzeug abzieht. Sämtliche Splitter agieren hier identisch, was die Vermutung nahelegt, dass sie als Teil eines größeren Gesamtkonstruktes um ein prägendes Inneres gruppiert waren, welches ebenfalls anziehend wirkte.

Um an dieser Stelle meinen Forschungen vorwegzugreifen: Es war mir nicht möglich eine magische Ursache für diese Anziehungskraft zu entdecken, weswegen hier rein weltliches Experimentieren anstand.

Zum Zweiten fällt auf, dass sämtliche Splitter in unregelmäßigen Abständen geringen Glanz entfachen, der immer an einem Ende des Kristalls beginnt und zum anderen Ende durchläuft - beachtenswert ist dabei, dass diese Richtungsfolge nicht von der Lage des Kristalls abhängig ist. Darauf werde ich ebenfalls genauer eingehen

Untersuchung des Anziehungsverhaltens

Weltliche Wahrnehmung wird immer von Erwartungen und Hoffnungen geprägt, Wünsche formen vermeintliche Gemeinsamkeiten oder bestärken Unterschiede. Da es durch weltliche Wahrnehmung unmöglich ist zur Basis, zur Wurzel und damit dem Grund eines Verhaltens oder einer Erscheinung durchzudringen, ist nur eine langsame Annäherung durch These und Ausschluss möglich. Im Folgenden ist dieses Verhalten im Speziellen für die dreiundzwanzig Kristalle beschrieben.

I. Feststellung der Verhaltensgleichheit

Sämtliche Kristalle werden durch menschliche Nähe in gleicher Weise angezogen und zeigen in gleicher Weise keine Reaktion auf beliebige tote Gegenstände. Es steht daher zu vermuten, dass sie sämtlich identische Eigenheiten haben. Zur Kreuzprobe wurden alle Prüfungen mit drei zufällig ausgewählten Kristallen durchgeführt.

II. Begrenzung der Ursache

Offensichtlich gibt es etwas an einem Menschen, was anziehend auf die Kristalle wirkt. Um diese Eigenschaft zu extrahieren, folgten eine Reihe von Prüfungen.

  • II.I: Berührung durch einen menschlichen, männlichen Begabten: Anziehungsreaktion erfolgt in normale Stärke
  • II.II: Berührung durch eine menschliche, weibliche Begabte: Anziehungsreaktion erfolgt in normaler Stärke
  • II.III: Berührung durch einen menschlichen, männlichen Mundanen: Anziehungsreaktion erfolgt in normaler Stärke
  • II.IV: Berührung durch eine menschliche, weibliche Mundane: Anziehungsreaktion erfolgt in normaler Stärke
  • II.V: Berührung durch einen elfischen, männlichen Begabten: Anziehungsreaktion erfolgt in normale Stärke
  • II.VI: Berührung durch eine elfischen, weibliche Begabte: Anziehungsreaktion erfolgt in normaler Stärke
  • II.VII: Berührung durch ein männliches, mundanes Tier: Keine Anziehungsreaktion
  • II.VIII: Berührung durch ein weibliches, mundanes Tier: Keine Anziehungsreaktion
  • II.IX: Berührung durch ein männliches, begabtes Tier: Keine Anziehungsreaktion
  • II.X: Berührung durch ein weibliches, begabtes Tier: Keine Anziehungsreaktion

Entgegen meiner ersten These, die das Vorhandensein von Lebenskraft verantwortlich erklären wollte, scheint doch ein anderer Aspekt für die Anziehungsreaktion verantwortlich zu sein. Offenbar spielt weder das Vorhandensein der Gabe noch von Lebenskraft eine Rolle, der Auslöser muss noch woanders liegen. Möglicherweise werden die Kristalle durch ein Bewußtsein angezogen?

Um dies zu überprüfen, wurde eine weibliche Begabte in Bewußtlosigkeit versetzt - die Anziehungsreaktion blieb normal bestehen. Einige Versuche mit weniger intelligenten Wesen machte deutlich dass die Abwesenheit von Klugheit, Inspiration und Kreativität, wie sie einen Magier auszeichnen, keine Auswirkungen auf die Stärke der Anziehungsreaktion hat - die Kraft blieb bei allen Probanten gleich, egal ob sie klug oder dumm, wach oder schlafend waren.

Ich schliesse darauf auf die Gegenwart einer Konstante, die sich bei allen bewußten Wesen, nicht aber bei Tieren oder gar Gegenständen findet.

Bedauerlicherweise war es mir nicht möglich auf die Schnelle einen echten Poltergeist aufzuspüren, um zu prüfen welche Auswirkungen die Splitter auf Geister haben, ein ähnlich geartetes Experiment zeigte jedoch, dass gewöhnliche Untote die Gegenwart der Kristallsplitter offenbar als unangenehm empfinden und ihnen auszuweichen trachten. Es tritt bei Berührung eine sehr schwache Anziehungswirkung ein.

Nun kann man Untote kaum als bewußte Kreaturen bezeichnen, die Qualität des Effektes weist jedoch darauf hin, dass die Konstante bei ihnen sehr viel geringer ausgeprägt ist, als bei gewöhnlichen Lebenden.

Untersuchung des Glanzverhaltens

In unregelmäßigen Abständen zeigt jeder der Splitter ein Glanzverhalten, das sich wie folgt auswirkt: An einem Ende des Kristalls erscheint ein matter, im Dunkeln gering illuminierender Effekt, der sich langsam, mit einer Geschwindigkeit von gut einem Halbfinger in zehn Sekunden verschiebt. Dabei fällt besonders eine Eigenart ins Auge: Die Bewegungsrichtung ist immer in eine absolute Richtung orientiert: Wird ein dreiecksförmiger Splitter also von einer Basis zur Spitze hin durchwandert, kehrt sich die Richtung um, wenn er um die Hälfte gedreht wird.

In der Tat läßt sich, schüttet man alle Splitter auf dem Tisch aus erkennen, dass die Glanzeffekte in die gleiche absolute Richtung zielen. Um diese Beobachtung genauer zu prüfen, übernahm ich eine Reihe rascher Reisen durch die Mondtore von Britain, Trinsic, Minoc und Skara Brae um festzustellen, dass sich die Richtung mit den Reisepunkten änderte: Hatte die Wanderung in Britain eine Ausrichtung gen Nord-West, so orientierte sich Minoc wahrnehmbar mehr nördlich als westlich. Von Skara Brae aus dagegen tendierte die Richtung nach Norden mit winzigen Abweichungen nach Osten hin - in Minoc dagegen war eine Westausrichtung mit geringem Südeinfluss festzustellen.

Es scheint also so, als würden die Kristallsplitter sich zu einem fixen Punkt, einem Gegenstand oder einer Person hin fixieren. Durch grobes Triangulieren war ich in der Lage den Ort grob auf die Nord-West-Küste von Yew zu bestimmen. Eine wirklich genaue Bestimmung wird durch eine weitere Positionsbestimmung innerhalb von Yew erfolgen.

Von dieser Besonderheit abgesehen ist der Glanz selbst kühl, er tritt im Inneren der Kristalle auf, ohne dass ein Teil der Strukturen dabei als maßgeblich betrachtet werden könnte. Die Leuchtkraft selbst ist sehr gering, am Tage nur durch Zufall zu bemerken.

Magische Betrachtung

Die magische Betrachtung der Kristallsplitter erwies sich als ungewöhnlich schwierig. Um die Probleme genau zu beschreiben, wird ein kleiner Exkurs in die Kunst der Hellsicht notwendig.

Astrale Hellsicht ist eine Fähigkeit die prinzipiell jedem Begabten offensteht, entgegen weitreichendem Glauben bildet sie jedoch keine objektive Wahrheit sondern eine subjektive Interpretation einer Wahrheit ab. Das bedeutet: Die astralen Muster ergeben für etwas im Unterbewußtsein des Zauberers durchaus Sinn, sonst wären sie nicht auf die gesehene Weise angeordnet, nichtsdestotrotz kann es dennoch schwerfallen oder gar unmöglich sein eine Analyse des Gesehenen abzuliefern.

Während der Zauberer also gelernt hat, dass ein verschlungener Linkshaken mit Drehung auf Kampfmagie hinweist und eine in sch gedrehte Spirale auf Speichermuster, sieht er einen rückgewundenen Ring mit Seitenarmen vielleicht zum ersten Mal. Dennoch entstammt dieses Bild seinem eigenen Bewußtsein, einem intuitiven Verständnis der astralen Ebene, die das des bewußten Verstandes weit übertrifft und diesen daher mit abstrakten Formen konfrontiert.

Wir kennen die Wahrheit, wir müssen nur die Augen öffnen, um sie auch zu sehen. Das hört sich leichter an, als es tatsächlich getan ist und mir persönlich ist kein Fall bekannt, indem in Magier jeweils zu intuitiver Erleuchtung gelangt wäre.

Wie dem auch sei: Die Muster stellen sich in irgendeiner Weise dar, die interpretiert werden muss und genau das offenbarte sich hier als Herausforderung: Jeder der Kristalle wies unregelmäßige, entweder trivial einfache oder komplex verknüpfte Strukturen auf, die sich aber nicht zu einem Zauber formten. Der Versuch die dreiundzwanzig Splitter zusammenzusetzen, um damit eventuell Blick auf größere Muster zu erhalten, erwies sich aber als nicht erfolgreich: Zuwenige der Splitter sind vorhanden und sie passen zu wenig zusammen, um das große Fehlende zu ersetzen.

Weder die Anziehung noch die Glanzeffekte zeigten dabei auch nur den geringsten Niederschlag in den Mustern, allen beobachtbaren Veränderungen zum Trotz tat sich an der Zusammenstellung oder Itensität nicht das Geringste, so dass ich hier zu einem unbefriedigend raschem Fazit fand:

Diese dreiundzwanzig Splitter lassen sich auf herkömmliche Weise nicht analysieren, ihr Wirken prägt sich auf eine Weise aus, die keine astralen Niederschlag findet. Die Interpretatation des zentralen Musters ist ohne weit mehr Splitter unmöglich.

Konkrete Vorschläge

Meine bisherigen Untersuchungen zeigten, dass es zwei Faktoren gibt, auf die sämtliche der dreiundzwanzig Kristalle reagieren:

Die Nähe bestimmter Wesen löst einen Anziehungseffekt aus, der dem von Magneteisen ähnelt, ein Effekt, der sich astral ebensowenig nachvollziehen läßt, wie das unregelmäßige Auftreten eines Glanzeffektes, der sich in Richtung eines absoluten Punktes durch die Kristalle bewegt.

Es gibt eine bekannte Kraft, die ähnlich spurlos bleibt - dabei handelt es sich um das der Magie ähnliche Wirken von Geweihten, die durchaus sichtbare Effekte hervorbringen können, ohne dass es eine passende Entsprechung in Form astraler Muster gibt. Die Vermutung, dass diese besonderen Eigenheiten demnach auf das Vorhandensein irgendeiner Art von Segnung oder Fluch zurückgeht, liegt also nahe, kann ohne die Konsultation eines solchen Geweihten aber nicht beantwortet werden.

Diese Aufgabe steht demnach als Erstes an.

Zum Zweiten ist es notwendig eine wirklich genaue Positionsbestimmung vorzunehmen, dafür wird sich die Methode einer schrittweisen Annäherung als ausreichend erweisen. Da sich der Fixpunkt irgendwo in Yew befindet, ist damit zu rechnen, dass entweder Ort oder Gegenstand für das Elfenvolk von Bedeutung sind.