Saris Merad/Bewertung Saris Merads

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Dieser Text befindet sich im Besitz von Helmbrecht Maarenstahm, Dienstherr der Magd Saris Merad.

Der Inhalt ist zum jetzigen Zeitpunkt nur ihm und dem Verfasser bekannt.

Autor

Diese Ausarbeitung wurde von Cornias Heldrior Glauratan Ambrosius, Magier des Siebzehnten Grades im Sechsundzwanzigsten Jahr nach der Zerstörung des Kristalls verfasst.

Vom Nutzen dieses Dokumentes

In dieser Ausarbeitung sind Erkenntnisse und Fortschritte beschrieben, die während der ersten Ausbildungswoche der Schülerin "Saris Merad" zu ermitteln waren. Betrachtungen der Vergangenheit finden sich ebenso, wie Spekulationen über die Zukunft auf Basis der bis dato bekannten Fakten.


Weltliche Betrachtung

Im folgenden werden die als wesentlich erachteten Einflüsse auf die Unterweisungen der Schülerin Saris Merad beschrieben und bewertet.

Helmbrecht Maarenstahm

Helmbrecht Maarenstahm ist ein selbst magisch nicht begabter Handelsherr von einigem Einfluss. In letzter Instanz obliegt ihm auf Leitung des Haushalts. Seine Kontakte zur Schülerin beschränken sich auf ein gewöhnliches Dienstbotenverhältnis. Helmbrecht Maarenstahm ist Initiator der Ausbildung, sie erfolgt auf seinen Wunsch hin.

Saris Merad

Saris Merad ist Dienstmädchen im Hause Helmbrecht Maarenstahms und führt dort gewöhnliche Dienstbotenarbeiten aus. Sie gibt ihr Alter mit Siebzehn an und ist damit bereits außerhalb des als optimal erachteten Zeitrahmens für den Beginn einer Ausbildung. Saris selbst kann nicht sagen, ob es eine Erstmanifestation ihrer Fähigkeiten gab, ihr Hausherr führt jedoch an, dass das Mädchen versuchte ihn während eines Gesprächs zu verzaubern - als Indikator gilt eine von mir persönlich gefertigtes Schutzartefakt vor Einflusszauberei.

Die Bildung Saris' läßt, wie kaum anders zu erwarten, zu wünschen übrig. Erst im Laufe des letzten halben Jahres begann sie lesen zu lernen, die Fortschritte sind gering. Bis jetzt ist sie nicht in der Lage über wenige Sätze hinausgehende Texte zu lesen, jedes einzelne Wort muss durch langwieriges Einzelerkennen der Buchstaben gebildet werden. Die Schreibfähigkeit ist, trotz vorhandenem Geschick, noch geringer entwickelt, tatsächlich kann das Mädchen nach dem guten halben Jahr mit Mühe ihren eigenen Namen schreiben.

Daraus läßt sich bereits erkennen, dass die Klugheit sich in Grenzen hält, die Fähigkeit zum Begreifen und zum vorausschauenden Handeln sind in Maßen aber dennoch vorhanden. Im Zuge von Gesprächen wurden einige möglicherweise ungewöhnliche Eigenheiten deutlich: Das Wesen Saris' ist von Furcht bestimmt, die nahezu vollständig unter der Oberfläche verborgen ist. Das bedeutet, dass sie zu normalem Umgang fähig ist, solange keine Konflikte auftreten. Die Unfähigkeit in Streßsituationen irgendeine Entscheidung zu treffen, paart sich mit einer nahezu devoten Ergebenheit in ihr Schicksal, grundlegend scheint Saris davon auszugehen, dass jedes Aufbegehren eine ohnehin schon unerfreuliche Situation noch weiter verschlechtern würde. Für ein Dienstmädchen mag das eine passende Einstellung sein, für eine Zauberin sind diese Voraussetzungen jedoch denkbar schlecht.

Saris besitzt eine offensichtliche, bis zu panischer Angst steigerbare Furcht vor Fröschen, sie selbst führt dies auf einen Alpdruck zurück, in dem sie von riesigen Fröschen gejagt wurde. Ob die Furcht vor Magiern tiefere Ursachen hat, als nur Aberglaube und generelles Misstrauen muss sich noch erweisen, letztlich bleiben diese Ängste so scharf wie die vor einer scharfen Klinge.

Saris hat keine erkennbaren Vorlieben, was die Ausgestaltung der knappen freien Zeit betrifft, aber auch keine besonderen Abneigungen.

Innerhalb des Haushaltes Maarenstahm ist sie weitgehend isoliert, das Verhältnis zu den anderen Dienstboten ist ungewöhnlich von gegenseitiger Gleichgültigkeit bestimmt. Es ist mir nicht bekannt, ob es irgendeine Person von positiver emotionaler Bedeutung für das Mädchen gibt.

Magische Betrachtung

Bezugnehmend auf die Schule Glondarian Elgen Flostis, stufte ich die Begabung Saris Merads als dritter Grad ein. Das bedeutet: Magische Fähigkeiten sind vorhanden und können geschult werden, dabei fehlt jedoch noch die Ausbildung, um eine bewußte Ausformung zu ermöglichen.

Soweit nicht ungewöhnlich, der überwiegende Teil aller unausgebildeten Zauberer findet sich im dritten Grad, sie unterscheiden sich jedoch in einem wesentlichen Punkt von Saris: Das Mädchen ist permanent im Astralraum präsent.

An dieser Stelle eine kurze Erläuterung dazu:

Die Welt besteht aus mehreren, sich überlagernden Ebenen, von denen wir zumindest zwei kennen: Die Ebene der Wirklichkeit und die Ebene der Astralen Kraft. Jedes Objekt der wirklichen Ebene läßt sich auch in der astralen Ebene sehen und umgekehrt, die Ebenen sind miteinander verbunden und tauschen beständig Informationen aus: Wird ein Objekt auf der wirklichen Ebene zerschmettert, dann wird es auf der astralen Ebene ebenso zerstört. Es gibt Theorien, die diese Beziehung als "transitiv" beschreiben und davon ausgehen, dass diese beiden Ebenen nur eine Einzige sind, die allein aufgrund unserer beschränkten Sinne getrennt erscheinen.

Wie dem auch immer sei, wesentlich sind zwei Punkte: Zum Einen erscheinen alle Dinge in der astralen Ebene anders, als in der wirklichen Welt. Die äußere Form bleibt unverändert, Breite, Höhe, Tiefe sind also gleich, aber es existieren außer mattem Grau keine Farben und alle Dinge sind durchscheinend, oft sogar regelrecht durchsichtig. Sämtliche gewöhnlichen Gegenstände und Personen lassen sich ohne Mühe durchdringen.

Zum Zweiten stellt die astrale Ebene wie der Name bereits andeutet, die Heimatebene der Zauberei dar, Hier wird sie geboren, hier herrscht sie vor und darum stellen magische Verknüpfungen, stellen Zauber und zaubernde Wesen die einzige Quelle echter Präsenz hier dar, die über die schattenhaften Schemen der wirkliche Welt hinausgeht.

Gewobene Magie stellt sich als ein Netz, als ein Gewebe dar, das so gut wie immer an Objekte oder Lebewesen gebunden ist und ein Zauberer, der seine Sinne durch die Kraft für die astrale Ebene öffnet, erwacht vor den Augen eines Beobachters gleichsam zu magischem Schein. Vorher ist er anhand seiner Strukturen zwar als Magier zu identifizieren, aber dennoch nicht präsenter, als ein Stuhl oder Tisch. Zauberer erlangen normalerweise nur in eng begrenzten Zeitspannen eine Präsenz im Astralraum: Wenn sie ihre Kraft einsetzen, sei es für gewobene Zauber, sei es zum Zwecke der Wahrnehmung oder Projektion. Tatsächlich ist mir kein Fall bekannt, in dem permanente Präsenz erlangt wurde, angesichts der offensichtlichen Möglichkeit werde ich über mögliche Wege zu einem solchen Ziel nachdenken.

In jedem Fall an erster Stelle steht jedoch die Notwendigkeit sich neben der Exotik der Beobachtung auch über die drohenden Gefahren klarzuwerden.

Die astrale Ebene ist eine Heimstatt der unterschiedlichsten Kreaturen und dient als Weg zwischen den Höllen und der wirklichen Welt. Es darf also nicht verwundern, dass es beständig eine große Zahl körperloser Dämonen gibt, die auf der Astralebene lauern, um in die wirkliche Welt einzudringen. Dafür aber ist, sieht man von den machtvollsten Dämonen einmal ab, immer ein Tor notwendig, das die wirkliche und die astrale Welt miteinander verbindet.

Wie leicht ersichtlich, stellt ein aktiver - und damit auf der Astralebene präsenter - Zauberer ein solches Tor dar, da er beide Welten berührt. Durch ihn kann ein Astralgeist nun entweder Zauber wirken oder sich dafür entscheiden das Tor mit zwei unterschiedlichen Optionen zu passieren: Manifestation oder Okkupation.

Beide Varianten sind wenig wünschenswert: Bei der Manifestation kann der Dämon Gestalt annehmen und sich in der wirklichen Welt Halt, um seiner Natur gemäß Schaden anzurichten. Bei der Okkupation wird der Leib des Zauberers übernommen, der Geist möglicherweise herausgedrängt und damit zum Tode verurteilt.

Das Fazit muss in jedem Fall das Gleiche sein: Ein permanent im Astralraum aktiver Zauberer stellt ein unerhörtes Risiko dar. Ist dieser Zauberer zudem nicht befähigt sich selbst zu verteidigen und Bann- oder Schutzmagie zu wirken, sind rasche Maßnahmen absolut unumgänglich.

Die einzig wirklich sichere Variante, stellt hier die Dämpfung dar, für einen Magier des Siebzehnten Grades gibt es jedoch auch noch andere, wenngleich aufwendige Möglichkeiten: Die Zielperson kann mit Schutz- und Verschleierungsmagie belegt werden, um auf diese Weise sowohl das Auffinden als auch das Eindringen zu erschweren.

Konkrete Vorschläge

Die bisherige Einleitung muss zu verschiedenen Handlungsvorschlägen führen, die ich an dieser Stelle näher ausführen möchte.

Tatsächlich lautet mein Vorschlag, um eine Gefährdung der Gabe des Mädchens Saris zu vermeiden, auf oben angedeutete Schutz- und Verschleierungsmagie zurückzugreifen. Zu diesem Zwecke erlaubte ich mir einige vorlaufende Überprüfungen.

Es ist davon auszugehen, dass Saris irgendeinen Nutzen aus der permanenten Präsenz auf der Astralebene zieht, auch diesen galt es im Vorfeld zu ermitteln.

Prüfung: Intuitiver Einsatz der Gabe

Neben der Erstmanifestation geht der ungeübte Einsatz der Gabe oft mit Situationen einher, in denen der bewußte Verstand sich nicht weiterhelfen kann. Als überaus kritisch sind hierbei gefährliche Szenarien zu betrachten, Bedrohungen können eine derart starke Reaktion auslösen, dass es zu einer nachhaltigen Schädigung der Gabe des Wirkers kommt.

Um das Talent weniger eruptiv herauszulocken, sind daher profane Ratespiele das Mittel der Wahl: Das Bild einer verdeckten Karte soll erraten oder die Anzahl der Augen eines Würfels unter dem Würfelbecher geschätzt werden. Auch Annäherungstest werden bisweilen genutzt, erweisen sich aufgrund der Anspannung der Kandidaten aber selten als verläßlich Für mich persönlich erwiesen sich Kartentests stehts als verläßlich, so dass ich sie schliesslich auswählte.

Der Versuchsaufbau erweist sich dabei als denkbar einfach.

Ein von allen störenden Reizen befreiter Raum wird vorbereitet, indem ein Tisch in der Mitte aufgestellt wird. Zwei Stühle kommen an die gegenüberliegenden Seiten. Auf einem der Stühle nimmt die Probantin Platz, auf dem anderen der Prüfer.

Insgesamt 10 gewöhnliche Spielkarten werden vorgehalten, diese haben folgende Bedingungen zu erfüllen:

  • Ihre Rückseite ist identisch und läßt keinen Rückschluss auf die Vorderseite zu
  • Alle Karten kommen genau zweimal vor

Die Aufgabe der Probantin ist es nun die auf der Vorderseite der Karte befindlichen Bilder oder Werte zu erraten, dafür ist eine grundlegende Vertrautheit mit dem Kartenspiel natürlich Pflicht.

Die Aufgabe des Prüfers ist es, die Karten auf eine Weise zu präsentieren, die keinen Rückschluss auf Bild oder Verzauberung zulassen und nebenbei nach magischer Aktivität Ausschau zu halten. Dafür reicht im Normalfall einfache Hellsichtmagie, da bereits eine kurzzeitige Präsenz der Probantin auf der Astralebene genug Hinweis auf das Ansprechen der Gabe ist.

In diesem speziellen Fall ist das wie oben geschildert nicht so einfach: Die durchgehende Aktivität Saris' läßt keinen Rückschluss darauf zu, ob die Gabe in irgendeiner Weise auch verwendet wird - Hellsicht ist auch ohne die Ausbildung von Mustern möglich. Daher bleibt hier nur die weit aufwendigere statistische Auswertung der Ergebnisse auf besonders hohe Treffer- oder Fehlerrate.

Aus diesem Grund erhöhte ich die Dauer der Sitzung und die Anzahl der Rateversuche drastisch auf ingesamt 1000 Stück, lange genug, um insgesamt drei Sitzungen mit einer Dauer von jeweils drei Stunden zu rechtfertigen.

Aber zur Auswertung:

Es gibt insgesamt 10 Karten, alle zweimal vorhanden. Die Chance des Mädchens auf eine rein zufällig korrekte Nennung beträgt also ein Fünftel, ein Wert der sich über eine hinreichend große Zahl von Versuchen bestätigen muss.

Nach insgesamt 1000 Versuchen gab es insgesamt 192 Treffer und 708 Fehlschläge, Saris verfehlte den Idealwert also nur um 8 Zähler. Das läßt den Schluss zu, dass sie die Gabe in keinster Weise einsetzte, um die Trefferrate nach oben oder unten zu modifizieren.


Prüfung: Magische Attacke

Die zweite Prüfung weist offensiven Charakter auf und zielt darauf kontrollierten Streß bei der Probantin zu verursachen. Mit der Hilfe eines gemäßigten Kampfzaubers wird ein Angriff ausgeführt und währenddessen überprüft, ob es irgendeine Form von intuitiver Gegenwehr oder unterbewußtem Schutz gibt. Es ist verschiedentlich beschrieben, dass diese Prüfung genutzt wurde um eine Erstmanifeststion herbeizuführen.

Um bestmögliche Resultate zu erzielen, ist anzuraten einen nichtelementar wirkenden Zauber zu wählen, der direkt den Geist der Probantin attackiert - unerwünschte Störungen und Ablenkungen lassen sich damit am Besten reduzieren. Die Zauber sind so zu wirken, dass ihre Ausführung nicht bemerkt wird: Die Probantin soll sich nicht vorbereiten.

Die Durchführung ist davon abgesehen denkbar einfach und unter auch schwierigeren Umständen ohne Herausforderung.

Zur Auswertung:

Während eines Gespräches über die Heimatinsel Jhelom wurde Saris insgesamt viermal mit steigender Intensität attackiert.

Nach dem ersten Stich reagierte Saris verwirrt, eher verwundert als erschrocken. Sie war nicht in der Lage die Quelle oder Art der Beeinflussung festzustellen und verdrängte sie schliesslich. Die Aura des Mädchens wies keine Besonderheit auf.

Der zweite Stich erfolgte mit deutlicherer Intensität einige Minuten später und veranlasste Saris zu einem Schmerzensschrei. Diesmal irrte der Blick unstet suchend umher, ohne sich für ein Ziel entscheiden zu können, mit einigen unsicheren Worten stammelte sie schliesslich etwas von heftigen Kopfschmerzen und rieb sich die Schläfen. Offenbar war sie weiterhin nicht in der Lage die Quelle festzustellen oder sich in irgendeiner Weise zu wappnen. Die Aura des Mädchens wies keine Besonderheit auf.

Der dritte Stich, wiederum einige Minuten später, brachte Saris dazu aufspringen und den Kopf mit beiden Händen zu umfassen. Diesmal richteten die Augen sich eindeutig auf mich, zeigten dabei eine Mischung aus Verwirrung, Angst und Anklage. Meiner Aufforderung sich wieder zu setzen kam sie nach einem Moment zögernd nach. Die Schmerzenstränen deuteten darauf hin, dass der Stich in keinster Weise gemindert, sondern voll empfangen wurde. Die Aura des Mädchens wies keine Besonderheit auf.

Der abschließende vierte Stich führte zu abrupter Bewußtlosigkeit des Mädchens, eine Gelegenheit, die ich für weitere Untersuchungen nutzte: Die Präsenz auf der Astralebene war nicht verschwunden, sondern blieb weiterhin bestehen - ein für mich im Moment unerklärliches Phänomen. Tatsächlich wies die Aura des Mädchens keine Besonderheit auf, reagierte in keinster Weise auf meine Versuche. Saris erwachte einige Minuten später von Selbst wieder, die möglicherweise anhaltenden Kopfschmerzen sollten sich in jedem Fall nicht übermäßig negativ auswirken.

Schlussendlich ist festzustellen, dass das Mädchen durch meine Tests in keinster Weise dazu gebracht werden konnte, die Gabe in irgendeiner Weise einzusetzen, dennoch bin ich davon überzeugt, dass sich mit hinreichend Geduld ein Weg finden läßt. Die Gefügigkeit Saris' wird es leicht machen, sie zu führen, wenn man nur genug Druck ausübt, ich würde speziell vorschlagen sie einige Zeit hungern zu lassen um die Verbundenheit von Körper und Geist zu lockern. Askese ist ein probates Mittel für die Öffnung der Seele.

Ich erbitte in jedem Fall weitere Handlungsanweisungen

Cornias Ambrosius, Magus des Siebzehnten Grades