Rakhyr del Sol/Aufklärung des als "Zeitgeist" bekannten Phänomens

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(Anm d. Red.: "Zeitgeister" wurde früher allgemein als Begriff für Lags im Spiel verwendet, um nicht zu sehr ins OOC zu verfallen)
von Rakhyr del Sol

Einleitung

Aufgrund mehrerer rätselhafter Vorfälle und Unfälle wurde ich gebeten in meiner Eigenschaft als Inquisitor der Ordensritter des Kreuzes herauszufinden, wie viel Wahrheitsgehalt hinter dem vom Volksmunde als "Zeitgeist" bekannten Phänomen steckt.

Meine erste Einschätzung war die gleiche, wie sie die meisten haben dürften. "Zeitgeister" sind eine Plage, welche das Land ohne Sinn und Ziel heimsuchen.

Meine Forschungen betrieb ich in Britain, unserer Feste und den Höhlensystemen Shame und Despise. Alles wohlbelebte Orte. Bei meinen Griffen in die Welt des Arkanen, greife ich auf das Grundlagenwerk von Lady Zodiac zurück, welches als allgemein gültig gilt. Desweiteren beruhen Teile meiner Forschungen auf der Arcomagusarbeit des Caleb Calban, welches sich mit der Wesenheit der Daemonae befasst. Lord Rogwyns Arbeit über das Zeitreisen entahm ich einige nützliche Theorien. Ich werde darauf verweisen.

Gerüchte, Sagen und Geschichten

Laut einem Bauern zufolge handelt es sich bei den Zeitgeistern um die Seele verstorbener, welche auf der Schattenwelt zurückgeblieben sind, um sich an denen, welche noch am Leben sind, zu rächen.

Die Elfen sehen in den Zeitgeistern eine Strafe der Götter, welche sie damit zu ständiger Gelassenheit und Ruhe ermahnen und erinnern wollen.

Den Zwergen dagegen ist es als ein Fluch Tairachs bekannt, welcher über sie verhängt wurde, weil er den Zwergen nicht das hart erarbeitete Erz gönnte, und sie am arbeiten hindern wollte.

Dies sind die Zusammenfassung von dem was ich in Erfahrung brachte.

Beobachtungen

Meine Beobachtungen in Britain und in der Feste der Ordensritter ergaben, dass sich das Phänomen der Zeitgeister immer dann einstellte, wenn viele Personen anwesend waren. Selten erschien das Phänomen wenn wenige vor Ort waren. Meist auch nur dann, wenn andersweitig ein großes Ereignis stattfand. So zum Beispiel der Angriff auf Britain durch die Noktau.

In den Höhlensystemen machte ich die Beobachtung, dass trotz weniger Leute dieses Phänomen auftrat.

Meinen Beobachtungen und Befragungen zufolge, scheinen immer die gleichen Symptome zu Tage zu treten wenn von Zeitgeistern die Rede ist. Die Bewegungen werden zäher, man stolpert Bruchteile einer Sekunde in die Zeit zurück.

Forschung

Die Theorie verfolgend, dass es sich bei dem sogenannten Zeitgeist um eine Existenz (Existenz als Begriff für alles Fühlbare verwendend) handelt, versuchte ich diverse Austreibungen in den Höhlen zu Despise und Shame.

Als ich auf diese keine Resonanz erhielt und selbst auch keine Existenz mit meinen geschulten Sinnen wahrnahm, ließ ich mir einen Geisterbeschwörer der Barbaren bringen, welcher noch in den Zellen meines Turms lag und seiner Verhandlung wartete. Mit der Vereinbarung ihm trotz der Heftigkeit seines Vergehens mit der Freiheit zu entlohnen, rief er nach den Geistern aus und richtete seinen Blick in die Anderswelt. Auch er vermochte nichts zu sehen oder gar zu fühlen. Mit geschultem Blick glaubte ich ihm und entließ ihn in die Freiheit.

Auf mein Bitten hin erstreckte ihre ehrwürdige Eminenz Agonas Da`nar ebenfalls seine Gefühlswelt auf eine andere Ebene. Auch er vermochte nichts wahrzunehmen.

Versuchen der Köderung, brachten ebenfalls kein befriedigendes Ergebnis. Einzig und allein auf die Ansammlung vieler Leute und Gegenstände hin, trat diese Erscheinung in Kraft.

Ergo: Es handelt sich bei der im Volksmund als "Zeitgeist" bekannten Erscheinung um keine Existenz. Somit bliebe nur die Möglichkeit, dass es sich um ein Naturgesetz oder um eine Laune der Götter handeln könne.

Letzteres liegt nahe, da auch die Geschichten dieser Welt sich zum Teil mit den Göttern befassen. Jedoch fand ich keinerlei schriftliche Aufzeichnungen über eine solche Laune der Götter und denke diese Geschichten entstanden im Laufe der Zeit, damit sich das Volk etwas nicht per sofort erklärbaren, verständlicher machen konnte.

Ergo: ich halte diese Möglichkeit für höchst unwahrscheinlich, ist ein Eingriff in die Zeit wie er vorliegt, doch selbst für die Götter ein Akt höchster Konzentration, da es als höchst zweifelhaft gilt, ob sie in der Lage wären mit Hilfe des Wortes der Macht "Tym" dies zu bewerkstelligen. Dies wäre nur um einer schlechten Laune nachzugeben ein zu hoher Aufwand.

Naturgesetz

So bleibt noch die Möglichkeit, dass es sich um ein Naturgesetz handelt. Was ist aber ein Naturgesetz?

Ein Gesetz ist per Definition eine Ordnung welche dafür sorgt, dass etwas für den Fortbestand eines Seins von Notwendigkeit ist.

In unserem Fall als Naturgesetz für den Fortbestand der Schattenwelt.

Bei jeder meiner Beobachtungen waren drei Dinge gegeben. Leute, Dinge und Zeit. Das Phänomen beeinflusst letzteres, wenn ersteres eine Aktion ausführt.

Wie in meinen Beobachtungen genannt, trat es immer dann auf, wenn eine hohe Konzentration von ersterem und zweitem in einem größeren, gewissen Wirkungskreis vorhanden waren. Da diese Erscheinung auch dann zu Tage trat, als ich alleine in der Feste des Ordens saß, während in der Hauptstadt Britain die Diener Malions einfielen, lässt mich darauf schließen, dass sich der Wirkungskreis an der Menge von Leuten und Gegenständen orientiert. Ähnlich einem Stein den man ins Wasser schmeißt. Je größer und schwerer er ist, desto weiter breitet sich gleichmäßig eine Welle aus. Gehen wir von Lord Rogwyns Theorie des Zeitflusses aus.

Theorien

Erklärung der Zeit im arkanen Gewebe (aus: Die Theorie des transplanaren Reisens von Lord Rogwyn)

Die Erklärung für einen Zeitfluss im Astralraum, leite ich aus dem Streben des Arkanen Gewebes nach einem energetischen Gleichgewicht ab. Dieser Energiezu- oder -abfluss, der das Ungleichgewicht an magischem Potential, in einem "Berg" oder "Tal", ausgleicht, ist eine Bewegung. Eine Bewegung definiere ich als Änderung des Ortes innerhalb eines bestimmten Zeitintervalles. Aus dieser Definition der Bewegung folgt, dass es die Zeit im Arkanem Gewebe geben muss.

Erweitern wir dies um die Theorie des Caleb Calban, seines Zeichens Acromagus in seiner Arbeit über das Wesen des gemeinen Dämons.

Die "Größe" oder besser Konzentration (im Sinne von Zusammenballung von arcaner Energie) der Knoten und ihren unzähligen Verbindungen mit dem Gewebe einer einzelnen Materie wollen wir an dieser Stelle einen neuen Begriff zuordnen und nennen es, "arcanes Spektrum" oder kurz "Spektrum" einer Existenz.

Somit bewegen sich die Spectren der Leute und der Objekte in einem steten Fluss des Gewebes, welcher darauf aus ist, das Ungleichgewicht an magischem Potential auszugleichen.

Dieser ist per Definition Naturgesetz (s.o.), da er für den Fortbestand dieses als Schattenwelt bekannte Planums dient.

Sollte nun eine Störung eben jenes Zeitflusses vorliegen, wird aufgrund der Gesetzmäßigkeit eben jenes, der Umstand der Störung beseitigt.

Ich will sogar einen Schritt weitergehen und die Spectren weiter unterteilen. Da meinen Beobachtungen zufolge immer ein Mindestmaß an Objekten vorhanden war und eine beliebige Menge an Personen anwesend waren, wollen wir die Spectren weiter unterscheiden.

Fügen wir den Personen, Tieren und allem Denkenden eine weiter Eigenschaft hinzu. Der Sensus, dies mag für die Gefühlswelt allen denkenden stehen.

Allen gefühlstoten Spectren geben wir das Neutrum hinzu. Dies mag darstellen, dass es sich um keinerlei Gefühlsregung handelt.

Warum gerade Gefühle mit einbinden?

Ich sah vor kurzem einen Magus niederen Ranges wie er mit seiner Liebsten einem Troll entgegen trat. Der Kampf verlief soweit ganz gut, bis dem Mädchen in einem Moment der Unachtsamkeit der halbe Schädel hinweggeschleudert wurde. Wut, ein Gefühl, ergriff von dem jungen Magus besitz und mit seiner letzen Kraft formte er einen Feuerball um dem Troll den Garaus zu machen. Ich beobachtete die beiden eine Weile und vermag deshalb wohl zu sagen, das er mitnichten die Kraft gehabt hätte einen solchen Spruch in dieser Stärke aufzusagen. So wird ihm sein Gefühl wohl die nötige Kraft gegeben haben. Dies ist beileibe kein Einzelfall und mag schon des öfteren in anderen Situationen mit ähnlichen Resultat geendet sein.

Daraus schließe ich das die Gefühlswelt gar wohl die Spectren verändert. Sehen wir die Spectren bildlich vor uns, so dürften jene vom Sensus gezeichneten, bei bestimmten Gefühlsregungen anschwillen. Dies würde dann den Zeitfluss innerhalb des Gewebes hindern.

Zur Verdeutlichung nehme man einen Bohneneintopf. Bei einem anständig zubereiteten Bohneneintopf vermag man noch leicht umzurühren. Gibt man aber zu viele Bohnen oder zu große hinein, so kann man schlimmsten Falles gar den Löffel senkrecht hineinstellen.

Wäre der Zeitfluss auf dieser Art gehindert würde sich dies selbstverständlich auf die Personen und Gegenstände auswirken, welche alle durch ihre Spectren im arkanen Gewebe verbunden sind. Somit würden auch ihre Bewegungen langsamer, Zauber brauchen länger, bandagieren dauert länger, eben wie durch einen schlecht zubereiteten Bohneneintopf. In besonderen Fällen mag es, wenn eine gar zu schwere Störung vorliegt, dazu kommen, dass sich ein Händler eben wieder dort findet wo er vor ein paar Sekunden noch war, ein Streiter sein eben gezogenes Schwert wieder in der Scheide vorfindet und ähnliches, nur um den Weg im Zeitfluss noch mal zurückzulegen.

Erkenntnis: Bei dem im Volksmund als "Zeitgeist" bekanntem Phänomen handelt es sich um nichts anderes als um eine Folge einer Behinderung des Zeitflusses im arkanen Gewebe, verursacht durch die Ansammlung verschiedener Spectren in einem von der "Schwere" der Spectren ableitbaren Umkreis.

Es besteht kein Grund zur Besorgnis, solange man sich nicht im Kampfe befindet ist dieses Phänomen lästig aber nicht gefährlich.

gez. Rakhyr del Sol hl. Inquisiton

Korrespondenz

Zum Gruße Rakhyr del Sol,

vielen Dank für euren Beitrag über "Das als Zeitgeist bekannte Phänomen". Ich habe jedoch noch einige Anmerkungen bzw. Fragen bezüglich eurer Arbeit.

Zum Begriff des Naturgesetzes:

Zitat: So bleibt noch die Möglichkeit, dass es sich um ein Naturgesetz handelt. Was ist ein Naturgesetz? Ein Gesetz ist per Definition eine Ordnung welche dafür sorgt, dass etwas für den Fortbestand eines Seins von Notwendigkeit ist. In unserem Fall als Naturgesetz für den Fortbestand der Schattenwelt.

Anmerkung: Ich erhebe hier keinerlei Widerspruch, jedoch, der springende Punkt ist, dass ein Naturgesetz ein "Erfahrungs"gesetz der Naturwissenschaft ist. Gesetzmäßigkeiten also, die als besonders gesichert angesehen werden, obwohl sie nicht unbedingt bewiesen werden können.

Hinderung des Zeitflusses:

Zitat: Sehen wir die Spectren bildlich vor uns, so dürften jene vom Sensus gezeichneten, bei bestimmten Gefühlsregungen anschwillen. Dies würde dann den Zeitfluss innerhalb des Gewebes hindern. Zur Verdeutlichung nehme man einen Bohneneintopf. Bei einem anständig zubereiteten Bohneneintopf vermag man noch leicht umzurühren. Gibt man aber zu viele Bohnen oder zu große hinein, so kann man schlimmsten Falles gar den Löffel senkrecht hineinstellen.

Frage: Mir ist nicht ganz klar wie ihr zu dieser (essentiellen) Schlussfolgerung kommt. Ein "anschwillen" des Spectrums führt zu Behinderungen des Zeitflusses. Warum?

Meiner Meinung nach fehlt da noch eine Übertragung der "Bohneneintopf"-Metapher auf die Gegebenheiten des arkanen Gewebes.

Ich vermute ihr unterstellt eine gewisse "Zähflüssigkeit" der Energieverschiebungen, bei großer Ballung von Spectren an einem Ort. Und weiterhin, dass diese Energieverschiebungshemmungen Störungen im Zeitfluss auslösen, die sich dann ebenso in unserer Welt manifestieren, wie sie im arkanen Gewebe auftreten. Aber ich will euch nicht zu weit vorausgreifen und hoffe ihr könnt es vielleich mit euren eigenen Worten darstellen.

Wenn euch dies gelingt, woran ich nicht zweifle, so steht einer Veröffentlichung in meiner Bibliothek nichts mehr im Wege.

(Anmerkung: leider erhielt ich keine Antwort mehr, jedoch entschied ich mich dennoch für eine Veröffentlichung, da ich die Arbeit ansonsten als recht ansprechend befand).

Arkane Grüße,
Zodiac the Sorceress
Arcomaga des Zirkels der Macht