Kremius Rodanor/Über das dem Magier gegebene Recht über Niedere zu herrschen
Über das dem Magier gegebene Recht über Niedere zu herrschen
Einleitung
Es ist ein Naturgesetz Gegensatz zu dem Niederen ist er imstande, völlig autonom seine Umwelt beliebig zu verändern und nach seinem Willen zu gestalten. Daraus folgt, dass es dem Niederen in keinem Falle möglich sein kann über den Magier zu herrschen, ihm Befehle zu erteilen, da der Niedere der Exekutivkraft entbehrt, die dem Magier inne ist. Mit anderen Worten ist der Magier eine Autorität, die der Niedere nicht ist. Welchen Wert besitzt die Herrschaft eines Niederen, der aufgrund seines Standes weder die geistigen noch die praktischen Voraussetzungen zum herrschen besitzt und wie könnte er einem Magier seinen Willen aufzwingen? Es ist völlig unmöglich, dass ein Fall eintritt in dem ein Niederer über einen Magier zu herrschen oder zu richten imstande ist und ein Magier, der dies aus freien Stücken geschehen lässt, verrät somit die Gesamtheit seines Standes, sieht man einmal davon ab, dass er sich selbst entwürdigt. Es ist weiterhin für einen Magier nicht ratsam, einen Niederen herrschen zu lassen, da der Niedere durch natürliche Gesetze zum Dienen und nicht zum Herrschen bestimmt ist und ein Diener kann nicht das Urteilsvermögen eines zum Herrschen erkorenen besitzen. Kurzum kann ein Niederer mangels geistiger Qualifikation in keinem Falle. Dies soll nicht bedeuten, dass es unter den Niederen untereinander keinerlei Hierarchien und Rangordnungen geben darf. Diese sind zweifelsfrei vorhanden, jedoch steht an der Spitze aller gegebenen Hierarchien unweigerlich der Magier. Da die Fähigkeit zu kontrollieren und zu bezwingen elementar sind für die Fähigkeit zu herrschen ist der Magier ist der einzige unter den Ständen, der den Anspruch auf eine Herrschaft zu verteidigen imstande ist und der die Veranlagungen hierzu besitzt. Ein Niederer wäre niemals imstande einen Herrschaftsanspruch zu verteidigen und aus diesem Grunde ist es eine Schande für jeden Magier sich unter, dass der Magier, als Angehöriger des mächtigsten Standes gleichzeitig der Herrschende über Niedere ist. Im das Joch eines Niederen zu begeben und sich von diesem Versklaven zu lassen, denn einem schwachen Niederen den Vorrang zu geben ist Verrat am eigenen Stande.
Nicht standesgemäß handelnde Magier
Wie weithin bekannt, existieren Magier, sie diesen gegebenen Gesetzen nicht Folge zu leisten bereit sind und obgleich dies völlig widersinnig erscheint, nicht gemäß jener Machtlogik handeln. Es ist dies eine Frage der Persönlichkeit. So wie es unter den Niederen schwächere und stärkere gibt, so existieren auch unter den Magiern primitive Existenzen, die die Logik, die hinter der Berechtigung des Magiers zu herrschen steht, nicht zu durchschauen imstande sind. Sei dies, weil sie zu beschränkt oder primitiv sind dies selbst zu erkennen, oder sei es, weil ihnen dies niemand vor Augen geführt hat. Dieser Beweis von Schwäche, nämlich sich einem Niederen zu unterwerfen ist in keinem Falle standesgemäß und vom eigenen Stande streng zu bestrafen. Magier, die sich freiwillig niederen unterwerfen, sind für die Weltordnung gefährlicher als es ein Niederer jemals sein könnte. Es darf nicht sein, dass die primitiven unter den Magiern die Privilegien ihres eigenen Standes herabsetzen und somit als Parasiten der Magierschaft dieser schaden. Wer Niederen zu viel Achtung schenkt und sich aufgrund seines beschränkten Weltbildes nicht gegen Einflüsterungen von Niederen zu wehren imstande ist, der wird gegebenen Falles selbst das Weltbild als gegeben betrachten, das ihm fälschlicherweise von den Primitiven suggeriert werden könnte, nämlich er sei gleichen Wertes wie diese und habe somit keinerlei Anspruch über sie zu bestimmen, denn wie eine gierige Krähe wittert der Primitive sofort die Gelegenheit ein wenig von der Macht eines Magiers zu erheischen, sobald er einem jenen Magier begegnet, der die gegebene Welthierarchie nicht verinnerlicht hat. Das ist der natürliche Part des Schwachen und Primitiven. Der Magier, der seine eigene Überlegenheit nicht erkennt, erbringt hiermit einen Beweis seines eigenen Mangels an Weitsichtigkeit. Er zeigt damit, dass er nicht würdig ist, seinen Stand zu vertreten und stellt sich damit selbst mit dem primitiven Pöbel auf eine Stufe. Es liegt also am Magier, ob er der herrschende oder der verblendete ist, denn nur er vermag seinen eigenen Status, seinen eigenen Rang, zu definieren und zu bestimmten, denn er besitzt die Macht dazu. Ist der Magier sich also nicht im Klaren darüber, dass er dem herrschenden Stande angehört, so ist dies seiner eigenen Unfähigkeit zuzuschreiben. Unter diesen Umständen darf er nicht den Titel Magier tragen, denn er ist nicht mehr wert denn ein Niederer und der Magier ist nicht geboren seine wertvolle Kraft zu verschwenden um den Willen eines Niederen auszuführen. Der Magier, der meint sich über gegebene Gesetze hinwegsetzen zu müssen und seinen Stand verraten zu müssen, dem darf nicht die notwendige Kraft gegeben werden dies umzusetzen und es ist die Aufgabe des gesamten Magierstandes, derartige Schädlinge auszumerzen und sie und ihr verseuchtes Gedankengut für immer von dieser Welt zu verbannen. Ein Magier, der einem Primitiven dient, ist selbst ein Primitiver. Ein Herrscher, der die Gelegenheit zum Herrschen nicht ergreift darf nicht Herrscher genannt werden, denn was bedeutete der Begriff des Herrschers, wenn der Herrscher nicht herrschte?
Pflichten des Magiers
Zu der vornehmsten Pflicht des Magiers gehört es, die Privilegien seines Standes hoch zu halten und durch die aktive Ausübung seiner Rechte dem Stande der Magier seinen ihm gebührenden Respekt einzubringen. Er muss mit harter Hand darüber wachen, dass ihm als Vertreter seines Standes der ihm gebürende Respekt gezollt wird, denn die Primitiven neigen dazu, allzuleicht zu vergessen, welcher Respekt einem Magier entgegengebracht werden muss. Ein Magier hat das Recht über alles zu urteilen, über das es ihn zu urteilen beliebt. Es steht ihm frei, mit Lächerlichkeiten wie beispielsweise Strauchdieben seine wertvolle Zeit zu verschwenden, doch er sollte erkennen wo es schlicht notwendig ist, mit harter Hand einzugreifen und dies tun. Selbstverständlich ist der Magier nicht der Dorfrichter, der nach dem örtlichen Recht sein Urteil fällt, und insofern ist es nicht nötig jederzeit einzugreifen, aber er muss klarstellen, dass er nach dem natürlichen Recht zu richten imstande ist und dies in der letzten Instanz. Er hat hart und gerecht zu sein! Es sollte Klarheit darüber herrschen, dass der Magier keiner gegebenen Gerichtsbarkeit unterliegt, eben weil er über seine Umwelt, sowohl bei Subjekten als auch Objekten, beliebig und nach seinem Wille richten kann. Dies sind die natürlichen Pflichten eines Magiers, ganz abgesehen von den sonstigen individuellen gesellschaftlichen Pflichten die der Magier eventuell ausüben muss.
Göttersklaven
Oftmals maßen sich Subjekte, die sich in die Sklaverei von Göttern begeben haben einen ähnlichen Status wie der Magier an, was dessen Macht betrifft oder es wird von Primitiven angenommen, dass diese Subjekte ähnlich mächtig seien, wie ein Magier es ist. Diesem kann nur widersprochen werden. Derartiges Tun von Primitiven, die den Rest ihrer eigenen geringen Intelligenz dafür aufopfern in die Verblendung durch einen Gott zu geraten nur um ein wenig an dessen vorgegebener Macht teilhaben zu dürfen, ist strikt von dem Tun des Magiers zu unterscheiden und dieser Unterschied muss von dem Magier mit harter Hand klargestellt werden. Paladine, wie sie vom primitiven Pöbel genannt werden sind in der Macht, die sie gebrauchen, vergleichbar mit Bäckern, die fremdes Brot verkaufen, weil sie selbst zum Backen unfähig sind. Selbstverständlich verkaufen sie auch nichts weiter als Bäcker, die das Brot selbst backen, doch ein Mensch, der dies hinterfragt würde dennoch den unfähigen Bäcker nur verachten können. Ebenso steht es mit der Armseligkeit der Göttersklaven. Jemand, der rein auf fremde Macht vertraut und sich auf die Macht andrer stützt, kann eventuell für weniger Wert erachtet werden als ein Niederer, welcher wenigstens das geringe ihm eigene Denkvermögen besitzt und ausreichend autonom ist, sich auf seine eigene kümmerliche Macht zu verlassen. Der Paladin ist vielleicht noch armseliger als der reguläre Primitive, denn er leugnet seine eigene Kümmerlichkeit und versucht diese zu vertuschen um nicht zur Allgemeinheit der Primitiven hinzugezählt zu werden, obwohl die ihm eigene Kraft auch nicht größer ist als die eines Strauchdiebes, der allerdings nicht wie ein Schosshund die „Götter“ um milde Gaben bittet. Die Paladine sind die Bettler unter den Kriegern! Der Kleriker und Priester dagegen verbreitet seine verkümmerte und verblendete Weltanschauung und den Willen ihrer Götter und fördern damit die Verdummung der Primitiven. Und obwohl sie den letzten Rest ihres freien Denkens dem Willen ihrer Götter unterworfen haben, ist der Lohn dieser lediglich ein paar Wunder, wie sie es lächerlicher Weise nennen, welche nicht mächtiger sind als das, was ein Schüler der Magie zu bewirken imstande ist. Die Taten, die ein sogenannter Gott seinem Sklaven schenkt, die ist ein Magier selbst und aus seiner eigenen Kraft heraus zu wirken imstande. Für diese winzigen Gaben, die sie trotz allem von der breiten Masse der Primitiven abheben, sind sie bereit, den Krankheitserreger für die Niederen und deren lächerliche Götterkulte darzustellen und es ist wahrscheinlich, dass sie sich vor ihrer Verblendung und Versklavung dessen nicht bewusst waren, was immer und immer wieder den Mangelnden Überblick und den Mangel an Weitsichtigkeit der Primitiven aufzeigt und die Legitimität der Magier als herrschende Klasse rechtfertigt, die allein mächtig genug sind, das zu bewirken, was der Pöbel als Wunder bezeichnen würde. Hierbei ist es noch nicht einmal bewiesen, ob die Auswirkungen ihres Betens wirklich den Göttern anzurechnen ist, oder ob dies nur in der Primitivität der Göttersklaven von diesen angenommen wird. Was für den Paladin oder den Kleriker ein Gott ist, ist für den Magier des Magiers eigene Macht. Der Magier ist also ein Gott – sein eigener Gott!
Autoritäten
Selbstverständlich ist der Magier nicht geboren sich ununterbrochen gegen alles aufzulehnen und nichts über sich stehendes zu akzeptieren und es stellt sich die Frage für den Magier, unter welcher Autorität er zu leben gewillt ist, denn es dürfte sich ein jeder darüber klar sein, dass nicht jeder Magier ein Herrscher und Gesetzgeber über ein bestimmtes Gebiet sein kann. Hierbei kann lediglich der Schluss zugelassen werden, dass der Schattenbund als einzige Autorität die geeignete Autorität sein kann, der sich ein frei denkender Magier unter zu ordnen imstande ist. Hiermit ist nicht gemeint, Befehle des Schattenbundes bedingungslos auszuführen oder sich willenlos zu unterwerfen, weil der Schattenbund praktisch im Sinne des Magiers handelt und somit keinen Widerspruch zu dem ethischen und rechten Weltbild des Magiers bildet. Somit ergibt sich kein Widerspruch zu dem Herrschaftsanspruch des Magiers. Der Schattenbund ist nämlich die einzig existierende Autorität, die in derartigem Umfange die Interessen des Magierstandes vertritt. Mit der Magierschaft Daltarias ist dem Schattenbund eine Regierungssäule inne, sie maßgeblich dazu beiträgt die logische Weltordnung aufrecht zu erhalten und somit den Stand der Magier aufzuwerten und es ist wohl kaum zu erwarten, dass die Magierschaft Daltarias Schritte unternehmen wird, die direkt gegen die Magier gerichtet sind. Um ihren eigenen Platz zu sichern, muss die Magierschaft Daltarias Machtbeweise hervorbringen, die stellvertretend für alle Magier gelten können, denn die Macht, die die Magierschaft Daltarias ausübt, ist eine Demonstration der Macht der Magier im Allgemeinen. Jedwede Autorität, die die Magierschaft Daltarias unter den Primitiven geltend macht, ist dem gesamten Magierstande in Teilen zuträglich und jeder Respekt, den sich die Magierschaft Daltarias unter den Niederen zu nutzen macht, gilt auch allen Magiern in ihrer Gesamtheit. Der Erfolg des Schattenbundes kann dementsprechend unter anderem auch daher abgeleitet werden, dass hier diejenigen , die zum Herrschen geboren sind, zu einem großen Teil herrschen und diejenigen, die zum Dienen geboren sind, dienen. Denn der Schattenbund und insbesondere der Schattenrat, der über das Reich wacht, sind keine Institutionen, die einen Primitiven an ihrer Spitze haben, sondern es sind in weiten Teilen Magier vertreten. Magier, die die gegebene Weltordnung verinnerlicht haben. Andere Autoritäten, allesamt primitive Autoritäten, sind unter keinen Umständen zu dulden und von jedem frei denkenden Magier scharf zu verurteilen und zu bekämpfen.
Nachwort
Es ist erschütternd, wie hoch die Zahl der Magier ist, die dem Tyrannen hinterher geifern und als dessen Schergen ihren Stand und die natürliche Weltordnung verraten oder derjenigen Magier, die zu kraftlos und armselig sind, dem Stand der Magier die verdiente Autorität einzubringen und somit eine Schande für ihren Stand darstellen und es nicht wert sind als Magier betitelt zu werden. Dies mag auch daran liegen, dass viele der Magierschulen keinerlei Wert auf weltanschauliche Ethik legen und somit einen Grundstein für die Primitivität ihrer Schüler setzen. Es bleibt somit nur zu wünschen, dass zünftig alle Schulen Wert auf die Vermittlung der Weltordnung legen und vor allem nicht zulassen, dass primitive unter den Magiern nicht die Kraft verliehen bekommen, die sie anschließend an Niedere in deren Diensten sie stehen verschwenden. Es wäre unter diesen Bedingungen sicherlich auch einfacher, die Schädlinge unter den Magiern zu vernichten. Für die Aufrechterhaltung der gegebenen Weltordnung und für die Magier!