Gredin Malu/Die Zunft der Zauberer

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Fakten

  • Autor: Gredin Malu
  • Verfasst um: 697 nG
  • Auflage: acht erhaltene Exemplare der Erstauflage, einige Dutzend Abschriften
  • Verbreitung: Ein Exemplar findet sich in der Bibliothek des Sternenstaub-Kollegs.

Inhalt

In diesem Buch wird ausschweifend, aber mit immer vorhandenem mal zynischem, mal bitteren Unterton die Zunft der Zauberer in ihrer Geschichte, dem Auftreten und der möglichen Entwicklung beschrieben. Für einen Jungzauberer sicherlich etwas gewöhnungsbedürftig, aber amüsant genug um auch über die trockenen Stellen zu fesseln.

Ohne jeden Zweifel stellt die Zunft der Zauberer einen Bruch in der geordneten Gesellschaft dar, die aus Dünkel getrennten Stände verlieren in der großen Gemeinsamkeit der magischen Fähigkeiten ihre Bedeutung, denn nur die Magie, die einen Zauberer erst zu dem macht, was er ist, kann hier als Anzeiger dienen.

Schon aus diesem Grunde, wegen des Rüttelns an der verbrieften Ordnung, wird unsere Zunft nur zu oft mit schelen Blicken bedacht, aber es gibt weitere, nicht weniger gewichtige Gründe:

Zauberer finden sich von normalen Menschen aufgrund ihrer Macht distanziert, ihr Erkenntnishorizont basiert auf Grundlagen, die für gewöhnliche Sterbliche nicht nachvollziehbar und daher nicht vorhersehbar sind. Ein Zauberer ist gefährlich, er ist an keine moralische Instanz ausser sich selbst gebunden - ein Fremder, dem man nicht trauen kann, weil die stumpfen Regeln der Gemeinschaft für ihn nicht gelten können.

Aus diesem Grunde machte die Zunft sich schliesslich daran die sogenannte Magierethik zu entwickeln, welche allein darauf zielt einen Zauberer in das Schema der Mundänen zu pressen, statt einer Entwicklung vorwärts folgte der Schritt zurück: Die Integration in eine ängstliche, abergläubische Gesellschaft.

Magier müssen demnach immer eindeutig als Magier erkennbar sein, was zu speziellen Traditionen der Gewandung führt wie Hut, Robe und Stab. Magier unterwerfen sich gewissen Prinzipien öffentlich um damit die Furcht der Bevölkerung zu beschwichtigen, sie folgen selbsterklärten Richtlinien um ein Gefühl von Sicherheit zu vermitteln, welches im Gegenschluss auch den Magier vor einer aufgebrachten Menge beschützen könnte. Diese magische Ethik führte nun dazu, da der Stand des Magiers zu gewissen Teilen an Macht und Ansehen gewinnen konnte, dennoch ist das Mißtrauen natürlich weiterhin vorhanden und führt bisweilen zu Ausbrüchen, wenn ein Magier scheinbar wider die festgeschriebenen ethischen Grundsätze agiert. Als Beispiel seien hier verschiedene Machtergreifungen von Magiern genannt, die fast immer und egal wie die Umstände vordem gewesen sein mögen, zu Unmut der Bevölkerung führten - einem Magier kann man eben alles zutrauen. Somit bleibt die Rolle des Zauberers zumeist auf den Berater im Hintergrund beschränkt, der seine Ziele und Wünsche durch indirekte Weisungen, durch Ratschläge zu verbreiten sucht. Selbst die Prägung der Begriffe "Schwarze Magie" und "Weisse Magie" entstammt nicht etwa dem Volksmund, sondern dem Versuch sich durch Kategorisierung unverdächtig zu machen. Gemäß den Vorgaben der damals entwickelten magischen Ethik bleibt ein echter Magier in der Mitte, er tendiert in keine der Richtungen und wirft damit auch kein schlechtes Licht. Er soll über den Dingen stehen und eventuell als Zünglein an der Waagschale der Kräfte fungieren ohne sich in das Spiel der Mächte verwickeln zu lassen.

  • "Die Zunft der Zauberer", Gredin Malu