Drow/Gesellschaft
| Drow
Drow - Stadt Elashinn - Gesellschaft - Lebensraum - Reitechsen - Die D'nilok - Die Schattenherren |
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Aufbau
Die Gesellschaft der Drow ist matriarchisch organisiert. An der Spitze stehen Priesterinnen, die die Geschicke der Rasse lenken und den Willen der Göttin verbreiten. Zwar kennen Drow auch andere Gottheiten – auch eigene drowische – doch Lloth, die dunkle Mutter der Drow, duldet neben sich keine anderen Götter, und die Priesterinnen der Lloth keine Anhänger anderer Gottheiten. Sollte der Priesterschaft bekannt werden, dass ein Drow einen anderen Gott als Lloth verehrt, wird dieser erbarmungslos gejagt. Dies ist der Grund, weshalb es keine Anhängerschaft anderer Gottheiten unter den Drow gibt.
Jedoch gibt es einige männliche Drow, welche stets bemüht sind, das Matriarchat Lloths in Elashinn zu untergraben und sich selbst über die Frauen zu stellen.
Die Männer haben ihnen gegenüber wenige bis keine Rechte. Auch wenn es unter ihnen große Schwertmeister oder Zauberer gibt, so wird es niemals einen Priester geben. Auch die Sklavenhaltung von Wesen der Oberwelt ist besonders nützlich. Der Tod dieser Wesen, ob Mensch oder Zwerg, ist ihnen so unbedeutend wie der Tod einer Fliege im Netz ihrer Hausspinne.
Die Zahl der Abtrünnigen, die sich den Dunkelelfen entsagt haben, ist sicherlich an den Händen abzählbar, da jeder verfolgt wird, bis er tot ist. Jedoch nimmt man, wenn möglich, die Verräter gefangen, um sie in die gefürchteten Kerker zu sperren. Dort kümmern sich regelmäßig Priesterinnen um die Folterungen. Anschließend heilt man die Opfer, nur um sie für das nächste Vergnügen am Leben zu erhalten. Diese Abschreckung wirkt besonders gelungen.
Die Drow genießen von klein auf eine strenge Erziehung. Je nach ihren Talenten und dem Ansehen ihrer Eltern entwickelt sich der Lebensweg. Dunkelelfen werden meist zu Kriegern, denn die Kampflust des Volkes ist ungemein. Diese Krieger sind äußerst gewandte Schwertkämpfer. Die Schwerter sind an der Spitze gekrümmt, da es in den hart erlernten Nahkampftechniken Vorteile verschafft.
Auch soll man die Klugheit der Drow nicht unterschätzen, die besonders bei bösartigen Gedanken einen unfassbaren Umfang erreichen kann. Befiehlt eine Mutter Oberin einem Angehörigen ihres Hauses zu kämpfen, dann tut dieser/diese dies ohne einen weiteren Gedanken der Gegenrede zu stellen. Alles andere würde den sofortigen Tod bedeuten.
Jeder Drow ist wie jeder Elf magisch begabt – der eine mehr, der andere weniger. Die grausame Macht, die sie benutzen, ist gewaltig. Die schrecklichen Zauber und ihre düstere Lebensart haben auch ihre Nachteile. Ein Dunkelelf strebt nicht etwa nach Reichtum, er ist krankhaft von der Lebenseinstellung besessen, immer und überall seinen eigenen persönlichen Nutzen zu ziehen. Die Drow würden niemals ihre Freunde retten, wenn der sichere Tod gewiss wäre.
Sie glauben fanatisch an ihre Spinnengöttin, aber nur, um sich die Gunst der Göttin zu sichern. Die ständig rivalisierenden Häuser bestätigen die innere Unruhe untereinander. Das Reich der Drow ist nur eine scheinbare Gemeinschaft von Einzelgängern. So opfern Priesterinnen ihre eigenen Kinder, um stärker zu werden.
Eine vierhundertjährige Kriegerin, die ihren Schwertkampf perfektioniert hat, ihn durch Magie übermenschlich macht, wird nie ruhen, denn das Wissen, die Talente und die Macht – alles lässt sich unaufhaltsam steigern. Ein Lebensziel, das nicht erreicht werden kann und doch eins ist.
Alltag
Werdegang
Kindheit und Jugend
Bis zum 20. Lebensjahr lernen junge Drow alles, was sie über die Gesellschaft der Drow wissen müssen, über die Ränge der Drow und über die Geschichte der Drow. Dieser Punkt wird genutzt, den jungen Drow einen tiefen Hass gegenüber den anderen Völkern einzureden, unter anderem, indem sie selbst als die Opfer dieser Völker dargestellt werden.
In der streng hierarchischen Gesellschaftsstruktur der Drow genießen junge Drow keine Freiheiten wie die Jugendlichen anderer Völker. Sie haben mehr oder weniger unsichtbar zu sein und den Älteren dienlich zu sein. Sei es beim Aufräumen und Reinigen des Hauses oder – je nach Begabung – indem sie den Priesterinnen, Magiern und Kriegern zur Hand gehen müssen.
Dies ist mit einer Art Praktikum zu vergleichen, in der sie ihre Fähigkeiten und Neigungen entdecken und schon zu dieser Zeit um die Gunst ihrer Herren buhlen, wollen sie eine Empfehlung für eine der Schulen haben.
Die Schulen der Drow
Drow unterhalten drei große Schulen, an denen Krieger, Magier und Priesterinnen ausgebildet werden. Diese entsprechen im Großen und Ganzen dem, was eine Universität bei den Menschen ist. Ein Drow wird frühestens mit 20, spätestens aber mit 25 Jahren in eine dieser Schulen eintreten und ausgebildet werden.
Niedere Drow und die, die keinem Haus angehören, dürfen sich allerdings nicht darauf verlassen, dort ausgebildet zu werden. Solche Drow werden meist Söldner oder Händler und dienen keinem Haus. Die meisten Häuser jedoch legen Wert auf eine gute Ausbildung.
Melee Magthere
Die Melee Magthere ist die Kriegerschule der Drow. Die Auszubildenden werden für 10 Jahre an dieser Schule ausgebildet, lernen Taktiken und wie sie ihre Waffen richtig zu nutzen haben. Ein jährlicher Höhepunkt ist der große Kampf: ein Massenkampf, bei dem die Auszubildenden eines Jahrgangs in einer Arena gegeneinander antreten. Hier den ersten Platz zu erlangen ist eine große Ehre für den Auszubildenden und für sein Haus.
Derzeitige Hauptausbilderin der Melee Magthere: Alauniira Ky'Alur, Jabbress d'lil Tizzinen 'lu Melee Magthere.
Sorcere
Die Sorcere ist die Magierschule der Drow. Die Auszubildenden werden für 30 Jahre an der Sorcere ausgebildet und erlernen alle Spielarten der Magie. Derzeit werden die angehenden Magier von Zek'aufein Tor'neld, dem Ul'Faeruk Elashinns, ausgebildet. Er bedient sich dabei der Hilfe einiger Dozenten, derzeit unter anderem von Khazurak Ky'Alur, Faeruk lu' Jabbuk del Sorcere.
Arach-Tinilith
Die Arach-Tinilith ist die Priesterschule der Drow. Die Auszubildenden werden für 40 Jahre an der Arach-Tinilith ausgebildet und erlernen dabei alle Aspekte der Göttin sowie, wie ein Haus zu führen ist. An dieser Schule werden die künftigen Führer des Drowvolkes ausgebildet, weshalb die Ausfallquote der Auszubildenden entsprechend hoch ist.
Die oberste Ausbilderin der Arach-Tinilith steht zugleich auch allen anderen Bereichen wie der Sorcere oder Melee Magthere vor. Ihr vornehmlichstes Aufgabengebiet ist jedoch die Ausbildung weiterer Priesterinnen. Derzeit bekleidet Jhea'kryna Ky'Alur diesen Posten.
Die Kleidung der Drow
Die Dunkelelfen sind eine Rasse, die es liebt, in all ihren Aktionen möglichst heimlich vorzugehen. Dies spiegelt sich auch in ihren Kleidungsgewohnheiten wider. Viele Dunkelelfen lieben nützliche Kleidung, die beim Laufen, Rennen oder Kämpfen nicht behindert. Besonders eignen sich hierfür maßgeschneiderte Kleidungsstücke, doch nicht jeder Drow kann sich solche leisten.
Oft werden weite Hosen getragen, die möglichst viel Freiheit lassen, dazu Stiefel, die oft bis zu den Schenkeln gehen. Diese Stiefel sind aus sehr feinem und dünnem Leder hergestellt, um den Träger vor der Oberfläche zu schützen, aber sie trotzdem noch spüren zu können. Dies hilft den Dunkelelfen, sich mit leisem, aber trotzdem sicherem Schritt zu bewegen.
Die Oberbekleidung besteht meist aus einem eng anliegenden Hemd bei Männern und einem oft sehr freizügigen Hemd bei den Frauen. Üblich sind auch ärmellose Oberbekleidungen. Darüber tragen die Dunkelelfen, wenn sie außerhalb ihrer Behausung sind, einen Überwurf, der als Piwafwi bekannt ist. Adlige Drow tragen auf der Rückseite ihr Haussymbol, welches oftmals mit einem magischen Leuchten verstärkt wird.
Üblicherweise tragen dunkelelfische Soldaten und Adlige ein Kettenhemd aus einer magischen Legierung über dieser Kleidung. Diese Rüstungen sind im Unterreich als Drow-Kettenhemden bekannt. Sie sind den elfischen Kettenhemden nicht unähnlich, besitzen jedoch eine schwarze bis anthrazitfarbene Färbung.
Die Farbe der anderen Kleidungsstücke kann je nach Lebensweise des Dunkelelfen variieren, jedoch werden dunkle Farben bevorzugt, meist Dunkelrot, Dunkelblau, Schwarz oder ein tiefes Lila. Dies gibt jedoch nur die normale Kleidung der Dunkelelfen wieder. An besonderen Feiertagen oder Ritualen tragen die Dunkelelfen gewöhnlich reich verzierte Hemden mit kostbaren Stickereien. Die Priesterinnen der Lloth tragen zu besonderen Anlässen ihre Gewänder, die ihrem Stand angemessen sind. Die Matronen stechen hier meist durch besonders kostbare und/oder gewagte Gewänder hervor.
Kampfverhalten
Ein gewöhnlicher Kampf unter Dunkelelfen wird meist im Nahkampf ausgetragen. Die Kontrahenten duellieren sich hierbei solange, bis einer der beiden entweder aufgibt – dies wird durch ein Niederlegen der Waffen symbolisiert – oder von seinem Gegenüber getötet wird.
Im Kampf gibt es unter Dunkelelfen jedoch keine besonderen Umgangsformen. Sie besitzen keinen Kodex, nach dem sie kämpfen. Jedes Mittel ist ihnen dabei recht – nur der Sieg zählt.
Betrachtet man die erste Situation, in der sich ein Kampfpaar duelliert und einer der Drow aufgibt und seine Waffen auf den Boden wirft, so bedeutet das in den seltensten Fällen ein Überleben des Unterlegenen. In einem Hauskrieg jedoch kann sich ein Drow mit einer solchen Geste oft seiner Haut retten, da Kriegsgefangene gern gesehen sind und oftmals das siegreiche Haus durch Kriegsgefangene seine Truppen auffüllt.
Adelshäuser
Etwa jeder zwanzigste Dunkelelf ist von adliger Abstammung. Diese Adligen befinden sich in einem Familienverbund, der allgemein als Adelshaus bezeichnet wird. In diesem Haus leben alle Familienmitglieder der Familie zusammen. Hierbei unterscheidet man jedoch:
- Direkte Adlige – stammen von der Mutter Oberin des Hauses ab, sind also deren Kinder.
- Indirekte Verwandte – Kinder des Adelsgeschlechts, also von denen, die von der Mutter Oberin abstammen (Cousinen, Cousins und entfernte Verwandte).
Indirekte Verwandte haben selten das Recht, an wichtigen Verhandlungen des Hauses teilzunehmen, und bekleiden sehr selten wichtige Positionen innerhalb des Hauses.
Ein typisches Adelshaus ist wie folgt aufgebaut:
- Ilharess
- An oberster Stelle steht die Ilharess, eine Hohepriesterin der Lloth. Sie ist die wichtigste Person im Adelshaus und entscheidet alle wichtigen Dinge, die das Haus betreffen.
- Yathtallaren und Yathrinen
- Der Mutter Oberin folgen die anderen Yathtallaren und Yathrinen, je nach Geburtsalter. Die Priesterinnen werden auch oftmals nach ihrer Geburtsfolge benannt (Erstgeborene, Zweitgeborene etc.).
- Ilharn
- Nach den Priesterinnen der Lloth rangiert normalerweise der Ilharn des Hauses. Dieser ist oft aus dem gemeinen Volk von der Mutter Oberin erwählt worden. Die Position des Patrons kann, je nach Laune der Oberin, positiv wie auch negativ ausfallen.
- Söhne der Mutter Oberin
- Gefolgt vom Patron kommen die männlichen Kinder der Mutter Oberin. Meist bekleidet einer der Söhne den Rang des Waffenmeisters und ein anderer den des Hausmagiers. Diese Positionen können allerdings auch von Adoptivkindern eingenommen werden.
- Haustruppen
- Weiterhin unterhält jedes Adelshaus eine Haustruppe (Sargtlinen) unterschiedlicher Größe. Diese dunkelelfischen Soldaten verteidigen das Anwesen des Adelshauses gegen unliebsame Eindringlinge.
- Sklaven
- Die Truppen werden von Sklaven unterstützt, meist Goln (goblinoide Völker und Orks). In Kriegszeiten werden sie als Kanonenfutter genutzt.
Das Anwesen eines Adelshauses besteht meist aus einem Hauptgebäude für die Adligen (inklusive Hauskapelle), Nebengebäuden für die Haustruppen sowie Stallungen für Tiere und Sklaven. Das Anwesen ist oft durch eine hohe Mauer geschützt, die stellenweise durch Stalagmiten unterbrochen ist, welche zu Plattformen für Wachen ausgebaut sind.
Die Außenwand besteht aus Stein, meist ein bis zwei Meter dick, und ist von einer Adamantitschicht umgeben, die mit Schutzrunen verzaubert ist. Das Tor, das zum Anwesen führt, ist meist besonders prunkvoll und besteht oft komplett aus Adamantit.
Der Lebensraum
Die Dunkelelfen leben im Unterreich, einem lichtlosen Gebiet unter der Oberfläche. Das Unterreich, oder auch Underdark, ist ein Höhlensystem, das sich unter der gesamten Oberfläche bis tief in die Erde erstreckt.
Dort gibt es eigene Klimazonen, die – anders als an der Oberfläche – durch Vulkane und unterirdische Gletscher beeinflusst werden. Die Gebiete des Unterreichs sind so vielfältig, wie es die Oberfläche nur sein kann.
Tiefe Abgründe, ausgewaschene Flussbetten, schroffe und scharfkantige Klippen lösen sich ab mit großen Kavernen, in deren Mitte Vulkane und andere Erdlöcher giftige Dämpfe in die Atmosphäre entlassen. Vielerlei Raubtiere kämpfen in dieser Umgebung um ihr Überleben und sind nahezu perfekt an ihre Umgebung angepasst.
Die Gebiete, in denen sich die Dunkelelfen niedergelassen haben, strahlen meist eine seltsame Form der Magie aus, die für die Herstellung der dunkelelfischen Waffen genutzt wird. Diese Strahlung wird auch für die magischen Fähigkeiten der Dunkelelfen verantwortlich gemacht. Weshalb die Dunkelelfen in einem solchen „lebensfeindlichen“ Umfeld leben, ist durch ihre Geschichte zu begründen.
Kochkunst
Gute Köche sind von allen Drow sehr geschätzt. Doch aufgrund des Ursprungs der Drow sind die Mahlzeiten recht eintönig. Man muss zumeist auf das Fleisch anderer Unterreichsbewohner zurückgreifen. So halten sich die Drow einige schafähnliche Kreaturen, die sie Rothe nennen.
Oft sind nur Salz und einige Pilzsorten die einzigen Gewürze, weshalb die meisten Speisen der Drow einem Menschen oft als versalzen erscheinen. Pfeffer, Zucker und andere Gewürze sind ihnen aber zumeist fremd. Sollte sich ein Händler in die Tiefen der Welt wagen, kann er mit einem guten Gewinn – oder einem einsamen Tod – rechnen.
Oberflächenwaren
Honig ist gleichzusetzen mit Gold. Im Underdark gibt es keine Blütenpflanzen, weshalb dort auch kein Honig oder andere Süßigkeiten vorkommen. Dennoch sind ihnen Honig und Trockenobst nicht gänzlich unbekannt und werden – wenn – zu horrenden Preisen auf den Märkten verkauft, da sie erst die gefährliche Reise durch das Underdark von der Oberfläche aus auf sich nehmen mussten.
Oberflächenspeisen gelten bei Drow als Statussymbol, das den anderen Drow Reichtum und Einfluss widerspiegelt. Eifersüchtige, fanatische Priesterinnen sehen in diesen Waren allerdings eine Gefahr für den großen Plan, den ihre Göttin für sie vorgesehen hat, und stellen diese unter Strafe.
In Elashinn sind diese Waren legal, da es sich aufgrund der Nähe zur Oberfläche nicht vermeiden lässt, auf diese zu stoßen. Dennoch werden diese Waren auch in Elashinn mit Vorsicht genossen.
Barden und Musik
Nur wenige Drow würden zugeben, sie hätten ein Gefühl für Musik im klassischen Sinn. Für einen Nichtdrow klingen daher drowische Kompositionen eher wie eine willkürliche Aneinanderkettung von Tönen. Hier ist aber anzumerken, dass Drow durchaus in der Lage sind, auch für Menschen nicht hörbare Töne wahrzunehmen, so dass einem Menschen das halbe Lied gar nicht erst zu Ohren kommt.
Drowbarden betrachten darüber hinaus das Verwenden normaler menschlicher Musik als Affront. Denn ihrer Vorstellung nach sind Menschen gar nicht in der Lage zu musizieren und werden bestenfalls als Dilettanten betrachtet.
Über die Jahrhunderte haben sich die Drow die akustischen Eigenschaften der Höhlen und Kavernen zueigen gemacht, die sie bewohnen. Dies brachte eine Vielzahl von eigentümlichen Instrumenten zutage. Ihre Musik macht sich mitunter die Vibrationen des Felses und der Kristallformationen und der Echos der Höhlen selbst zunutze. Dies sorgt dafür, dass Kompositionen der Drow zumeist auf eine Stadt und ihre topographischen Gegebenheiten zugeschnitten sind.
Bänkelsänger, die auf den öffentlichen Plätzen der Stadt ihren Hut aufstellen und dort auf Almosen hoffen, gibt es eigentlich gar nicht. Diese werden meist als störend empfunden, da Drow die Stille für ihre Städte schätzen und ein vor sich hin trällernder Barde den Lärmpegel unnötig anhebt.
Barden bestreiten ihren Unterhalt im täglichen Leben mit der Beschallung gehobener Etablissements und geben ihre Kompositionen – je nach Wohlgefallen – auf diversen Anlässen der Drow zum Besten. Auch haben Barden den Einzug in die Arach-Tinilith gehalten, wo sie die verschiedenen Gottesdienste – insbesondere die Lobgesänge – instrumental begleiten.
Barden haben sich ebenso ihren Platz in einigen drowischen Einheiten erarbeitet, wo sie die eigenen Truppen mit ihren Gesängen und Spiel inspirieren oder in der dienstfreien Zeit die Quartiere beschallen. Nur die exzentrischsten Drowbarden haben es sich zur Aufgabe gemacht, den perfekten Klang zu finden oder eine neue Arie für und über die Stadt zu schreiben, bei der sie die geographischen Gegebenheiten der Stadt in ihre Arie integrieren. Diese kann man liebevoll als Spinner bezeichnen, da sie den lieben langen Tag damit zubringen, die verschiedenen Punkte einer Stadt – sowohl am Boden als auch an den Wänden oder der Decke – abzugehen und dort den perfekten Platz für ihre Werke zu finden.
Für feuchtfröhliche Anlässe haben Drow aber auch ganz gewöhnliche Lieder geschrieben, die wie gewohnt gesungen werden können.
Totenkult
Ein Drow kann, sofern er nicht Mord oder Krankheiten zum Opfer fällt, durchaus 700–1000 Jahre alt werden. Doch ist dies eher die Ausnahme denn die Regel.
In einer Gesellschaft wie der der Drow ist es unumgänglich, sich früher oder später mit dem Tod und dem Sterben zu befassen. Nur die wenigsten Drow können darauf hoffen, eines natürlichen Todes zu sterben. Und so gilt dies bei Drow als eine Strafe Lloths, als Greis, krank und schwach, einzugehen.
Die meisten Drow werden nach ihrem Tod wie Abfall einfach in eine Ecke geschafft und früher oder später von Aasfressern des Unterreichs verzehrt. Nur hochgestellten Drow wird dieses Schicksal nach einem Tod vorenthalten und ihre Überreste verbrannt.
Sprache der Drow
Die Sprache der Drow, De'shineth genannt, ist eine Sprache, die zumeist geflüstert wird. Dennoch zeichnet sie sich durch eine ungewöhnlich harte Aussprache aus. Anders als bei den Elfen der Oberfläche, deren Übergänge zumeist fließend sind.
Ebensowenig kennen die Drow verschiedene Bedeutungen eines Wortes, indem nur Nuancen in der Tonlage geändert werden, wohl aber anhand der Lautstärke. Drow sind ein subtiles und stilles Volk und meist sind ihre lautesten und hitzigsten Diskussionen bestenfalls mehr als ein Flüstern für Nichtdrow.
Das Sprechen der Sprache ist für Menschen durchaus möglich. Nur wird selbst der geübteste Mensch wie ein Stümper wirken, wenn er einem Drow begegnet – ein Grund, warum Drow Menschen das Sprechen ihrer Sprache verbieten. Was das Verstehen angeht, ist dies eine andere Geschichte, da Drow wie gesagt meist sehr leise sprechen.
Beispielworte
- Vendui' / Vin'ult – Gruß
- Aluve – Verabschiedung
- Xas – Ja
- Nau – Nein
- Jalilen – Frauen
- Jaluken – Männer
- Rivvil – Mensch
- Quin – Nun / Jetzt
- Sweer – Ausgezeichnet
- Sokoya – Hübsch
- Gol – Ork
- Hargluk – Zwerg
- Iblith – Abschaum / Exkrement
- Wael – Dummkopf / Idiot
Tätowierungen
Die Drow kennen verschiedene Formen der Hautkunst (Waess'lloun):
- Waess'lloun – Hautkunst
- Dekorative Tattoos, die eigentlich nur der Ästhetik dienen. Diese werden in den Außenbezirken günstig gefertigt, meist von Duergar oder den wenigen dort ansässigen Menschen.
- Obok fuma waess'rii – Zeichnungen hoher Familien und Ränge
- Hautschmuck hoher Jabbressen. Solche Verzierungen beinhalten meistens den Familiennamen und den Rang, oft mit dazugehörigen Symbolen verziert. Nur die Begabten unter den Hautkünstlern werden zu den Hochrangigen gerufen.
- Orthae waess d'lloth – Heilige Haut Lloths
- Ausschließlich den Yathrinen vorbehalten und ausschließlich in der Arach-Tinilith angefertigt. Es gibt in der Arach-Tinilith eine Jalil, die Zeit ihres Lebens dafür zuständig ist, heilige Zeichnungen Lloths auf die Haut zu stechen. Sie selbst muss Yathrin sein, da die Zeichnungen danach geweiht werden.
Obwohl es diese Form gibt und auch den entsprechenden Berufsstand, sind Tattoos eher selten. Dunkelelfen sind eitel und eine geschmeidige, makellose Haut ist wichtig und kostbar. Sich stechen zu lassen ist demnach ein großer Schritt, der nur selten gegangen wird. Diese Form ist also akzeptiert, aber eher prestigetechnisch gefürchtet.
Hierarchie
Priesterinnen
- Valsharess
- Bedeutet „Königin“. In jeder drowischen Stadt kann es eine Valsharess geben. Sie wird vom mächtigsten Hause einer Stadt gestellt und führt die Stadt. Ihre Macht ist jedoch nicht absolut und kann durch Intrigen und wechselnde Allianzen gestürzt werden.
- Ilharess
- Eine Mutter Oberin, die einem llothtreuen dunkelelfischen Adelshaus vorsteht und meist den Status einer Hohenpriesterin innehat. Ihr Wort ist Gesetz.
- Yathallar (Hohepriesterin)
- Sie sind die mächtigsten der Drow und genießen höchste Gunst bei Lloth. Ihr Handeln dient immer dazu, diese Gunst zu sichern.
- Faerz'un'arr (Seherin)
- Sehr seltenes Amt, das nur bei besonders begabten Hellseherinnen besetzt wird und hohen Respekt genießt.
- Yathrin (Priesterin)
- Töchter der Mutter Oberin, die sich in die Wege Lloths vertiefen. Oft intrigant und machtbesessen.
- Orn'Tlu'Yathrin (angehende Priesterin)
- In Ausbildung befindliche Priesterin, besucht die Arach-Tinilith.
Haus-Meister
(Alle männlichen Ämter stehen immer unter den niedrigsten Jabbressen.)
- Qu'el'Saruk (Waffenmeister des Hauses)
- Vorzüglicher Krieger, der den Kriegern vorsteht und für deren Ausbildung verantwortlich ist.
- Qu'el'Faeruk (Magier des Hauses)
- Mächtigster Magier des Hauses, koordiniert die Magier und Forschungsbemühungen.
- Qu'el'Veldriss (Schattenmeister/in des Hauses)
- Adeliger Rang für besonders ausgebildete Schattenkrieger/innen mit starkem Fokus auf Intrigen.
- Qu'el'Velguk (Assassine des Hauses)
- Koordiniert die Mörder und führt besonders schwierige Aufträge aus.
Schattenkrieger und Attentäter
- Veldriss (Schattenkriegerin)
- Kriegerin mit Sonderausbildung in Personenschutz und Spionage. Greift häufig auf Magie zurück.
- Velg'larn (Attentäterin)
- Weibliche Form des Velguk, entfernt unliebsame Personen im Auftrag der Priesterschaft.
- Veldruk (Schattenkrieger)
- Männliches Gegenstück zur Veldriss.
- Velguk (Attentäter)
- Speziell ausgebildeter Mörder, der lautlos und heimlich tötet.
Unterste Adelsstufe
- Jabbress (Herrin)
- Ehrenbezeichnung für verdiente Personen aus den Klassen Sargtlin und Faern. Klassenspezifische Titel:
- Jabbuk del Sorcere – Meister der Sorcere
- Jabbuk/Jabbress del Jivv'elgg – Foltermeister/in
- Jabbuk d'lil Fuer'yonen – Tierzähmer/Herr der Tiere
- Jabbuk (Herr)
- Männliche Form von Jabbress.
Hausangestellte
- Faern (Magieanwender, Magier)
- Nach den Priesterinnen das größte Magiepotenzial. Arbeiten oft im Auftrag des Qu'el'Faeruk.
- Orn'tlu Faern (angehender Magier)
- In Ausbildung befindlicher Magier, besucht die Sorcere.
- Sargtlin (Soldat, Krieger)
- Rückgrat der Hausarmee (nach den Sklaven). Ausbildung an der Melee-Magthere dauert zehn Jahre.
Nebenrollen
- Qu'abban (Hausagent)
- Spion und verdeckter Ermittler des Hauses.
- Yath'Abban (Tempelagent/Tempeldiener)
- Diener einer Yathrin, unterstützt bei Ritualen im Tempel Lloths.
- D'nilok (Heilige Agentin/Streiterin Lloths)
- Hoch angesehene Streiterin, rechte Hand der Priesterinnen, führt häufig die Tempelgarde.
Nutzbezeichnungen
- Ilharn (Patron)
- Vater des Hauses, offizieller Liebhaber der Ilharess, ohne eigene Machtbasis.
- Kyorl (Wache)
- Patrouillengänger und Leibwächter, deren Leben eng an das der Priesterin gebunden ist.
- Wanre (Bediensteter/Schüler)
- Handwerker, Hausangestellte, Schüler der Lehre Lloths sowie besonders wertvolle Nichtdrow.
- Rothe (Sklave, Vieh)
- Niedrigster Rang, ausschließlich von Nichtdrow besetzt, meist Menschen.
Höhere Ämter
- Ul'athallar (leitende Yathallar der Arach-Tinilith)
- Führende Priesterin der Stadtkirche, meist von der Ilharess des mächtigsten Hauses gestellt.
- Ul'Faeruk (Erzmagier)
- Höchster Rang, den ein Mann erreichen kann. Leiter der Sorcere, zuständig für magische Abwehr.
- Ul'Saruk (Waffenmeister)
- Leiter der Melee-Magthere, sorgt für Ordnung in der Stadt.
Abtrünnige
(Auf Schattenwelt werden keine hauslosen Drow zugelassen, dies ist der Vollständigkeit halber aufgeführt.)
- Bregan D'aerthe – Söldnerbande schurkischer Drow
- Shebali – schurkischer Drow
- El'lar d'Ssinssrigg – Freudenhaus
- Ssins d'Aerth – professionelle Entertainer (Prostituierte)
- Elgg'caress – Bezeichnung für Hure oder Hexe
Drow und andere Rassen
Andere Rassen sind in den Augen der Drow nichts anderes als Dreck unter ihren Füßen, und so behandeln sie diese auch.
Wenn man die Geschichte der Schattenwelt kennt, muss man die Drow als die Nachfahren der Erstgeborenen bezeichnen, die freiwillig zu den drei Brüdern zurückkehrten und als Erste wieder ihre Waffen gegen den vierten Bruder erhoben. Die Drow waren die Ersten, die ganz Schattenwelt beherrschten, lange bevor andere Rassen sich auf der Oberwelt breit machten und die Erstgeborenen für immer verschwanden.
Nur die Intrigen untereinander und die ständigen Machtkämpfe zwischen den Häusern ließen schließlich vor vielen Jahrtausenden ihre Macht über Schattenwelt schwinden und andere Rassen eroberten die Oberwelt. Doch in den Augen der Drow sind sie so wertlos wie der Furz, den man in den Wind bläst.
Hochnäsig und teilweise sogar übermütig treten sie allen anderen Rassen gegenüber, gerade den Menschen, die keine Nachfahren der Erstgeborenen sind.
Noch weit unter den Menschen stehen die sogenannten Halbdrow. Diese Wesen gehören normalerweise in den Augen der Drow schon bei der Geburt getötet, da sie keinerlei Berechtigung für ihr Leben haben. Findet ein Drowhaus heraus, dass so ein Halbdrow aus seinem Fleisch und Blut gezeugt wurde, muss der Vater mit harter Strafe bis hin zum Tod rechnen.
Verhalten gegenüber anderen Rassen
- Menschen
- Die Drow verachten die Menschen. Sie sind eine Plage, die es auszurotten gilt. Menschen werden als Sklaven bevorzugt, da sich ihr Wille schnell brechen lässt.
- Oberflächenelfen
- Gelten als Verräter und werden mit entsprechendem Hass behandelt. Man versucht, sie zum Glauben an Lloth zu bekehren und als Sklaven zu nutzen. Gelingt dies nicht, werden sie getötet.
- Untote
- Verhältnis ist neutral. Untote profitieren von den Morden der Drow, und beide teilen den Hass auf Oberflächenbewohner.
- Ratten
- Neutral bis verhasst. Ratten werden gemieden oder vernichtet.
- Echsen
- Als Reittiere genutzt. Echsenmenschen bewegen sich langsamer im Unterreich, weshalb es selten zu Konflikten kommt. Echsen werden geduldet.
- Zwerge
- Erzfeinde. Ihre tiefen Tunnel bedrängen die Drow, und ihre Zähigkeit macht sie zu schwierigen Gegnern.
- Dunkelzwerge
- Werden von den Drow geduldet. Sie schürfen Metalle und fertigen Waffen und Rüstungen für die Drow. Im Gegenzug bieten die Drow Schutz.
- Orks
- Stellenweise Verbündete. Werden für Raubzüge, Grenzüberwachung und als Verstärkung der Hausarmee genutzt.
- Hexen
- Werden nicht wesentlich anders behandelt als Menschen. Es kann zu Bündnissen kommen, wenn es den Drow Vorteile bringt, oft endet es jedoch im Kampf.
Inhalt zum Sortieren
https://swpedia.alte-schattenwelt.de/wiki/Drow/Vasallenhaus https://swpedia.alte-schattenwelt.de/wiki/Drow/Kleriker https://swpedia.alte-schattenwelt.de/wiki/Drow/Osten