Paladin (Drachenkrieger)
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Prolog
„Ohlhurs Brust hob und senkte sich schnell. Sein Rücken fühlte den starken, kühlen Fels. Seine Knochen ächzten und sein Gesicht glomm vor Anstrengung. Kleine Wassertröpfchen hingen in seinem edlen Bart denn sein Atem war heiß und unruhig. Er griff mit der Linken zum Gürtel und zog ihn kräftig über den Bauch nach oben. Die reichen, goldenen Beschläge klimperten. Erleichterung. Er verpasste mit der Seite seiner zweihändigen Axt seinem Helm einen kleinen Stubs und er saß wieder richtig. Sein Blick wanderte umher, voller Anstrengung blickte er in die dunkle Ferne des Stollens. Der Stollen war gut 3000 Ellen breit und 5000 hoch. Generationen seines Stammes hatten ihn in den harten Granitfels getrieben um hier ihre Stadt zu errichten. Die Wände waren glatt und gut 200 Ellen hoch mit Fresken und Bildern verziert. Sie zeigten Schlachten und edle Zwergenkrieger. Von den Stämmen und ihren Siegen sprachen die Bilder, von Siegen dem Goldenen zu Ehren. Wie lang der Stollen war, das wusste er nicht, doch es waren zwei Tagesmärsche bis an die helle Oberfläche. Dabei wurde es auf dem Weg nach oben immer wärmer, denn der Weg führte aus dem kühlen Granit in wärmere Steine, Schiefer und Marmor. Am Ende des Stollens stand das erste Tor mit zwei Zinnen. Sie waren in den Berg geschlagen und hatte ein Fremdling kein Wissen über ihre genaue Position waren sie nicht auszumachen im Fels des Berges. Hier am anderen Ende das große Stadttor mit den neun Schutzrunen. Sein Vater hatte immer erzählt, dass seine Brüder gute 200 Jahre an diesen Runen geschmiedet hatten. Das Tor war ein Lebenswerk ganzer Generationen. Sein Blick wurde abgelenkt, denn neben ihm waren mehr seiner Art und sie fürchteten sich, zitterten und froren teils. Es herrschte Krieg. Doch kein Krieg mit Goblins, nein, sie kämpften gegen ihre eigenen Brüder und riesige Orkheere die mit göttlicher Unterstützung zu kämpfen schienen. Ohlhur hatte bei den Verteidigern von Kahzar-Norn gekämpft. Im Oststollen hatte er vier lange Wochen die grüne Flut von der Stadt ferngehalten. Zusammen mit einer Hand voll anderen Kameraden. Sie hätten die Stadt halten können, obwohl das grüne Ungetier mit nie gesehener Kraft kämpfte. Sie schienen aus dem fernen Umrazim zu kommen und nannten sich die Meute Koroghs. Doch die Schutzrunen des Tores hatten ihnen den Zugang nach Kahzar-Norn verwehrt. Verrat hatte die Stadt dann in eine blutige Wüste verwandelt. Der Stamm Grosbisplurs, des Gierigen, hatte die Armeen König Ordamons unterwandert. Anstatt die Einwohner durch den Südtunnel nach Xorlosch zu evakuieren, hatten sie die Frauen und Kinder in einen Orkhinterhalt laufen lassen und das Tor für die Grünhäute geöffnet. „Elende Gnome !“ fluchte Ohlhur. Sie waren ihnen an diesem Morgen in den Rücken gefallen. Die Verteidiger hatten hier am Osttor nichts mitbekommen, denn die Grünhäute hatten am selben Morgen eine große Offensive an allen Toren begonnen. Unerwartet waren die Orks dann durch die Straßen in ihren Rücken gestürmt. Anfangs hatten sie die zweite Front halten können, doch zusehends waren ihre Verluste höher und höher, und der Strom an Grünen riss nicht ab. Dann fiel durch Verrat auch noch das Tor selbst, denn der Großgeneral des Königs wollte angesichts der drohenden Niederlage gegen die Orks, alles aufgeben und sprach die magische Formel um die Tore zu öffnen. Ohlhur und seine Kameraden hatten eine gute Stunde damit zu tun gehabt sich im Getümmel zu sammeln und einen Weg freizukämpfen. Knöcheltief hatten sie im dunklen Blut ihrer Feinde gestanden um Flüchtlingen einen Tunnel freizuhalten. Schließlich waren nur drei der Bewahrer übrig und Ohlhur sollte den Flüchtlingen den Weg sichern. Das war nun gute zwei Stunden her. Sie hatten die Stadt umrunden müssen, denn auf der Nordseite hatte sich das Hauptheer um die letzten Verteidiger gesammelt. Dort war kein Durchkommen gewesen. Hier auf der Ostseite waren sie durch das Tor gegangen, das einzige noch intakte. Plötzlich waren Orks aufgetaucht, eine Patrouille. Ohlhur hatte vier erschlagen, doch er dachte an die Flüchtlinge, tot nützte er ihnen nichts. Also hatte er die Worte des Großgenerals wiederholt und das Tor hinter ihnen verschlossen. Er musste bitter lachen, als er sah, dass sie Tore, die Jahrhunderte dazu da gewesen waren, die Orks von der Stadt fern zu halten sie nun darin einfangen sollten. Er winkte den übrigen zu weiterzumarschieren. Sie wollten die Oberfläche erreichen und sich dort nach Xorlosch durchschlagen. Als sie gut dreihundert Schritt gegangen waren, ertönte ein grausamer Lärm hinter ihnen. Ohlhur dreht sich um und sah die Tore fallen. Jeder Flügel des Tores war aus den mächtigen Angeln gerissen, beide sicherlich vier Zwerge hoch und aus 3 Fuß tiefem Stahl. Die Granitflügel standen eine Sekunde still, doch dann fielen sie um und warfen Splitter um sich. Zum Glück staubte es hier unten im feuchten Stollen nicht. Ohrenbetäubendes Jubeln drang dahinter den Stollen herauf und zwei riesige Trolle schwenkten ihre Arme voller Stolz und Schadenfreude. Marodierende Orks wurden ausgespuckt vom Tor und erblickten die flüchtenden Zwerge. Ohlhur spürte es wieder. Den Zorn. Er blickte in die panischen Gesichter der Flüchtenden. Kinder, sie wussten gar nicht wie ihnen geschah und ihre Mütter, die es um so besser wussten. War hier ihr Ende ? Nein, Ohlhur hatte nicht vier lange Wochen kaum geschlafen und gegessen um nun auch die Letzten des Stammes der Nozdin sterben zu sehen. Er schrie ihnen zu sie sollen laufen, rennen als flamme der feurige Atem des Goldenen persönlich hinter ihnen. Dann drehte er sich um, packte seine Axt, richtete erneut den Helm. Er rannte. Doch er rannte in die andere Richtung, den Stollen hinunter. So würde er den Flüchtlingen vielleicht Zeit verschaffen. Die Orks sahen die feinen Runen auf Ohlhurs Rüstung aufleuchten, seine Axt summte unter den mächtigen Zeichen seines Gottes, als würde das Metall ächzen unter ihrer Macht. Der Zwerg jedoch murmelte nur immer wieder die gleichen Worte. Ohlhur fraß sich eine Schneise in die ersten Reihen der Orks. Versuchte sie nur kampfunfähig zu machen, vergeudete keine Zeit mit Todesstößen. Um ihn herum verschwamm alles, nur noch die Hiebe nahm er wahr. Er hörte fern das summen der aktivierten Runen, roch den beißenden Gestank der Untiere. Er zählte nicht wie viele unter seinen Hieben fielen, doch plötzlich stand er mitten unter ihnen, richtete sie nieder. Seine Arme wurden schwer, Zeit verflog. Hieb um Hieb. Axt heben, Axt senken. Dann spürte er im Rücken einen mächtigen Schlag. Eine Trollkeule. Wie ein heißes Eisen riss er ihn aus seiner Trance. Schmerz. Ohlhur flog in seine Gegner. Weitere Schläge trafen ihn, gruben tiefe Wunden in seinen geschundenen Körper und ließen ihn ächzen. Doch er richtete sich auf, zog die rostigen Klingen und Pfeile aus den Wunden und schlug die Ersten, der es wagte sich zu näher, nieder. Die ersten Runen hatten aufgehört zu glimmen. Die Axt wurde schwerer, die Schläge langsamer. Sie drangen immer enger auf ihn ein. Ein zweiter Hieb des Trolls. Er flog gegen die Felswand. Fern sah er durch die Beine des fetten Trolls die Zwerge rennen, sah wie erste Orks sie verfolgten. Erneut versuchte er aufzustehen, doch die Runen hatten ihren Dienst eingestellt. Blut rann aus seinem Mund und jeder Atemzug schmerzte mit einem feurigen Stechen. Der Troll gröhlte vor Ekstase. Doch Ohlhur würde sich aufrichten. Er würde kämpfen, denn er war ein Bewahrer. Er war ein Drachenkrieger.“
Zu diesem Werk
Sie sind die besten Schmiede dieser Welt. Der Ruf ihrer Bergarbeiter, Steinmetze und Schätze ist längst Legende. Tief in den Bergen der Schattenwelt haben sie imposante Festen errichtet, der Ruf der Stadt Umrazim schallt bis in die fernen Reiche der Menschen. Voller Stolz ist das kurze Volk auch auf ihre Krieger. Zäh und ausdauernd sind die, schwingen Äxte und Beile, sind hart wie Drachenleder und stark wie der Fels. Doch unter ihnen sind einige Besondere. Ausgerüstet mit einer prunkvollen Axt, der Drachenkralle, und dem Segen ihres Gottes Pyrdacor stehen sie in den vordersten Reihen und fürchten weder Ork noch Dämon. Sie sind die Bewahrer ihres Volkes. Die Drachenkrieger.
Mein Dank gilt den Spielern von Muragosch, Malingius Hawan, Tridurz und Seer Mithras für Rat und Tat, dem Spieler hinter Kletsch Streithammer und Loial für die Richtigstellungen der Geschichte und meinem Freund Florian Ladleif. Weiterhin gab es immer Spieler die hier und dort Verbesserungen vorgeschlagen haben. Um nur wenige zu nennen: PO Segnus Eisenfaust, PO Thorgrim Strugrind, GM Gilgahad, GM Dogan (Rudi), PO Grom Redhammer und viele mehr.
-Ovdin Streithammer,
legitimer Stellvertreter König Grimrog Streithammers und Königin Tulien Streithammer, der ewigen Königin zu Umrazim, Mitglied der königlichen Familie, Hüter des heiligen Reichssiegelringes, Blutaxt und Berserker Umrazims rechtmäßiger Herrscher von Neu-Umrazim bei Wrong ehemals Freiherr zu Cove und Provinzen mit allen bekannten Privilegien, Bezwinger der Schwarzseelen, berufener Drachenkrieger des goldenen Pyrdacor
Vorwort zur zweiten Auflage
Das Erbe der Drachenkrieger tritt in eine neue Zukunft. Mit der Fusion von LoM und Schattenwelt, einem neuen System brauchten auch die „zwergischen Helden“ eine neue Identität. Diese beruht nicht zuletzt auf dem neuen Konzept für den zwergischen Götterhimmel (vgl. das neue Kapitel 1), welches sicherlich die umfangreichste Neuerung darstellt. Doch auch die Fähigkeiten der Drachenkrieger sind neu und mächtig wie niemals zuvor. Das Konzept basiert weiterhin in seinem Kern auf der ersten Auflage, bietet aber alle notwendigen Anpassungen für ein reibungsloses Spiel unter runUO auf Schattenwelt. Ich wünsche allen Spielern herzlichst viel Spaß !
Mein besonderer Dank gilt diesmal:
GM Garen, PO Kletsch Streithammer und Seer Curzon für Hilfe und Anregu
Geschichte der Zwerge
„Nachdem seine erste Wut verraucht war, gab er zwei Wesen, die er noch nicht verunstaltet hatte den Befehl, eine Waffe zu schmieden, die gegen die Worte von Osten Immun wäre und ihn für immer vernichten konnte. Die beiden Brüder hießen Shgrad und Ebera Prham. Jahrhunderte lang suchten sie ganz Schattenwelt nach einem geeignetem Material ab und endlich fanden sie es tief in der Erde. Doch es war sehr schwer zu bergen und so befahl Westen einigen der mißgestalteten Wesen in die Erde zu kriechen und dieses seltene Metall zu besorgen, selbst wenn es unendliche Zeiten dauern würde. Aber die Kleinwüchsigen trafen dort unten in der Erde auf einen Gegner, der sich unbemerkt von allen Lebewesen oben auf Schattenwelt entwickelt hatte. Ihr Leben spendendes Licht war die Lava der versiegten Vulkane gewesen, die ihnen über viele Generationen hinweg das einzige gewesen war was sie kannten. Dieser Gegner, der in der Lage war, selbst Feuer zu speien verteidigte das seltene Metall mit seinem Leben und erst als die Kleinwüchsigen ihnen erzählten, das es Oben viel schöner sei als hier tief unter der Erde, überließen die Drachen ihnen etwas von dem seltenen Metall und begannen ihren Aufstieg an die Oberfläche! Die Kleinwüchsigen, die von den Drachen den Namen Zwerge erhalten hatten, brachten etwas von dem Material zu den beiden Brüdern Shgrad und Ebera, dann aber stiegen sie wieder in die Erde hinab, denn die Gier hatte sie gepackt. Sie wollten etwas von diesem Material für sich selbst und es dauerte viele Jahrtausende, bis man wieder einen von ihren Nachfahren auf der Oberwelt antraf. (...)“ – aus der Schattenwelt Geschichte
Von Drachen und Metallen
Unter den mächtigen Bergen der Schattenwelt, fernab aller Streitereien der Vier, gab es eine ganz eigene Welt. Eine gnadenlose Welt, welche auch in der Geschichte der Dunkelelfen, der Drow, eine wichtige Rolle spielt. Im Herzen dieser Welt fließt flüssiges Gestein umher, frisst sich wie die kühlen Flüsse der Oberwelt durch das Innere der Gesteine. In großer Hitze und gewaltigem Druck entstehen auf diese Weise all die schönen Erze und Metalle die wir kennen. Wie das Wasser der Erhalter und Erschaffer beinahe allen Lebens ist, welches auf dieser Welt lebt, so ist die Lava der Lebenssaft der grausigen Unterwelt. Aus ihrer Kraft und Wildheit entprang in den frühesten Tagen dieser Welt selbst Leben. Denn am Anfang war die Glut des Herzens dieser Erde so heiß und ungestüm, dass sich selbst Götter darin verbrennen mochten. So kam es, dass ungesehen von allen Geschichsschreibern eine mächtige Rasse das Antlitz dieser Welt betrat. Eine Rasse die von der Welt selbst erschaffen war. Kein Gott, keine Macht die ihnen Leben einhauchte und sich zu ihrem Vater erklärte. Bastarde der Elemente selbst waren sie und unstillbar ihr Hunger. Die Drachen, so wie wir sie heute nennen, waren anfangs wenige. Denn mit den ersten Bahnen die sich das flüssige Gestein aus dem Herz der Erde bahnte traf es auf je eines der bekannten Erze dieser Welt: als erstes auf das Gold, dann auf das Silber, dann auf das Mytheril, dann auf den Schwarzfels, dann auf das Verite, dann auf das Valorit, dann auf das Kupfer, dann auf das Eisen. Und mit jeder dieser jungfäulichen Berührungen entfuhr dem Strom des Gesteins ein Funken seiner Macht, welcher den Massen des Metalls Leben gab. Leben das nur aus dem Hunger des Feuers bestand. Mit der Berührung von Gold und Lava entstanden zwei Dinge. Denn so heiß war der erste innige Kuss der beiden Elemente, dass der Strom selbst zum Leben erwachte und den Geist der irdischen Hitze formte, welchen wir heute Pyros den feurigen Titan nennen. Doch zunächst war nichts außer Wut und Hass in den Drachen welche entstanden waren. Und so preschten sie durch das Gestein der Unterwelt und fraßen alles Leben war dort zu finden war. Doch im Vergleich zu den übermächtigen Drachen war jedes Wesen zu gering ihren gewaltigen Hunger zu stillen. Und so trafen sich die acht Herrscher der Unterwelt nach Jahrzehnten des Hungers dort wo sie alle erschaffen wurden, am Herzen dieser Welt. Keiner war des anderen Gewahr gewesen und so machte sich Verblüffung unter den Drachen breit. Keiner wagte angesichts der mächtigen Gestalt des anderen den ersten Schlag. So standen die Drachen einhundert und zwei weitere Jahre stumm am Herzen der Erde und grübelten. Und es war erneut das Gold welches als erstes die Stimme erhob. Es nannte sich Güldener Herrscher der Welt. Die anderen Drachen lachten voller Hohn. Dann ergriff das Silber das Wort und nannte sich Silberner Herrscher der Welt. Wieder lachten die übrigen voller Hohn. Und so nannten sich die Drachen acht Tage ihre Namen, denn die Sprache der Drachen war furchtbar unaussprechlich. Sodann alle ihre Namen genannt hatten fielen sie übereinander her. Mit ihren gewaltigen Mäulern und Klauen hieben sie sich große Wunden in ihre metallenen Leiber, die nur heißes Gestein bluten konnten. Und die Blutstropfen fielen danieder vor das Herz dieser Erde und erkalteten. So kämpften die Drachen drei Ewigkeiten miteinander, ohne sich jemals zu töten. Und ihr Hass schwand zu geringen Teilen, doch klang er niemals ganz ab. Nach drei Ewigkeiten erschütterte es die Welt unter dem Krieg der Brüder und das Herz der Welt ergoß einen neuerlichen, kleineren Strom an heißem Gestein. Der Strom ergoß sich zu Füßen des andauernden Kampfes und umspülte mit lautem Poltern die erkalteten Blutstropfen der Drachen. Und mit der Berührung entstand erneut Leben im Herzen der kleinen Gesteinkugeln. Im Innern der Schalen waren die ersten Nachkommen der Drachen erwacht. Doch ihre Macht war geringer, denn nur wenig der reinen ursprünglichen Erze war in ihnen zurückgeblieben. Und so musste ihr Leben erst reifen und die Drachen wurden ihrer nicht Gewahr.
Syzzlan'Kar - Herrscher der Unterwelt
Der Güldene Herrscher der Welt war der größte unter den ersten Drachen. Der Silberne Herrscher der Welt barg tief in sich großen Neid auf die Macht seines Gegenübers, ebenso wie die übrigen seiner Art. Und so waren die Wunden die sie ihm zufügten zahlreicher als bei den anderen, denn sie erkannten, dass keiner ihn einzeln zu töten vermochte. Da ihre Herzen aber getrieben von Gier und Neid ihnen verboten sich gegen der Güldenen Herrscher der Welt zu verbünden, dauerte ihr Kampf erneut an. Und so verging eine weitere Ewigkeit. Nach dieser neuen Ewigkeit war das Leben in den Tropfen des Drachenblutes gereift und die kleinen Geschöpfe, nagten an der Schale ihrer Träger. Und als sie das glutrote Licht der Unterwelt erblickten, da fanden sie sich inmitten des gewaltigen Drachenkampfes wieder, welcher immer noch andauerte. So schlüpften aus den Blutstropfen der ersten Drachen in der vierten Ewigkeit nach der Geburt der Herrscher der Welt ,deren Nachkommen. Auch ihr Hunger war riesig und so stürzten sie sich wie ihre Vorfahren aufeinander und verschlangen sich. Doch die Tropfen des Güldenen Herrschers der Welt waren weitaus zahlreicher. Daher kam es, dass nach einer weiteren Ewigkeit beinahe alle Nachkommen vom Silbernen, Veriten, Valoriten, Mytherilten, Schwarzfelsen´, Kupfernen und Eisernen Herrscher der Welt verschlungen waren. Als die sieben übrigen Herrscher der Welt der Übermacht Gewahr wurden war es bereits zu spät, denn ihr Hunger hatte sie blind gemacht. Daher mussten sie sich ihrer Vernichtung stellen oder kapitulieren. Und da einjeder hoffte, er könne sich durch seine Unterwürfigkeit auf die Seite des Siegers, des Güldenen Herrschers der Welt stellen, neigten sie alle ihr Haupt vor ihm. Dann sprach der Güldenen Herrscher der Welt: „Mein Name sei Syzzlan'Kar, der Einzige Herrscher der Welt.“ Und die anderen Drachen zischten und brodelten voller Neid, Zorn und Hunger.
Das Zeitalter der Drachen
So unterjochte der Güldenen Herrscher der Welt die übrigen Drachen der Unterwelt. Vom Herzen der Welt zogen sie nun aus und einjeder erhielt eine Himmelsrichtung als sein Reich. Osten, Südosten, Südwesten, Norden, Nordwesten, Nordosten, Westen und Süden. Und die Drachen machten sich zusammen mit ihren Kindern alle Geschöpfe die sie fanden Untertan. Keine Macht der Unterwelt war ihrer Kraft gewachsen. Ihr metallisches Schuppenkleid konnte von keiner Waffe der Unterwelt durchdrungen werden. Mit gewaltigen Feuer ihres Mauls brannten sie alle Festen und Anlagen ihrer Feinde gnadenlos nieder und fraßen ihre verkohlten Leichen. Alsbald hatten die Drachen alle Gebiete erobert. Diese Herrschaft sollte fünf Ewigkeiten andauern. Der Einzige Herrscher der Welt, Syzzlan'Kar beschloß darauf fünf Ewigkeiten ein Zeitalter zu nennen. Das Zeitalter der Drachen.
Ankunft der kleinen Herren
Wie die Geschichte bekanntlicherweise schreibt, konnten Westen und seine Brüder den gütigen Gott Osten nicht bezwingen. Denn sogar Westens Streitmächte kehrten ihm den Rücken, als sie Ostens gesalbte Worte vernahmen. So gingen die Kleinwüchsigen, denen man aufgrund ihrer unwichtigen, missgestalteten Art noch keinen Namen gegeben hatte, hinab in die Erde. Ihre kleinen, zähen Körper waren wie gemacht für die harsche und ungastliche Umgebung der Unterwelt. Geschwind wie der Wind gruben sie sich tiefer und tiefer. Sie gelangten beinahe bis an das Herz der Welt, wo die größten und reichsten Erzvorkommen dieser Welt auf sie warteten. Doch wie ebenfalls bekannt ist durchquerten sie das Reich der Drachen, das Reich des Syzzlan'Kar. Und er war ein gieriger, tückischer Herrscher. Doch das Zeitalter der Herrschaft hatte seinen Hunger beinahe stillen können und so war er besonnen und listig geworden. Seine Herrschaft war weitgehend unbestritten, weshalb er kaum Gegner zu fürchten hatte. Allerdings war Syzzlan'Kar kein Dummkopf und sähte stets Zwietracht zwischen seinen Konkurrenten, was meistens nicht einmal nötig waren, denn die übrigen Drachen der ersten Generation gönnten einander nicht das Schwarze unter ihren Nägeln. Die Kleinwüchsigen begegneten nicht den Dienern des Syzzlan'Kar als erstes, sondern den Dienern des Silbernen Herrschers der Welt, der sich mitunter Ebrul nannte. Ebrul ließ bisauf wenige der kleinen Herren töten und den Rest in seinen Hort verschleppen. Er witterte eine Chance seine Stellung zu verbessern. Die Kleinwüchsigen, aber, erzürnt über den Tod ihrer Brüder schwiegen als Ebrul sie nach ihrem Begehr fragte. Nun witterte er eine List des Syzzlan'Kar und sperrte die Kleinwüchsigen fort in ein Verlies. Kurzsichtig war diese Entscheidung allemal, denn kaum einer ist übertroffen in der Gabe sich durch Stein und Staub zu graben wie die Kleinwüchsigen. Und sie fanden einen Weg sich einen Tunnel in die Freiheit zu bahnen, den jedoch beinahe alle der kleinen Herren mit ihrem Leben bezahlen mussten, da ihnen die Werkzeuge fehlten. Die Kleinwüchsigen rannten um ihr Leben, doch noch war die Unterwelt nicht ihre Heimat und sie gelangten vom Regen in die Traufe. Die Diener des Syszzlan'Kar spürten sie auf, nahmen sie gefangen und fraßen die Hälfte von ihnen auf. Als Syszzlan'Kar die niederen Geschöpfe sah, wollte er sie zunächst einfach nur auffressen für ihre Vergehen, sein Reich zu betreten. Jedoch horchte er dem panischen Geplapper der Kleinwüchsigen. Er hörte von vier Brüdern, jeder Herrscher über ein Reich. Die Kleinwüchsigen schwärmten von ihrer Macht, dem Reichtum ihrer Schatzhorte und der Schönheit ihrer Reiche. Dort oben gebe es eine riesige Scheibe aus Gold, die am Himmel prangerte und nur darauf zu warten schien von den geflügelten Drachen gepflückt zu werden. Und all diese Geschichten drangen auch an die Ohren der Diener und der anderen Drachen. Wie ein Lauffeuer verbreiteten sich wildeste Geschichten über eine mystische Welt auf der Oberfläche, die voller Gold und Untertanen zu sein schien. Eine Welt die darauf wartete unterjocht zu werden. Wer als erster kam würde sich wohl sicherlich den größten Teil des Kuchens sichern können. Allem voran die güldene Scheibe am Himmelszelt hatte es den Drachen angetan und manch einer türmte noch bei den Worten gen Oberfläche. Niemals hat man etwas von diesen Geschöpfen gehört, denn sie sollen aus der Erde heraus immer weiter der Sonne entgegen gestrebt sein um in den Höhen der Sterne zu verglühen.
Syzzlan'Kar jedoch witterte erneut eine List eines Konkurrenten, der versuchte ihn seiner Diener zu berauben. Er verschmähte die Oberwelt und befahl bei der Todestrafe jedem Drachen die Unterwelt nicht zu verlassen. Nun schlug die Stunde des Ebrul, welcher mit listigen Worten auch die Diener des Syzzlan'Kar um sich versammelte. Geschickt entsendete er Intriganten die die Dienerschaft Syzzlan'Kars unterminierten. Er pries den goldenen Schein der Oberwelt und schimpfte den Einzigen Herrscher der Welt einen Feigling, warteten doch nur vier niedere Kreaturen dort oben auf ihre Niederlage gegen die höchsten Wesen der Welt. So sammelte Ebrul beinahe alle Diener um sich und blies zum Angriff gegen den Herrscher. Doch dieser war in einem Zeitalter mehr in seiner Macht gewachsen als alle anderen Herrscher. Sein Verstand war so alt und sein Geist so überlegen, dass er beinahe gottähnliche Kräfte besaß. Und so nahm er die Kleinwüchsigen in seine Armee auf, gab ihnen mächtige Waffen die der Unterwelt entsprungen waren und rüstete sie mit gleißenden Rüsten aus. Er nannte sie Zwerge. Gleichzeitig steig er empor und stellte sich allein seinen ehemals treuen Dienern. Zum letzten mal rief er sie zur Aufgabe auf, doch sie verhöhnten ihn und spien Feuer. Doch ihre Macht war gering und Syzzlan'Kars Wut unermesslich. Da fegte er sie hinfort wie der Wind die Asche und jenen die seinen ersten Zorn überstanden nahm er den Verstand. Die Zwerge, ausgerüstet mit den mächtigen Götterwaffen und dem Wissen von Syzzlan'Kar, wie man die Kinder der Drachen am schnellsten niederstreckt schlugen sich gegen die Diener der übrigen Herrscher durch. Dezimierten ihre Reihen und verbeiteten Furcht und Schrecken unter den Herrschern der Welt. Bis auf Ebrul erschlugen sie alle Herrscher der Welt und schabten ihnen die Schuppenkleider vom Leib. Ebrul erkannte sein Niederlage und floh. Keiner seiner Diener folgte ihm, sondern sie flohen gen Oberfläche. Syzzlan'Kar verbannte sie aus dem Reich der Drachen. An der Oberfläche angekommen, mussten die übrigen Diener erkennen, dass die Kinder der vier Brüder ihnen eine Gefahr waren. Mit den Waffen die ihnen Westen gegeben hatte, konnten die Brüder von Hista Kindail die Kinder der Drachen erschlagen, ihre Nester ausräuchern und ihre Eier zertrampeln. Nach siegreicher Schlacht kehrten die Zwerge zu Syzzlan'Kar zurück und priesen ihren neuen Gönner. Sie gaben ihm den Namen Pyrdacor, der goldene Drache. Pyrdacor, beinahe seines ganzen Reiches entrissen, nahm die Unterwerfung der Zwerge an und erklärte sie zu seinen Leibdienern. Aus den Trümmern von Ebruls Hort errichtete der Herrscher für seine neuen Kinder eine Heimat, denn diese hatten die Unterwelt zu ihrem neuen Zuhause erkoren. Dort waren sie sicher vor dem Zwist der Vier Brüder und hatten einen mächtigen Schutzpatron, dem sie huldigten. So zogen die kleinen Herren ein in die Stadt Umrazim, wie sie ihr Gott Pyrdacor nannte. Umrazim, die Strahlende, denn ihren Gassen waren aus edlem Stein geschlagen, mit all der Kunstfertigkeit des Syzzlan'Kar gefertigt. Das Werk eines Gottes. Manche der Zwerge aber erkauften sich mit der Belohnung für ihre Treue die Freiheit von Syzzlan'Kar und zogen zurück an die Oberfläche. Im Gepäck trugen sie heimlich die Metalle, welche Westen verlangt hatte. Er hatte das Herz jener Zwerge schon zu Urzeiten verdunkelt und so gehörte einzig und allein ihm ihre Treue. Der übrige Teil wurde zu großen Teilen zur Leibwache des edlen Drachen erkoren, so dass die meisten Nachkommen der Zwerge tatsächlich so etwas wie Kinder des Drachen sind. So entstand schließlich das Schattenschwert.
Die Tage des Zorns - der Fall Umrazims
„(...) Hunderttausende von Jahren waren vergangen und längst gab es viele verschieden Rassen die sich aus den Erstgeborenen entwickelt hatten. Zwerge, Orks, Trolle, Ettins, Elfen und Drow. Über viele Jahrtausende lebten sie friedlich nebeneinander oder bekämpften sich in kleineren Kriegen. Kaum einer wußte noch von seiner wahren Herkunft und längst glaubten sie nicht mehr an die Brüder. Götter hatten sich ihrer Gedanken und Seelen bemächtigt und spielten mit ihnen wie andere Leute Schach spielen würden. Die Magie wurde stärker und viele versuchten mit dieser neuen Macht zu spielen, doch meistens mißlang es und furchterregende Kreaturen krochen aus den Tiefen der Hölle hervor und zogen mordend über die Lande! (...)“
– aus der Schattenwelt Geschichte
Jedes Volk schreibt seine eigene Geschichte. Mit jeder Existenz führt die Feder des Schicksals den Faden der Zeit weiter und weiter. Doch Häufig werden ganze Kulturen zerstört, usurpiert von expandierenden Besatzern. Manchmal mag sich die alte Kultur mit der neuen vermischen, doch nicht selten verschwindet sie gänzlich vom Gesicht der Welt. Dann ist Faden dieses Volkes durchtrennt, und die Feder des Besatzers schreibt die Geschichte.
„(...) Sie waren zu einem grimmigen, gierigen und expandierenden Volk geworden. Ihre Schätzen waren wichtiger als alles andere für ihre kleinen Herzen. Kein Volk sollte sie ihnen nehmen und so kam es, dass sie über die Zeit die Orks und ihre Lagerstätten einnahmen und die grünhäutigen Schützlinge Tairachs versklavten um in ihren Stollen zu arbeiten. Denn sie waren zu stolz um Schmutz und Dreck an sich zu sehen. (...)“
– Drachenkrieger – zwergische Helden, erste Auflage
Das Volk von Umrazim lebte in den Tiefen der Erde unter ihrem listigen und mächtigen Herren Pyrdacor. Bald schon schätzten die Zwerge die Schönheit der Unterwelt mehr als das grelle Licht der Oberwelt und ihre kleinen Augen begannen sich an die ständige Dunkelheit vortrefflich zu gewöhnen. Mit den Erzen der Erde und der Hitze des Herzens der Erde, schufen sie Werkzeuge und Artefakte die sie ihrem Herrn widmeten. Damit gruben sie lange Stollen in den starken Fels um mehr und mehr des teuren Stoffs zu bergen. Gewaltige Tore errichteten sie mit all dem Metall, fertigten Waffen und Rüsten nach dem Abbild derer die ihnen Syzzlan'Kar geschenkt hatte. So erwehrten sie sich der zahlreichen Geschöpfe, welche nach der Flucht der Drachen erneut die Herrschaft der Unterwelt anstrebten. Grünhäutige Wesen, Goblins und Orks tauften sie die Zwerge, aber auch Wesen die die Gestalt von Insekten und anderem Getier hatten fielen über die Strahlende her. Doch mit dem Schutz ihres Gottes waren die Zwerge jedem Gegner überlegen. An den mächtigen Mauern der Stadt brandeten die Gegner ab wie die Wellen an der Küste. Tausende Leiber zerteilten die fein geschmiedeten Waffen der Zwerge, die Pyr'uzkul-dur, die Götterwaffen. Als die Jahrhunderte verstrichen, machte sich Selbstsicherheit unter dem kurzen Volk breit. Die Überheblichkeit ergriff ihre Seelen und die Gier nach mehr und mehr der kostbaren Metalle. Sie erkannten die Macht des Erzes und meinten schon die Macht gehöre einzig und alleine ihnen, den Zwergen.
„(...) Es verlangte sie nach mehr Schätzen, als der Gott aller Angroschim ihnen zugestand. Ihr Tribut wurde von Jahrzehnt zu Jahrzehnt geringer, wohingegen ihr eigener Reichtum wuchs. So wollte Syzzlan'Kar seine Kinder warnen, verführt, wie sie waren, und nahm ihnen ihren Sinn, das Gold der Erde zu spüren, und ließ sie blind werden in ihren Stollen. Doch statt ihren Frevel zu erkennen und zu bereuen, hieß die Gier ihrer Herzen sie, die Macht des Drachen mit Mißachtung zu vekennen. Sie gingen zum Herzen der Erde, und flehten zu ihm. Da entstieg der ewigen Glut und Hitze ein mächtiger Titan, dessen Leib aus Asche und Feuer bestand. Die Zwerge baten ihn, etwas zu schaffen, damit sie die Schätze der Erde wieder fänden. (...)“
Der feurige Titan welcher der Avatar einer höheren Macht war, deren Namen die Zwerge niemals hören sollten, schlug ihnen einen Pakt vor. Er würde ihnen ein Artefakt schenken, welches sie ihrer Qualen erlöste, er im Gegenzug verlangte ihre Treue und einen Teil ihrer Schätze. In ihrer Verzweiflung über den Verlust ihres Reichtums und getrieben von Gier und Hass auf Syzzlan'Kar, willigten die Zwerge ein und unterwarfen sich dem Feuertitan Pyros, der dem Herzen der Welt entstiegen war. Jenes Artefakt tauften die Zwerge Goldauge, denn es war ein Edelstein von vollendetem Schliff, dessen Schönheit jeden des kurzen Volkes in seinen Bann zog. Der Feuertitan hatte es aus den Untiefen der Erde geborgen, dort hatte es geschlummert unbemerkt von jeglichem Leben. Es war dort unten in einer einsamen Kammer verborgen gewesen. Kein Tunnel, kein Zugang hatte dorthin existiert, nur ein eine große Kerbe die einen Kreis beschrieb war im Boden eingelassen, sodass Dämonen dorthin reisen mochten. Daher gelangte der Feuertitan leichtens in das Versteck um das Kleinod zu bergen. Doch Goldauge war ein verfluchter Kristall, dessen Kraft jeden Besitzer unweigerlich in seinen Bann zog. Kein Lebewesen konnte sich seiner Schönheit widersetzen und giert stets danach es zu nutzen um mehr und mehr teures Gold mit ihm zu finden. Syzzlan'Kar erkannte den Frevel seiner Jünger zu spät. Ihr Tribut an den Drachengott wurde geringer, ihre Ansprüche wuchsen. Bald kleideten sich die wohlhabenden Zwerge nur noch in Gold und Geschmeide, lebten in maßlosem Überfluss. Sie ersannen furchterregende Pläne das Unterreich zu unterwerfen, alles Leben auszulöschen. Nicht einmal Ehrfurcht von Pyrdacor besaßen die Zwerge noch. Und so gruben und gruben die Zwerge. Doch ihr Herr sah dem nicht tatenlos zu, sondern ersann eine Strafe für seine frevlerischen Jünger. Der Zorn des Pyrdacor sollte fürchterlich sein, denn die niederen Wesen hatten es gewagt ihn in seinem Stolz zu kränken. Sie meinten sich über seine Macht erheben zu können. Und so kamen für die Zwerge die Tage des Zorns. Der Götterdrache nahm den Zwergen die Gunst seines Schutzes und machte damit die Strahlende verwundbar. Er lenkte das Glück zugunsten der Angreifer, einer Horde von Unterreich Wesen welche gierig und neidisch nach dem Wohlstand der Zwerge geiferten.
„(...) Und die Orken hörten auf den Ruf des Gottes und kämpften nach Seinem Gefallen. Stollen um Stollen fiel an die Pelzigen. Und auch die Strahlende fiel, Umrazim selbst, nach Tagen und Wochen im Angesicht der scheußlichen Feinde, um die Gunst des strengen Herrn ringend. Aber Er hatte ihnen den Rücken gekehrt und hörte sie nicht, nahm ihre Gaben nicht und ließ sie allein. So eroberten die Orken die Strahlende und nahmen Gold und Geschmeide der Angroschim, zerstörten Stollen und Häuser und die Feste. Die letzten der Bewohner des einstmaligen Umrazims trieben sie nackt hinaus. Mit ihrem Schicksal hadernd, verkrochen diese sich in den Ruinen ihrer tiefsten Stollen, und bald aßen sie Erde und verloren allesamt ihren Verstand. (...)“
- Drachenkrieger – zwergsiche Helden, erste Auflage
Nicht einer von ihnen überlebte den Zorn des gerechten Gottes. Das Goldauge aber war verschollen. Und an dem Orte, wohin das verfluchte Werk eines gottlosen Stammes verschwunden, möge es ruhen auf ewig, denn grauenhaft ist sein Wirken. In diesen Tagen waren wenige unter den Zwergen welche dem wahren Gott des Volkes, dem goldenen Pyrdacor noch huldigten. Sie waren jene wenige, die übrig geblieben waren von der Schlacht gegen Ebrul und sein Gefolge. Es waren jene die Syzzlan'Kar zu seiner Leibgarde erwählt hatte. Ausgestattet mit viel des mächtigen Wissens über göttliche Kräfte wie Runen und die verwundbaren Stellen der Drachen. Ihnen reichte der Drachengott als erstes die mächtigen Rüsten und Waffen, welche ihre Kräfte ansteigen ließen. Jene geringe Elite hatten dem Goldenen Herrscher der Welt ewige Treue geschworen und diesen Schwur mit gottgleicher Magie besiegelt. Ihr Herz gehörte allein Pyrdacor – ihrem Beschützer. Es war ein ganz und gar intimes Verhältnis zwischen diesen Kriegern und ihrem Herrn. Sie waren die einzigen der sterblichen Wesen, welche den Hort ihres Herrn erreichen mochten um dort Zuflucht zu suchen. Sie sahen bald die großen Verwerfungen zwischen ihrem Volk und dem Gott der Zwerge. Sie predigten zur Mäßigung, beschwichtigten die feisten Könige ihre expansiven Streifzüge zu mildern. Doch gegen den Fluch des mächtigen Goldauge waren sie machtlos. Die Gier des Steins hatte alle Tugenden der Zwerge aufgezehrt und so konnten die Drachenkrieger nichts als zusehen. Das Schicksal der Zwerge war besiegelt. Sodann legten die meisten der Drachenkrieger ihre Rüsten in geheime Verstecke, denn der Zorn des Volkes richtete sich gegen jene die den alten Idealen nachstrebten. In der Verzweiflung zwischen den beiden Lieben ihre Lebens wählen zu müssen, dem Zwergenvolk und ihrem Gott, legten viele den Titel Drachenkrieger nieder und tauchten scheinbar unter. Sie verließen ihre Städte und nannten sich Bewahrer der Traditionen. In der Hoffnung das alte Wissen über den Fluch zu retten.
Aus jüngster Zeit - Umrazimer Widerfund
Doch bald kam es zu folgenschweren Jahren in denen die Zwerge erlöst wurden. Denn das Schicksal wandte sein mächtiges Auge auf das kurze Volk und machte ihnen ein Geschenk. Alles begann mit dem Erwachen der Dunkelzwerge. Jenes düsteren Volkes, das seinen Vettern nicht gleicht, wie Feuer dem Wasser nicht gleicht. Es war Merlak, ihr Anführer, der Lüge streute in den Köpfen der Angroschim. Er kam aus den Löchern der Tiefen Erde gekrochen. Er und seine Sippe fanden Heimat in Wind, der verfluchten Stadt der Drows. Leer waren die Häuser dort denn Elashinn war die neue Heimat der Dunkelelfen. Doch in ihrer Gier suchten sie nach Schätzen und Kostbarkeiten, doch nichts fanden sie außer altem Papier. Merlak suchte weiter, getrieben von Gier. Und eines Tages wurde er fündig. Denn auch sein Volk kennt zwergische Steimetzkunst und die versteckten Geheimtüren die sie zu erschaffen vermag. Er fand die Geschichte der Zwerge Umrazims, eingehüllt in ein ledernes Buch, staubig und alt. Merlak las mit Bedacht, jede Zeile, schließlich sogar zweimal. Er hörte gern die Geschichte jener prunkvollen Stadt, denn Gold war sein Liebstes. Und er horchte sich um, nach den edlen Zwergen Umrazims und erfuhr von ihren Reichtümern die sie an der Oberfläche gesammelt hatten. Ja, er wollte es haben, denn der Neid ergriff ihn und er überlegte eine List. Er lud den Anführer der Zwerge Umrazims zu sich, in sein verlogenes Nest, Wind. Und säte die Lüge er wisse wo Umrazim liege und sei bereit seine Weisheit zu verkaufen. Ovdin, damaliger Herrscher, trat also in die alte Stadt in der er einst selbst gelebt. Doch als er in die Höhlen Winds kam, da umhauchte ihn die Brise der Tücke und er roch des Dunkelzwerges Verrat. Er blickte Merlak schließlich in die Augen und lauschte seinen falschen Worten. Sein Geist träumte davon Umrazim zu finden, von Ruhm und Ehre, doch er musste erkennen, dass man ihn betrog. Und so stand er zornig auf, schlug mit der Faust auf den Tisch und schrie Merlak Verwünschungen entgegen. Doch die Zwerge sollten Umrazim finden. Und als sie Dank einer Münze die entscheidenden Hinweise fanden, da drangen sie in ihre tiefen Stollen ein, nahmen Hacken und Schaufeln und gruben gen Umrazim. Ja, ihre Augen glänzten vor Gier, vor Vorfreude das verlorene Juwel zu finden. Freude hatten sie zurecht, denn was neben der Münze ausgegraben wurde, war nicht wenigeres als Goldauge, der Gemme des Schicksals. Doch wie bereits erzählt lastet er wie ein Fluch mit Unheil über dem kleinen Volk. Doch die Zwerge nutzten die große Macht des Steines und blickten durch die tiefen Felsen der Erde wie durch Wasser. Und so fanden die Zwerge zurück in ihre Stadt, doch verpestet und zerstört fanden sie das Juwel vor. Dämonische Kreaturen der Unterwelt hausten in den stolzen Palästen und labten sich an den gepeinigten Seelen der Zwerge. Untote Zwerge drangen aus dem Boden und griffen ihre Brüder an. Seelenlos und auf ewig verdammt. Und Goldauges Fluch säte Zwietracht zwischen die Zwerge. Gier und Neid flammten auf wie Waldfeuer im Sommer. Sie stritten wer schuld sei an diesem Zustand. Wiesen den einzelnen Familien die Schuld zu und sprachen gar schreckliche Dinge gegeneinander aus. Dann schließlich schien das Schicksal wiederzukehren und der erste Zwerg erhob die Axt gegen Bruder und Freund. Und so hätte sich alles wiederholt und der Brudermord hätte die Zwerge in eine zweite Zeit des Zorns getrieben. Doch Loial, der erste Geode Schattenwelts erkannte den Fluch des Gemmen und als der untote König Umrazims mit seinen Mannen gegen die Zwerge in die Schlacht zog, da ergriff Loial den verfluchten Stein, sprach magische Worte und mit all der Essenz seines Lebens, zerschmetterte er Goldauge zu Staub. Umrazim war genommen, der Fluch gebrochen.
Hier endet der mehr geschichtliche Teil dieses Werkes. Es bleibt zu bemerken, dass propagandistische Passagen frei übernommen wurden aus Quellen der alten Zeit. Der Leser stelle daher ruhig desöfteren „Fakten“ in Frage.
=== Drachenkrieger - die ersten, zwergischen Helden Drachenkrieger entstanden also, so wird vermutet in den Tagen des Zorns. Zusammen mit den Geoden, teilten sie eine besondere Liebe zu ihrem eigenen Volk. Als in der Vergangenheit Zwerge einander ermordeten, fühlten diese Krieger eine tiefe Trauer über den Zustand ihrer Brüder. Sie sahen zurück auf glorreiche, friedliche Zeiten. Zeiten in denen Glaube, Recht und Brüderlichkeit Tugenden des Alltags waren. Doch der Glaube war gegangen, sogar ihr Gott Pyrdacor hatte sein Haupt abgewandt und so standen sie ohne Schutz. Das Recht der alten Tafeln war überworfen worden, von jungen, ungestümen Königen die Regeln und Traditionen nicht achten wollten, sondern nach dem Blut ihrer Vettern gierten. Und schließlich war auch die Brüderlichkeit unter den Zwergen verschwunden. Hierzu muss angemerkt werden, dass die Zwerge kein besonders fruchtbares Volk sind. Zwergendamen sind seltene Geburten in einer Gemeinschaft von Zwergen. Und überhaupt werden dadurch Geburten sehr selten. Daher ist es zu verstehen, weshalb Zwerge den Mord eines anderen Zwergs derart verachten. Denn wenn auch Streit unter ihnen häufig ist, so sehen sie sich doch gemeinsam einem Volk wie dem Menschen ohne Brüderlichkeit unterlegen. Zwerge empfinden den Brudermord als Mord an ihrem eigenen Stamm. Bezugnehmend auf den Kodex der Drachenkrieger, ist nun zu verstehen weshalb diese drei Tugenden, an vorderster Stelle stehen. Sie waren die ersten Gebote die, die ersten Drachenkrieger niederschrieben, denn zu ihren Zeiten waren sie die Wichtigsten. Durch die Wahrung der alten Tugenden wurden die Bewahrer der Tradition zu Feinden ihrer eigentlichen Herrscher. Zuerst in geheimen Treffen mit Geoden, die nur als Gelehrte bekannt waren, später in eigenen „Kreisen“ hielten sie zunächst ihre Stimmen still. Doch schnell sollten sie ihre Gewissen plagen und aus den einstigen Geheimbunden wurden schnell rebellische Zellen, die aus den Lagern ihrer Stämme flohen um offen gegen die Könige dieser Zeit kämpften. Dabei halfen sie Familien und Schwachen aus den Händen der machtgierigen Monarchen zu fliehen und den drastischen Steuern und der Unterdrückung zu entkommen. Sie sabotierten die Armeen, waren sie doch nicht selten ranghohe Krieger in ihnen gewesen, und halfen Gleichgesinnten zu einer verdeckten Flucht aus den Kriegerkasten. Sie lebten entbehrungsreich und nährten sich mehr von der Liebe zu ihrem Volk als von der Nahrung die sie erstritten. In diesen Tagen, den Tagen des Zorns, war der Bewahrer der Tradition unter den Zwergen eine Legende, die vielerorts von den Zwergenkönigen bestritten wurde. Viel vermochten sie gegen den Fluch, der Leid und Entbehrung gebracht hatte, nicht auszurichten, doch manche Sippe und mancher Stamm existiert heute nur, weil sie den Schutz der Bewahrer der Tradition genossen hatten. Als Gegenleistung sprechen die Sagen mancher Sippen von göttlichen Kräften, die in Form von Runen gebannt wurden. Die Bewahrer der Tradition, als abgekapselte Zwerge, begannen dem Glauben wieder zu folgen. Als Umrazim, die größte Stadt der Zwerge, dann schließlich durch die Orks fiel. Waren heimlich auch viele Bewahrer der Tradition unter den Kämpfenden in den Stollen. In die Armeen des gierigen Königs geschmuggelt, kämpften sie weniger für ihn, sondern um die Leben der Einwohner. Sie versuchten dieses Juwel ihres Volkes zu retten und eventuell dadurch Anerkennung und Verständnis für ihre Ansichten zu erhalten. Der Ausgang dieses Kampfes ist jedoch bekannt und auch die Bewahrer der Tradition wurden nackt aus den Stollen getrieben. Sie zurrten an ihren Bärten und rauften sie. Kein Volk konnte überleben ohne den Schutz eines Gottes. Kein Volk vermochte diesen Fluch zu brechen, ohne die schützende Hand eines Wesens. In diesen Tagen sprach der goldene Pyrdacor erneut zu den Zwergen. Zu dem ersten Priester des Stammes Aborelms, den Zwergen aus Umrazim. Farthog Fanderam, war sein Name. Und als bald die Tage des Zorns dem Ende entgegenschritten, da verkündete er seine Botschaft und die Zwerge wurden zu den Kindern des Drachen. Erklärend soll hier erwähnt werden, dass Pyrdacor sich zunächst nicht zu erkennen gab. In Aufzeichnungen die nach dem Tod Farthogs in seinen Gemächern gefunden wurde, spielten sich die ersten Eingebungen wie folgt ab:
„Vor den Toren der gefallenen Stadt erklang seine Stimme.(...) Seine Präsenz füllte mein Wesen, verdrängte Verzweiflung und Unmut. Er sprach mit mächtiger Stimme, doch sein Wesen war verhüllt, denn ein goldener Schein verbarg sein mächtiges Erscheinen.(...) Ich wage nicht zu sprechen welch´ ein Wesen er sein mag. Mir scheint ´der Goldene’ verbirgt sein Gesicht.“
Dies schrieb er an den weisen Rat von Neu-Umrazim im 10ten Jahr nach dem Umrazimer Exil. Als die Gemeinschaft der Bewahrer von diesen Nachrichten hörte und sich die Zwerge dem Drachen Pyrdacor unterwarfen, folgten auch die Bewahrer. Sie legten den Namen Bewahrer ab und nannten sich fortan wieder Drachenkrieger. Es gibt allerdings nur Aufzeichnungen aus königlichen Archiven, diese sind jedoch unvollständig und teils nicht glaubwürdig, denn Kriegpropaganda kannte man schon damals. In den folgendes Jahren ebbte der Fluch langsam ab. Ordnung kehrte zurück zu den Zwergen und neue Reiche bildeten sich. Die Drachenkrieger hatten ihre eigentliche Aufgabe eingebüßt, wurden teils zu den Herrschern der Stämme erklärt oder unterwarfen die unrechten Könige. So wurden sie über die Jahrhunderte weniger und ihre Zahl schwand bis sie schließlich nicht mehr existierten. Nur ihre Kodizes und Tafeln sind in den Archiven erhalten, Erbstücke von Königen und Stämmen. Die Kunst der Runenschrift ist bis auf ein simples Buchstabenalphabet verlorengegangen.
Der Drachenkrieger und seine Umgebung
„Staub, Gemäuer & Sehnsucht. Es gibt Zeiten im Leben, da fühlt man die Stärke vergangener Tage. Wie eine alte Liebe vergangener Sommer kehrt sie zurück in die Adern, lässt das Herz pulsieren und rastlos werden. Wie ein eingerissener Staudamm bricht das Alter erneut hinfort und noch einmal darf das pure Leben durch die Adern des Flusses sprudeln und wild alles fort reißen, was alt und staubig ist. In den tiefen Festen der Zwerge sieht man selten das Licht. Manch ein Elf der in die Gnade erfuhr die mächtigen Tore der Stadt Umrazim zu erblicken, berichtet von einem trüben Glanz der über dem Juwel der Zwerge liegt. Kein Glanz wie die gleißenden Strahlen der Sonne im Wald von Yew. Kein Glanz wie die polierten Rüstungen der Wachen in Britain. Das schummrige Licht und das Grau des Fels taucht das Reich der kleinen Herren in eine gespentische Starre. Die Wachen der Tore stehen stumm und grimmig in prachtvollen Rüsten dort. Doch Schweigen liegt über den Zwergen. Ein grauer Schleier der Stille. Das Leben in diesem Reich scheint erstarrt, wie die in Stein gehauenen Abbilder glorreicher Vorväter. Wenige Lichter glänzen dieser Tage im Reich der Zwerge. Selten hört man die feinen Kettenhemden der fahrenden Händler auf dem Märkten der Welt rasseln. So manche Taverne beklagt den Einbruch des Bierabsatzes. Doch aus den tiefen Bergen der Schattenwelt dringt kein Laut. Als schliefen die Angroscho. Ein stetes Klimpern. Metallisch und fern. Ein Jungzwerg der sich am Amboss übte. Stramme Musklen, kurzer, feuerroter Bart. Runde und klare Schweißperlen standen auf seiner Stirn und glänzender Eifer setzte ein Feuer in seine Augen. Kraft der Jugend. Der Anblick dieser Szenerie fiel in ein ganz anderes Auge. Trüb war es. Gebraucht und sehr alt. Buschige weiße Augenbrauen ragten teils mit langen Haaren in das Blickfeld und verdeckten den Blick auf die wässrigen Augen. Keine Schweißperlen standen auf der Haut dieses Zwerges. Trocken und staubig wirkte die faltendurchzogene Oberfläche, ledern und gebraucht. Ein Schluck aus dem Humpen und ein tiefes Grummeln aus dem Magen. Der Schaum fand seinen Weg in den buschigen, langen Bart des Zwergs und bahnte sich seinen Weg durch die dichten Haare hin zum stolzen Bauch des kleinen Herren, der durch eine schimmernde Platte Metall geschützt wurde. Doch auch auf ihr lag nur noch der trübe Glanz vergangener Tage. "Beinahe wie der Junge Angborn." murmelte Ovdin zu sich selbst. Angelehnt an ein der großen Säulen auf dem Markt bei Umrazim betrachtete er einen der wenigen jungen Schmiede. Eine Entscheidung war getroffen. Vielleicht auch im Eifer des dritten, großen Humpens. Es war Zeit, so spürte Ovdin. Seine alten Hände waren zittrig und das Bier machte seinen Kopf schwer und den Blick neblig.
Schweigend stand er im Thronsaal der großen Stadt. "Zur Ehre der 'Mächtigen'. Zur Ehre der Zwerge Umrazims" stand dort im Fels. Grimrogs Gestalt nebst Tulien seiner Frau. Groß und still waren sie dort in den Stein gehauen. Und Ovdin stand vor ihrem Abbild, klein und etwas ratlos. Er hatte auf diese Zeilen geschworen und nun schien die Zeit gekommen, als es nötig schien etwas zu tun, dass er gehofft hatte niemals tun zu müssen. Doch es musste vorbereitet werden.
Es hatte keinen Zweck. Der Regen sog sich durch jeden Stoff, auch durch den Wachsmantel, den Ovdin dabei hatte. Hoffentlich hatte man seine Ankunft von Weitem bemerkt, denn er hatte wahrlich wenig Lust hier weiter im Regen zu warten. Wie ein kleiner zusammengekrümelter Felsen stand er am Tor und donnerte dagegen. Leise flüsterte er Flüche auf das Wetter und noch etwas leiser auf die Wachen der Festung. "Lasst mich ein!" rief er die Zinnen hoch, "hier steht ein alter Zwerg und wird vom Regen durchnässt. Es ist wichtig und ich bin sogar bereit zu zahlen !!!" donnerte seine Stimme. Wie lange es nun wohl noch dauerte ? Das Leben hatte sich in das innere des Orden zurückgezogen Und das Unwetter war hierbei nicht ganz unschuldig so schien es, doch auch bei jenem starken Regen war man sich in dem Orden des weissen Drachen seiner Pflichten bewusst. So wandte sich einer der beiden Wachen zu dem ausrufenden des Zwergen vor den Toren, während dem anderen ein lautes Niesen entwich. Leise hörte man ebenfalls von dem gerüsteten Wächter welcher sich auf die Hellebarde stützte Flüche über das jetzige Wetter während ihm ein zweites lautes Niesen entwich. Der scheinbar ältere des Wachdienst Paares, welcher von mehr Disziplin geprägt war musterte den vor den Pforten befindlichen Zwerg flüchtig unter den schweren geöffneten
Helm hindurch und entgegnete in gemäßigter Lautstärke aber so noch das es durch den Regen hindurch zu seinem Ziel schallte: “Targal im Namen des ehrenwerten Orden des weissen Drachen Herr“ sprach der Mann welcher ebenfalls eine mit dem Siegel des Ordens verzierte Hellebarde in seinen Händen wog mit recht freundlicher Stimme „man wird euch Eurer Gewiss annehmen, doch bitte ich euch um einen Moment der Geduld auch in Anbetracht dieses Wetters muss ich erst nach einem Bruder schicken lassen, ehe wir euch Einlass gewähren können.“ Sogleich erfolgte ein etwas lauterer Ruf und es schien für einen Moment als würde sich etwas auf den Zinnen der Ordensmauer regen. In der Tat huschte ein Gardist welcher das Geschehen bis hierhin verfolgen konnte schnell von dem Wehrgang und lief zum Hauptturm des Geländes. Weiterhin verstrich etwas Zeit und der Regen prasselte unnachgiebig auf die sich vor den Toren befindlichen ein, dann ertönte eine Stimme hinter den Mauern mit den eindeutigen Worten „bitte, öffnet das Tor“ Befehlsgewalt lag jener Stimme fern, doch lag in ihr eine gewisse Strenge gleichzeitig wie Milde und Freundlichkeit. Als Reaktion schien sich das recht massive Tor sogleich in Bewegung setzen, von zwei weiteren Mannen geöffnet. Hinter ihnen stand der Mensch welcher so eben rief, ein -für einen Menschen- recht kleiner Mann mit recht dürrer Statur, welche in der recht langen Robe verloren ging. Sogleich wandte sich der Mensch zu der scheinbar Befehlshabenden Wache im recht freundlichen Ton von zuvor „ich werde übernehmen, habt dank Bruder“ sogleich nach den Worten wand er Ovdin zu und beugte sich leicht vor und gestikulierte mit den Händen eine einladende Geste „Targal werter Herr, ich freue mich euch im Namen der Familie des weissen Drachen von Lork ,seinem Orden, begrüßen zu dürfen und bitte der Wartezeit wegen um Entschuldigung. Ich bin Xan Aloufin Bruder des Ordens und würde mich freuen wenn ihr mich nach drinnen begleiten würdet um euer Anliegen im trockenen zu besprechen“ erneut gestikulierte der Ordensdiener mit den Händen und deutete dabei auf den sich hinter ihm aufbauenden Turm welcher das Herzstück im Orden bildete...“
Ein Drachenkrieger ist der Hüter seiner Sippe. Er ist ehrbar und stolz. Auch deshalb schon weil meist nur bereits etablierte und ruhmreiche Krieger den Segen des Drachen empfangen. Ihre vielen Jahre haben ihnen Verständnis und Weitsichtigkeit geschenkt, sofern ein Zwerg sanftmütig ist zählt auch dies zu ihren Eigenschaften. Der Drachenkrieger genießt hohes Ansehen in der Gesellschaft der Zwerge. Er ist ständig darum bemüht, Traditionen und Sitten zu bewahren und zu stärken. Fest- und Feiertage der Gemeinschaft Pyrdacors weiß er zu feiern und hält seine Umgebung dazu an, es ihm gleich zu tun. Oft sind Drachenkrieger hohe Generäle in den Armeen der Zwerge, was sie auch zu Vorbildern für junge Zwergenkrieger macht. Aber auch vor allem mit den Schmieden und Steinmetzen verbringt der Drachenkrieger gerne viel Zeit. Mit ihnen spricht er über Runen und Rüsten. Ersinnt neue Kombinationen an den schützenden Zeichen und versucht vergessene Künste mit den Geoden neu zu entdecken. Er lebt auf in den Künsten und Schönheiten der Zwerge und liebt seine Heimat. Er ist auf der Suche nach Frieden für sein Volk und versucht ihre Kultur zu erhalten. Er ist der Verteidiger alles Zwergischen und die Inkarnation des goldenen Drachen Pyrdacor, dem er folgt bis in den Tod.
Charakter und Wissen
„Pah! Der alte Balor hat Äxte geschmiedet. Nicht so Küchenmesser wie ihr !“ Drachenkrieger sind bekannt für ihren Stolz. Ehrbarkeit und Ansehen sind ihre höchsten Güter. Nach dem Kodex der Tafeln verhalten sie sich stets, auch wenn es ihren Nachteil bedeutet. In Starrsinnigkeit mag der eine oder andere Drachenkrieger sein menschliches Pendant sogar übertreffen. Der Drachenkrieger schlichtet Streit zwischen Familien, hütet Gesetze und Traditionen. Dabei zeichnet ihn Zielstrebigkeit und Geduld aus, die ihn zu einer gelassenen Person machen. Sein einziger Schatz ist seine Heimat und seine Brüder. Um ihre Erhaltung ist er besorgt und stellt eigene Bedürfnisse hinten an. Bei Festen und Feiern ist er durchaus nicht mit den Geoden zu vergleichen. Er fröhnt dem Biere, denn es ist der Lebenssaft der Zwerge und Pyrdacor sieht es gern wenn die Zwerge im Rausch sind. Die Aggressivität im Rausch ist Teil der ganzen Sache, man mag jetzt meinen, dass es nicht im Sinne des Drachenkriegers sein kann, wenn Zwerge sich wegen ihrer Trunkenheit streiten. Allerdings sieht der Drachenkrieger darin keine Gefahr. Er schätzt vielmehr die Ehrlichkeit die der Rausch in vielen an das Licht bringt. Und wenn durch ein paar Beulen eine Streitigkeit geklärt werden kann, dann greift der Drachenkrieger nicht ein. Er würde nur eingreifen, wenn ungleiche Kräfteverhältnisse herrschen und ein ehrlicher Kampf vermieden wird. Überhaupt verabscheut der Drachenkrieger den ungleichen Kampf. Jungzwerge die sich dieser Ehre nicht unterwerfen werden aufs Härteste gerügt und eine Tracht Prügel für sie ist nicht selten. Ein Drachenkrieger würde niemals Gift einsetzen oder seinem Gegenüber im Kampf nicht ins Auge blicken. Armbrüste und Bögen sind ihm ein Greuel. Er liebt es auch missmutig zu sein. Nichts stellt ihn offenbar zufrieden. Entweder ist es zu feucht, zu dunkel, es stinkt, zu kalt, zu heiß oder eben einfach nicht so wie es sein sollte. Ein richtig gibt es bei ihm nicht. Zwar mag er grummelnd zugeben, dass es nicht allzu schlecht ist, aber es ist immerhin schlecht genug. Man könnte sagen, der Drachenkrieger ist nur zufrieden wenn er unzufrieden ist. Dabei ist er nicht immer sonderlich gesprächig, was seine Kritik angeht. Ein Grummeln und Murmeln hier und dort, dann weiß jeder bescheid was er gerade sagen will.
Auftreten
Drachenkrieger wissen um ihre Stellung. Ihr Auftritt ist daher stets edel und eindrucksvoll. Sie zieren ihre Rüsten und Waffen mit zahlreichen Runen, flechten ihre Bärte zu kunstvollen Zöpfen und weben goldenes Geschmeide in die meist weißen Haare. Sie lassen an ihrer Selbstsicherheit keinen Zweifel und geben sich gerne autoritär. Als Berater hoher Zwergenpersönlichkeiten, stehen sie aber oft bei Versammlungen im Hintergrund und lauschen den Worten der Anwesenden. Ihre Axt vor sich gestellt, lassen sie jeden aussprechen und versuchen List und Tücke, Lüge oder Wahrheit in den Worten der Redenden zu entdecken (nicht zuletzt durch die magische Spiegelfertigkeit ihrer besonderen Axt, vgl. Kapitel 3 „Runen & Gebete“). Könige oder Generäle haben sie gerne bei ihren Versammlungen, denn durch den ruhigen Auftritt der Drachenkrieger und ihre scharfe Beobachtungsgabe, wurde schon so mancher Disput gewonnen.
Bekleidung
Schmuckstück eines jeden Zwergenkriegers ist seine Rüstung und die Drachenkralle. Die Rüstung wird im am Tag des Drachenkriegers überreicht. Aus feinsten Metallen muss diese Rüstung sein, denn sonst hält sie den Belastungen durch die Kräfte der Runen nicht stand. Sie sind stets in bestem Zustand und werden täglich gepflegt. Ähnlich verhält es sich mit der Waffe. Diese „Drachenkralle“ ist der verlängerte Arm des Drachenkriegers und muss ständig gewetzt und geölt werden. Nicht nur Schutzrunen aber auch Zierrunen und Edelsteine schmücken diese Waffe. Die gilt als Zeichen für die glorreiche Kraft des Goldenen mit denen Ungetier wie Orks und Ratten erlegt wird.
Wortwahl
Der Drachenkrieger ist belesen in Geschichte. Teil seiner Aufgabe ist schließlich die Erhaltung der Kultur. Er weiß um die alten Gesetze der Könige, kennt lehrreiche Geschichten aus der Vergangenheit. Manchmal mag ein Drachenkrieger auf eine ungeschickt formulierte Frage, sein „Opfer“ einige Stunden beschäftigen und ihm alle Lehren und Merksätze aufzählen die ihm zu einer alten Geschichte einfallen. Dadurch sichert er aber oft das Wissen um Fehler die Generationen vor ihm gemacht haben. Seine Wortwahl gleicht daher oft der, der Bücher und Tafeln. Sie ist im Grunde gleich mit der Sprache der Zwerge, doch klingt sie teils etwas staubig. Verletzender Begriffe und Titel entledigt sich ein Drachenkrieger nicht. Er weiß seine Gegner zu beschimpfen und zu verfluchen, auch Jungzwerge und Streithähne kann er verbal in die Schranken weisen. Zwar ist ein Drachenkrieger meist alt und besonnen, reizt man ihn jedoch ist es als trete man eine Lawine los, sowohl im Kampf als auch im Disput.
Ehre und Stolz
Hierzu ist schon einiges gesagt. Ähnlich wie menschliche Paladine lässt der Drachenkrieger kein gutes Haar an Göttern und deren Vertretern die ihm widersprechen. Eine Ablehnung der Existenz Pyrdacors oder seine Lehren bedeutet keine Gnade für sein Gegenüber. Hierbei unterscheidet sich der Drachenkrieger eindeutig. Die Charakterzüge seiner Rasse sind in dieser Hinsicht nicht zu unterdrücken, denn sein Stolz ist astronomisch. Hohn oder Spott an seiner eigenen Person hingegen ist ihm gleichgültiger. Hier hat er ein recht hohes Maß an Toleranz, denn die Würdigung durch seinen Gott lässt alle anderen Meinungen verblassen. Geht es um die Rasse der Zwerge an sich, mag er ebenfalls länger ruhig bleiben. Es bleibt jedoch kein Zweifel, dass der Drachenkrieger gerne jedem menschlichen oder elfischen Jüngling eine Lektion erteilen mag, eine Lektion die auch blutig enden kann.
Stur und überheblich?
Die Grenze zwischen Stolz und Sturheit und Ehre und Überheblichkeit ist schnell verschwommen. Der Drachenkrieger ist jedoch den Stimmen seiner Stammesgenossen durchaus hörig. Durch seine Kenntnisse der Geschichte, weiß er dass auch so manche Entscheidung der Drachenkrieger andere Zwerge das Leben gekostet hat. Daher wird er nicht stur seinen Dickkopf durchsetzen. Allerdings spielt hier der Ton seines Gegenüber eine entscheidende Rolle. Hochnäsigkeit und schlechter Tonfall erinnern zu schnell an die Könige der Tage des Zorns. Drachenkrieger hören dann schnell nicht mehr zu, blocken ab und verweigern nicht den Einwänden, sondern der ganzen Person ihre Aufmerksamkeit. Daher gibt es viele Berichte über Sturheit und Überheblichkeit unter Drachenkriegern. Die Entscheidung hierüber überlassen wir dem Auge des Betrachters.
Aufgabe und Mission
Diese ist klar formuliert. Pyrdacor. Zwerge. Drachenkrieger. Diese drei Positionen spielen in Reihenfolge die größte Rolle im Leben eines jeden Drachenkriegers. Seine Mission ist es dem Drachengott zu dienen. Dies tut er in dem er seine Gebote vertritt und verbreitet, dazu muss er sie in und auswendig kennen. Gegner seines Gottes lässt er vom Angesicht dieser Welt verschwinden, seine Gnade hierbei ist äußerst begrenzt. Er dient aber auch seinem Volk. Ob Mensch oder Ork, was die Zwerge angreift ist ihm gleich, es muss besiegt werden. Ein Drachenkrieger kämpft auch gern gegen Überzahl und macht sich aus seinem eigenen Leben recht wenig. Er weiß, dass durch das Vorbild das er gibt, ein großer Gewinn für seine Mission gemacht wird. Die Kräfte und Runen die ihm der Goldene mitgibt geben ihm hierbei ein gesundes Selbstvertrauen. Er legt sein Leben in die Hand Pyrdacors, denn er glaubt stets das er ihn ausreichend beschützt. Stirbt er dann doch im Kampf, dann zürnt er ihm nicht, sondern rügt sich selbst, denn sein Dienst muss dem Goldenen nicht gereicht haben, sonst wäre er nicht tot. Diese Ansicht zeigt das völlige Vertrauen in den Drachengott und die zwergische Gradlinigkeit in der Auslegung ihrer Angelegenheiten. Die Linie der Drachenkrieger darf nicht aussterben, denn ohne sie mag es erneut zu Brüdermord und Elend kommen. Der Drachenkrieger sucht nach geeigneten Zwergen die stark im Glauben und Ehrgefühl sind. An diese tritt er heran und prüft sie. Doch er lehrt höchstens einen Drachenkrieger in seinem Leben, denn er weiß das wenige die Kraft besitzen ihr Leben allem anderen zu widmen außer sich selbst.
Stellung unter Seinesgleichen
Wie bereits erwähnt genießt der Drachenkrieger hohes Ansehen. Sowohl unter dem normalen Volk, als auch unter den adligen Familien und den Priestern. Priester des Pyrdacor sehen in den Drachenkriegern nahe Verwandte mit den gleichen Zielen. Dabei sind sie aber vielleicht in der Durchsetzung nicht derart vehement wie die Krieger. Die Drachenkrieger sind der verlängerte Streitkolben ihres Gottes, ihr Wort gilt wie ein Gesetz. Sie beraten die Könige und strafen die Nachlässigen. Pyrdacor ist kein gnädiger Gott, seine Gunst ist wertvoll so wie die Gunst eines reichen Handelspartners. Daher ist das Bild, dass ein Drachenkrieger von einem hat, für gläubige Zwerge sehr wichtig, denn sie gelten als Vermittler zwischen dem Goldenen und den Angroschim.
Drachenkrieger im Königreich Umrazim
Folgender Abschnitt widmet sich den Drachenkriegern Umrazims, dem Königreich der Zwerge von Umrazim. Die Struktur dieses Königreiches ist wie folgt. An seiner Spitze steht der Hochkönig. Er ist der absolutistische Herrscher der Zwerge in Umrazim und verfügt über alle Rechte innerhalb seiner Grenzen. Ihm Untertan sind alle Zwerge die in seinem Reich wohnen und arbeiten. Den Gesetzen die er mit dem Rat zusammen festlegt ist jedes geduldete und nicht geduldete Wesen unterworfen. Ausnahmen sind nur durch den Hochkönig selbst zu ernennen. Wie bereits erwähnt untersteht dem König ein Rat an Vertretern verschiedener Kasten innerhalb des Reiches. Diese Kasten sind namentlich: Die Kaste der Handwerker, die Kaste der Krieger, die Kaste der Kleriker und die Kaste der Drachenkrieger (der sog. Kreis). Jeder dieser Bereiche stellt einen gewählten Vertreter für den Rat, Stellvertreter sind ebenfalls zu benennen. Die Drachenkrieger Umrazims entsenden traditionell ihren Drachenmund an den Rat, um dort für sie zu sprechen. Der Drachenmund spricht dabei nicht als vollwertiges Mitglied des Rates. Er wohnt diesem nur bei und dient als Berater, sowohl für den Hochkönig, als auch für die übrigen Vertreter. Die Drachenkrieger möchten nicht vollständiger Teil der machtpolitischen Instrumente sein, sondern fordern aus ihrer Geschichte heraus eine unabhängige Beteiligung, als Beobachter und Berater.
Drachenkrieger im Kampf
Es mag aus den vorigen Abschnitten so scheinen, als sei der Drachenkrieger, sobald ein falsches Wort aus dem Mund eines Fremden fällt, außer Rand und Band. Doch wie verhalten sich Drachenkrieger im Kampf wirklich? Dazu hilft unter anderem ein Blick auf die erste Tafel in Kapitel 4. Kommt es zu einem Duell, so ist Drachenkrieger stets gut vorbereitet. Seine Axt, die Drachenkralle ist seine bevorzugte Waffe, Rüstung trägt er ohnehin die meiste Zeit und auch Runen hat er meistens in ausreichendem Maße vorbereitet. Äußerlich wird man einem Drachenkrieger die Wut oder die Aufregung vor einem Kampf durchaus anmerken, doch er schweigt zu diesem Zeitpunkt, denn für ihn sind ab jetzt alle Worte gesprochen. Die Tafeln sagen weiterhin, dass der Drachenkrieger weder Gift noch sonstige Tücke verwenden wird, sondern seinen Gegner stets frontal und mit voller Wucht angreifen wird. Gnade für den Gegner kennt er, nämlich den schnellen Tot. Aber er verhöhnt den Schwächeren nicht, oder schändet nicht seinen Leichnam. Er wendet sich ab wenn der Kampf geschlagen ist und dankt dem Goldenen für den Sieg. Kommt es zu einer Schlacht mit seinen Brüdern, so wird der Drachenkrieger etwas besonnener sein. Die Tafeln schreiben ihm den Schutz seiner Mitzwerge vor. Und so wird der Drachenkrieger zwar versuchen stets die größte Bedrohung zuerst zu vernichten, allerdings immer mit einem Auge auf seine Brüder. Sie schützt er mit Runen des Schutzes, sofern er schon die Macht dazu besitzt (vgl. Kapitel 3). Bemerkt er, dass ein Mitzwerg in Schwierigkeiten steckt wird er sich von seinem Gegner abwenden, sofern dies nicht eine größere Bedrohung für die anderen bedeutet, und versuchen zu helfen. Handelt es sich bei seinen Gegnern um Orks, mag der Drachenkrieger wiederum seine Besonnenheit verlieren. Der Erzfeind aller Zwerge bringt auch das Blut der ältesten Drachenkrieger noch zum kochen. Hier zählt nur die Menge an Blut die seine Klinge zu schmecken bekommt.
Runen und Gebete
„Endlich... Ovdin schüttelte die Kapuze vom Kopf und gab sein nasses Gesicht frei. Der Bruder des Ordens hatte ihn eingelassen und nun standen sie im Turm des Ordens. Das alte Gemäuer roch keineswegs muffig, sondern war eine außergewöhnlich warme Stube mit vielen Fackeln und gepolsterten Sesseln. So etwas hatte Ovdin nicht erwartet. Keineswegs. Er räusperte sich und blickte in die fragende Miene des Bruders. "Nun ich werde mich wohl erklären müssen, werter Xan. Es ist für mich von höchster Wichtigkeit eure Bibliothek zu sehen. Vor vielen Jahren ist aus unserem Fundus ein Buch verloren gegangen und die einzige originale Abschrift befindet sich in eurem Turm. Ich bitte euch inständig mir Zugang zu gewähren. Es handelt sich um eine alte Formel, die Runenschmiede der Zwerge absangen um Runenkräfte auf Erze zu bannen. Nach langer Suche ist es mir gelungen genaue Hinweise auf diese Formeln zu finden und dabei stieß ich auf euren Orden. Glaubt mir, auch wenn ich nicht verraten mag was alles daran hängt, es ist äußerst wichtig." er atmete tief durch und erwartete eigentlich eine ablehnende Miene des Ordensmannes. Stattdessen blickte dieser ihn nur etwas verdutzt über den Redeschwall an und schien genauer zu überlegen. Ovdin hoffte inständig auf Zutritt, denn er hatte nun schon Jahrzehnte seines Lebens damit verbracht diese Reise vorzubereiten und musst es einfach schaffen. Noch etwas erschöpft blickte er zu der hageren Gestalt. Begehren nach Wissen Es war nicht ungewöhnlich das Reisende den Orden aufsuchten um in dessen Bibliothek nach bereits vergangenem Wissen zu suchen, hat der Drache selbst ihnen nicht geholfen Zugang zu Werken zu erreichen welche bis in längst vergessene Tage reichten, soüberraschte Xan das Anliegen des Zwerges nicht, ruhig wiegte er für einen Moment hin und her, dann fuhr er mit der rechten Hand durch den kurzen Kinnbart während die linke auch seine bereits Wasser getränkte Kapuze nach hinten warf um den kahl geschorenen Kopf zu enthüllen. Nicht ablehnend war jene Mimik die er Odvin entgegen brachte doch schien er zunächst etwas nachdenklich. Letztendlich antwortete er dann mit einem etwas besorgten Ausdruck dem Zwerg nicht das geben zu können was es ihm verlangte „zunächst muss ich euch mitteilen das ich euren Verlust jenes Werkes zu tiefst bedauere aber ich freue mich das der Orden euch vielleicht bei eurer Suche helfen kann“ für einen kurzen Moment hielt er inne und musterte den Zwergen erneut wobei der Ordensbruder etwas länger ausatmete „doch muss ich euch leider mitteilen, das jenes Original so es sich noch im Orden befindet leider in unseren Mauern verwahrt bleiben sollte, so ihr es nicht auf dringenste benötig, dann werde ich Selbstverständlich den Rat fragen und Absprache mit den gelehrten des Orden halten... nun nicht desto trotz steht es euch natürlich frei das Original in unseren Mauern zu begutachten und so ihr wollt könnt ihr selbst eine Abschrift erstellen oder ich selbst werde mich in eurem Namen darum sorgen“ erneut strich er sich durch den Kinnbart während abermals nachsinnte „auch werde ich euch bei der suche in der recht weiten Bibliothek helfen, es dürfte anspruchsvoll werden... bitte entzündet kein offenes Feuer innerhalb der Bibliothek und achtet auf angemessene Lautstärke damit wir die Arbeit der gelehrten nicht behindern“ dann setzte die Hand ab als er beschloss fürs erste alles wichtige erwähnt zu haben, sein blick war nun ein Lächeln welches dem Zwerg warm entgegenschlug. Die Suche begann Ein feines Lächeln huschte über das Gesicht des Zwergs. Der Ordensbruder Xan bedeutete mit einer ausladenden Geste die Stufen hinauf zu gehen um zur Bibliothek des Ordens zu gelangen. Ovdin nickte ihm kurz zu. "Ihr habt meinen Dank und eine Abschrift dürfte mir genügen." er legte dabei den nassen Mantel ab und übergab einem Laufburschen seine Waffen und den schweren Rucksack. Auf Ovdins besorgten Blick antwortete Xan mit einem Nicken, dass Ovdin zu versichern schien das sein Hab und Gut sicher aufgehoben war. Der kleingewachsene Zwerg ging dann hinauf um sich im reichhaltigen Fundus des Ordens auf die Suche zu machen. Er spürte, dass dieser Turm etwas mystisches hatte und die zahlreichen Abblidungen von Drachen und sonstigen Würmern auf Schilden, Waffen, Wandteppichen ließen den alten Umrazimer beinahe vergessen wo er war. Seine Schritte hallten an den alten Mauern wieder und das schummrige Licht des Treppenhauses gab langsam den Blick auf die großen Flügeltüren der Bibliothek frei. Mehrere Ordensbrüder gingen hier oben stumm durch die Gänge. Alle trugen sie das hellblaue Gewand des Ordens. Als Ovdin voran die Treppe heraufkam, da schauten sie alle nicht schlecht. Auch wenn sie sich vielleicht nichts anmerken lassen wollten, aber so oft sahen sie keine Zwerge hier. Interessiert verfolgten ihre Blicke der kurzen Herrn um dann oft fragend zu Xan zu blicken. Es verlor jedoch keiner ein Wort. Meistens gingen sie ihrer Wege. In den Gängen nahe der Bibliothek war offenes Feuer verboten und gleichzeitig hatten die Räume aber auch keine Fenster oder Abzüge, denn Feuchtigkeit beschädigt sonst die kostbaren Schätze der vergangenen Jahrhunderte. Daher hatte der Orden leuchtende Steine, ungefähr faustgroß, offenbar von Magiern herstellen lassen, die in hellblauem Licht auch ohne die Gefahr einer offenen Flamme Licht auch in die verstaubtesten Bücher und Regale bracht. Diese Steine tauchten die ganze Umgebung in mystisches Licht und machten die Stille umso besonderer. Die Stille, das diffuse Licht und die teils vermummten Gestalten, die mit langsamen Schritten durch die Gänge liefen, erstellten eine Stimmung die Ovdin schon unheimlich und doch ehrenvoll erschien. Aus einem Regal, das an der Pforte zur Bibliothek stand, konnte jeder Besucher einen der blauen Lichtsteine nehmen um dann auf seine Suche zu gehen. Immer wieder blickten sich Ordensmitglieder um, rätselten was ein Zwerg hier suchen mochte. Und wenn Ovdin ehrlich war, dann fragte er sich das gerade auch selbst. Er war kein belesener Ordensbruder, der sich in den weiten Fluren der Regale zu Hause fühlte. Angesichts dieser Menge an Büchern, Schriftrollen und Mitschriften aller Art und jeden Alters, wünschte sich Ovdin einen Zwerg wie Muragosch, der sich monatelang mit den staubigen Seiten beschäftigen konnte. Sicherlich, Ovdin las für einen Zwergenkrieger recht viel, aber die Aufgabe, die hier auf ihn wartete übertraf alles bei weitem. Er seufzte deutlich hörbar. Es half ja alles nichts, er musste sich sogar beeilen und schritt daher mit dem blauen Lichtstein voran. Xan schien ihm zu folgen, drehte sich aber immer wieder zu anderen Brüdern und schien erklärend die Anwesenheit des Zwergs zu rechtfertigen. Mancher Bruder schaute ärgerlich herüber, zwar polterte der Zwerg nicht lauthals durch die Flure, aber das prasselnde Kettenhemd alleine schien manche zu stören. Ovdin selbst aber schaute nur entgeistert auf die Menge an Lektüre. Dann wandte er sich an Xan. "Nun... um ehrlich zu sein. Ich ... öhm, ich suche zwei Bücher. Aber wo finde ich sie?" fragte er etwas beschämte zu dem hageren Bruder. Ein feines Lächeln huschte über dessen Gesicht, mit einer Mischung aus Belustigung und Überraschung. Er stellte Ovdin einen jungen Burschen beiseite, der ihm half sich zurechtzufinden. Und so begannen sie mit Leitern und Lichtsteinen, hellblauen Schein in das Wirr Warr der Bücher und Flure zu bringen. Allmählich wurde Ovdin einiges klar: es würde sicherlich einen Tag dauern alles zu finden und weitere Stunden die Bücher zu durchforsten. Da musste er noch lauter seufzen. Nach gut zwei Stunden taten sich erste Lichtblicke auf. Es war klar in welcher Sparte Ovdin suchen musste. Der Schmiedevers der alten Runenmeister war in seiner Struktur unbekannt. Ovdin wusste, dass er im Grunde in der Literatur über Drachen suchen musste. Doch in seiner ersten Spur, dem Buch über "Klerikale Wunder der Drachenkulte", hatte sich als falsch erwiesen. Zwar waren dort Verse und Gedichte von Khorn Feuerhammer gefunden worden, allerdings handelte es sich hierbei um Impressionen über Essenglut und dem Klang eines Schmiedehammers. Ovdins Instinkt hatte ihm eine andere Spur aufgetan. Er ging mit dem Bruder die Titel über Drachen durch. Hier und dort wurde geblättert, manchmal musste ein weiterer Bruder um eine Übersetzung gebeten werden, aber zunächst blieb die Suche erfolglos. Ovdin schlug wütend ein Buch zu. "Es ist zum Barthaare spalten... wo kann dieser Mist denn noch versteckt sein !!" zürnte er. Doch er würde nicht aufgeben. Die alten Runenmeister hatten ihren Spruch erhalten und Ovdin war sicher, dass er in diesen Wänden zu finden war. Alles hatte auf diese Bibliothel hingewiesen, es durfte einfach kein Irrtum sein. Er blätterte und blätterte. Mehrmals schon mussten die magischen Lichtsteine ausgetauscht werden, denn ihre Leuchtkraft verlor sich mit der Zeit. In den Stunden der Nacht, als im Drachenorden normalerweise die übliche Nachtruhe einkehrte, da scharten sich immer noch eine Handvoll Ordensbrüder um einen breiten Tisch, gingen hier und dort zu den Regalen. Alle lasen und suchten sie, die meisten getrieben von Neugier, die wohl wie eine ansteckende Krankheit vom Zwerg auf die gewandten Literaten übergesprungen war. Sie waren gefangen von dem Feuer und dem Interesse des Fremden in ihren Reihen. Wobei der Fremde selbst davon nicht sonderlich viel mitbekam. Dieser blickte nur selten hoch, rieb sich seufzend die Augen oder hörte sich einen Vorschlag eines Bruders an. Doch bislang hatten sie nichts gefunden. Ovdins Kehle dürstete nach kühlem Bier und sein Kopf hatte wahrlich keine Lust mehr an den geschwungenen Buchstaben der Gelehrten. Viel lieber hätte er die Schmiedeverse aus den händen eines wildgewordenen Orks gedrescht als sich hier in einem Turm mit Menschen zu verschanzen. Und so langsam lichteten sich auch die Reihen der Brüder. Und Ovdin stand zusehens der Übermacht von Büchern alleine gegenüber. Ein ganzes Zwergenleben hätte nicht gereicht um alle Bücher über die Drachen zu lesen, die hier lagerten. Und so glitt Ovdins Blick immer öfter die dunklen Flure entlang, die Regale hoch und verlor sich recht hoffnungslos im Dunkel der hohen Decken. "Was würde der alte Kletsch nun tun?" fragte er sich. "Ach Ovdin...", hatte der Elementargeode immer gesagt,"zerbeisse deinen Verstand nicht immer an Granit, sondern versuche die weichen Stellen deiner Aufgabe zu finden. Beginne an den Anfängen, so wurde auch diese Welt geschaffen... in ihren Anfängen." Und Ovdin dachte nach. Um ihn war es nun entgültig still geworden und der Orden schlief. Und Ovdin schlief. Er träumte. Leise entfernte Schritte. Lange Flure aus feinen Steinblöcken. Blaues Licht und ein feiner Hauch von kühlem Wind. Schritte die sich näherten. Aber nicht bedrohlich sondern gemächlich jedoch bestimmt. Ein Blick um sich herum. Der Thron, angestrahlt duch einen Kegel des Mondlichtes. Alleine dort im Dunkel. Die Schritte näherten sich. Ovdin strebte ziellos umher, näherte sich dem Thron. Doch er spürte den mächtigen Unbekannten. Sein Blick viel auf den Thron, dessen kühler Stein nun direkt vor ihm war. Doch Ovdin wagte nicht ihn zu berühren, denn er schien ihm heilig. Es waren nicht die Siegel Umrazims die Steinmetzmeister in den Fels gekerbt hatten. Es war ein bekanntes Siegel für Ovdin, oft hatte er es auf Buchrücken gesehen. Er trieb fort vom Thron, horchte den Schritten. Und sah schließlich wie der Unbekannte in den Kegel trat. Ovdin senkte den Blick, denn der Zwerg trat in schimmernder Rüstung in das Licht. Sein Gesicht war nicht zu erkennen, denn der goldenen Schein seiner schlichten Krone blendete jedes Auge. Doch Ovdin spürte Augen die auf ihn sahen und er wagte es nicht ihnen zu begegnen. Die Rüstung glänzte ebenfalls in Gold und Edelsteinen und ein prächtiger, weißer Bart prangerte in der Mitte. In seiner Rechten hielt er eine Axt die er mit unglaublicher Leichtigkeit zu führen schien und die mit reichem Geschmeide verziert war. Seine Linke ruhte auf der Lehne des Throns, jedoch auf einem Buch. Und er sprach: Golden sind seine Schwingen, ungezählt sein Alter. Doch treu seine Diener, stark wie sein Wille. Er wählte den Stärksten, mit Axt und Verstand, gab Feuer und Blut, mit heiliger Macht. Die Letzten gestorben, doch schrieben sie nieder, was er gewollt, auf das einer kommet der genügend Ehre ihm zollt. Dann strich er über das Buch, welches einen goldenen Drachenkopf auf dem Einband trug.
Aehnlich wie ihre menschlichen Gegenüber, verfügen die Drachenkrieger über die Fähigkeit Wunder zu wirken. Allerdings müssen diese Wunder schon vorbereitet werden. Genau wie bei Menschen sind zu Initiierung dieser Wunder Auslöser nötig. Vor langer Zeit als Angrosch die Zwerge schuf, da eröffnete er ihnen das Geheimnis seiner Schöpferkraft. Er zeigte den Angroschim die Runen, die Schrift der Götter. Manche Zwergenquellen behaupten diese Schrift sei die Schrift aller Götter und jeder Gott gebrauche sie um seine Wunder zu wirken. Allerdings ist bis heute von Tyrael und anderen Göttern nichts darüber bekannt geworden. Diese Tatsache kann als weder belegt noch widerlegt werden. Man weiß nur, dass diese Schrift nicht nach grammatischen Regeln funktioniert oder eine lautmalerische Schrift ist. Zwerge haben die Gabe sie zu lesen, erklären kann man sie nicht. Den Zwergen schenkte Angrosch die Fähigkeit diese Schrift zu lesen bzw. überhaupt erst sehen zu können. Er tat dies aus Liebe zu seiner Schöpfung und bald erkannte er, dass die kleinen Herren seine Zeichen sehr wohl verstanden. Die Schrift ist aus einfachen, klaren Formen und wirkt auf den ersten Blick simpel. Doch die kleinsten Haken und Striche entscheiden schon ob die Rune Kraft besitzt oder nicht. Die Zwerge frohlockten sie auf Metalle zu prägen und mit der Kraft der Schrift wahrlich wundersame Kräfte im Metall zu wecken. Und so entwickelte sich auch die Schrift der Zwerge, die den Runen Angroschs ähnelte. Doch die Geschichte um Angrosch ist bekannt. In den Tagen des Zorns kamen die meisten Zwerge um ihr Leben, vornehmlich auch die Großmeister der Runenkeile, die Schmiede und Steinmetze. Und so geriet in diesen chaotischen Zeiten die Schrift langsam in Vergessenheit. Denn die Zwerge fertigten ihre Waffen damals nicht nach Perfektion, sondern nach Menge und Zeitersparnis. Die Kriegsmaschinerie musste gespeist werden. Junge Schmiedelehrlinge hatten keine Zeit die Künste zu lernen, sondern mussten Massenware produzieren. Aus dieser Not heraus verschwanden die Runen und in den Folgegenerationen galten die alten Waffen aus den Tagen vor Xorlosch als legendäre Götterwaffen. Allerdings ist die Übersetzung Götterwaffen, nicht ganz richtig. Korrekt lautet die Übersetzung des Wortes Pyr´ uzkul- dur (wörtl.: Göttertodmaterie) „'Gottbeschriebene Waffe“. Die Drachenkrieger aber bewahrten die Runen auf ihren Tafeln. Sie sind daher bis heute die Einzigen, die über die Kraft der Schrift (Baraz-ul) noch bescheid wissen.
Exkurs: Pyrdacors Atem
Laut Erzählung Farthog Fanderams Bruder vor den Toren Umrazims, ist zu der Auswahl Pyrdacors zu einem Drachenkrieger folgendes festzuhalten:
<blockquoe>„Und der Goldene erschien in gleißenem Licht und blendete die Augen welche nur die Dunkelheit der Stollen kannten. Seine Stimme scholl zu Farthog und aus dem lichten Schein loderten Flammen die gülden flackerten. (...) Sie umgaben Farthog gänzlich, doch sein Fleisch blieb unversehrt. Kein Schrei drang aus seinem Mund.(...) Der Atem Pyrdacors hatte ihn durchflutet.“ Die Drachenkrieger und Kleriker glauben daher, dass die Macht Farthogs und seiner Nachfolger aus dem Atem Pyrdacors herrührt. Dieser „durchflutet“ den Auserwählten. Wobei außer bei Farthog bis jetzt kein Augenzeuge dafür zu ermitteln ist. Allerdings ist es auch angesichts der Feuerresistenz mancher Drachenkrieger, interessant das Pyrdacors Atem wohl nicht nur seine Macht wie einen Keim in den Zwerg pflanzt, sondern wohl auch Resistenz vor gewisser Hitze erzeugt. Diese Resistenz scheint allerdings über die Generationen gänzlich verschwunden zu sein. Das Bild des feurigen Drachenatems, der die göttliche Macht beinhaltet hat sich jedoch gehalten. Den Sagen zufolge hat Pyrdacor auch das Gold der Welt geschaffen. Es entstand im Götterkrieg als der Drache im Gefecht die Berge der Welt umfauchte. Dort wo seine Flamme den Fels striff, schmolz der Fels und es blieb Gold über.
Die Rune - Gabe der Drachenkrieger
Die ersten Runen wurden zusammen mit dem Kodex der Drachenkrieger auf den großen Tafeln niedergeschrieben. Sie sind die weltliche Verbindung zu dem Goldenen und Basis aller Wunderkräfte. Für Drachenkrieger ist eine Rune wie ein Wort, bildet eine Art Alphabet aus dem er lesen kann. Diese Gabe göttliche Zeichen zu lesen ist den Zwergen früher allen gegeben gewesen, sie war die Grundlage für Angroschs Kräfte der großmeisterlichen Schmiedekunst. In den Tagen des Zorns ist diese Kunst verloren gegangen, nur die Drachenkrieger erhielten sie. Es heißt die Zwerge hätten von Angrosch die Fähigkeit bekommen die Runen zu lesen und mit ihrer Niederschrift wundersame Dinge in Metallen und Steinen wecken zu können. Es ist weniger die direkte Macht eines Gottes welche sie nutzen, als vielmehr die Kraft welche in den Elementen selbst liegt. Pyrdacor kennt diese göttliche Schrift, denn es ist die Schrift der Elemente. Nach der Abkehr von Angrosch gewährte Pyrdacor seinen Vertretern das Privileg diese Runen zu prägen. Dieses Kapitel soll sich mit der Erschaffung zweier Runen genauer beschäftigen.
Rune der Genesung (Close Wounds)
Diese Rune ist eine Standardrune der Drachenkrieger. Sie symbolisiert die mildtätige Art der Drachenkrieger. Die Fähigkeit seine Liebe zu seinen Brüdern durch Milderung und Heilung zu manifestieren. Die Heilkraft der Drachen wird dazu genutzt. Daher meißelt ein Drachenkrieger die Rune in einen Halbedelstein. Oft werden dazu weiße, kalkhaltige Steine genommen um Heilung und Reinheit zu symbolisieren. In die eingekerbte Rune wird danach mit den Händen des Zwergs das Blut des Drachen aufgetragen. Danach sollte der Stein im Feuer einer Esse eine ganze Nacht geheizt werden. Nun ist die Rune gebrannt und das Drachenblut schimmert bläulich in den Kerben
Rune des Grimnir (Consecrate Weapon)
(Bazrak war einst ein großer weißer Drache der drei Jahrhunderte in den Stollen der Nozdin gegen die Zwerge gekämpft hat. Im Jahr 903 vor dem Umrazimer Exil wurde er von Grimnir dem Drachenkrieger erschlagen. Grimnir prägte als Erster diese Rune, die ihm zum Sieg geholfen haben soll)
Die Rune des Grimnir verleiht der Waffe des Drachenkrieger übernatürlich Kräfte.Hierbei beschränkt sich die göttliche Macht nicht auf die Drachenkralle, sondern kann auf beliebige Waffen angewendet werden. Meist werden diese Runen in blankes Eisen geschlagen um später nur das reine Schriftzeichen zu symbolisieren. Das Eisen wird von einem Schmied achtfach gefaltet und erhält durch bis zu vierzig Tauchbädern eine enorme, stahlähnliche Härte. Diese außergewöhnliche Widerstandskraft wird auch benötigt, da die Rune des Grimnir eine ungeheuerliche Kraft freisetzt, dem das Material gewachsen sein muss. Die Rune wird zur Aktivierung auf eine Waffe aufgelegt. Mit der entsprechenden Formel geht die Kraft Pyrdacors auf die Waffe über. Ein Helles Leuchten umgibt nun die Waffe.
Auf weitere Runen soll hier nicht weiter detailliert eingegangen werden, sondern der Fantasie des jeweiligen Spielers überlassen bleiben. Es soll nur der allgemeine Stil einer Runenprägung deutlich werden. Informationen zu allen Runen findet sich in der folgenden Liste.
Runen - eine Liste
Hier die "Zauberfertigkeiten" der Drachenkrieger und mögliche Interpretationen dazu. Neben den genannten Kräften, verfügen die Drachenkrieger, wie die anderen Paladine Schattenwelts ebenfalls, über die üblichen Paladinfähigkeiten.
Die Namen der Runen in den Klammern geben die zwergische Kennart der Rune wieder.
- Heal: (Rune der Genesung)
Hiermit heilt der Drachenkrieger Freund und Bruder erlittene Wunden. Er streicht dazu über die Rune und die Oberfläche seiner (unbedeckten!) Hand erfährt ein bläuliches Leuchten. Wo er sie auflegt, werden Wunden geschlossen.
- Cure: (Rune des reinen Feuers)
Eine Rune die oft als Talisman an Ketten oder Amuletten getragen wird. Der Drachenkrieger schützt sich damit vor Gift. Die Rune schenkt seinem Körper die Kraft des reinen Feuers, und neutralisiert Gifte.
- Protection: (Rune des Stahls)
Es gibt mehrere Varianten dieser Runen. Allerdings werden sie alle ausnahmslos auf Rüstungsteilen geprägt. Diese Rune härtet die metallischen Teile einer Rüstung zu der Stärke von Drachenschuppen. Aktiviert wird sie durch die Worte des Drachenkriegers und hält nur begrenzte Zeit.
- Strength: (Rune der Erdkraft)
Diese Runen sind auf vielen Gegenständen geprägt. Meistens jedoch auch auf Waffen. Hierbei stärkt der Drachenkrieger sich und Gefährten mit der Kraft der Erde. Ihre Schläge werden stark wie Erdbeben.
- Bless: (Rune des Goldenen)
Diese Rune kann nur auf Amuletten geprägt werden. Es ist quasi das heilige Symbol Pyrdacors, die Drachenrune. Mit ihr lenkt der Drachenkrieger das Auge des Goldenen auf sich. Dieser schenkt ihm Kraft, Ausdauer und Mut. Der Drachenkrieger soll seine Feinde zerschmettern, den Namen Pyrdacors ruhmreich verteidigen. Meistens findet sich die Rune auf einer großen Nackenschuppe eines goldenen Drachen, die der Drachenkrieger als Amulett trägt (Holy Symbol).
- Teleport: (Rune des Geistertores)
Diese Rune ist äußerst selten. Zwerge nutzen sie ungern, da ihre Reisen auf solchen Wegen zu oft tödlich enden. (Olhur, Drachenkrieger Neu-Bodrims, ist auf einer solchen Reise verschollen.) Die Drachenkrieger würden sie nur in äußerster Not prägen.
- Magic Reflect: (Rune der Drachenschwinge)
Diese Rune findet sich gerne auf Rüstungen (vornehmlich dem Schild) oder Helmen. Sie ist eine sehr starke Rune und für Zwerge enorm wichtig. Mit ihr vermag die geschmiedete Rüstung, arkane Penetration zu reflektieren. Dabei legt sich eine schimmernde Drachenschwinge um die Gestalt des Drachenkriegers und schützt ihn einmalig. Gerade für Zwerge ist der Widerstand gegen die tückische Magie vieler Rassen eine äußerst wichtige Gabe ihres Gottes und wird am höchsten geschätzt.
- Bandagen: (Individuell)
Vom normalen heilen durch das Bandagieren des Verwundeten abgesehen, lässt sich dieser Umstand vorzüglich durch die allgemein im Paladin- Rollenspiel bekannte Fähigkeit: "Händeauflegen" beschreiben, die eher der Heilkunst eines Drachenkriegers und/oder Priesters entspricht. Individuelle Rassenzauber Die oben genannten Erklärungen sollen als Hilfe für das eigene Rollenspiel dienen und sind nicht zwingend oder bindet. Jede eigens ausgedachte Erklärung die sinnvoll wie stimmig klingen mag, darf natürlich ebenso angewandt werden, das liegt ganz allein im Ermessen des Geneigten.
Kralle des Drachen
Drachenkrieger bezeichnen ihre Äxte als die Kralle des Drachen. Da auf dieser besonderen Axt die Runen des Drachen platziert werden, muss der Schmiedeprozess entsprechend besonders sein. Auch die Rohstoffe, speziell die Metalle, haben von äußerster Qualität zu sein, damit sie der steten Belastung durch Runen überhaupt standhalten können. Die Drachenkralle ist eines der wichtigsten Insignien eines Drachenkriegers und er mag sie stets offensichtlich zur Schau stellen. Sie ist meistens unnötig verziert, mit Gemmen und viel Gold, dem Metall ihres Gottes. Die Klinge schimmert wie ein Spiegel, denn bei der Herstellung wird die heiße Klinge in Quecksilber gelöscht. Wird die Erzrune der Klarheit auf der Drachenkralle geprägt, so spiegelt das klare Blatt nur die Wahrheit wider und durchschaut so alle Illusionen. Es bleibt auch kein Schmutz auf der Klinge zurück und Blut eines Gegners verläuft umgehend. Dies ist einerseits auf die glatte Oberfläche des Blattes zurückzuführen, andererseits hält das schmierige Trollblut Schmutz und Staub fern. Richtig geschmiedet stellt die Drachenkralle einen lebenslangen Begleiter für den Drachenkrieger dar und ist gleichzeitig Zeichen seines Standes.
Die Waffe wird rituell aus folgenden Materialien gefertigt:
Barren von:
- Silber und Quecksilber
- Gold
- Valoritum (zwrg: Eiszahnfels)
- Mythril, dem Zwergenerz
- Schwarzfels
Edelsteine:
- 1 reinster Sternensaphir aus den Tiefen der Feuerhöhlen
Sonstiges:
- ein Kelch Drachenblut eines Jungdrachen
- Nackenhaut eines Wyrms
Der Schaft wird aus reinem Mythril geschmiedet. Dieses Mythril ist kalt zu schmieden. Der Schaft wird umrundet von Drachenhaut, die mit einem Drachenzahn eines Geoden (vgl. Geodenguide) geglättet und geschabt werden muss. Das Axtblatt wird siebenfach gefaltet und in jede Lage wird die Rune der Erdkraft geprägt. Durch das Löschen in Quecksilber wird das Blatt versiegelt und schließlich im Fluss Norlosch gekühlt (der Fluss wurde umgeleitet und fließt nun durch Umrazim). Danach wird das Blatt sechs Tage auf einem Drachenhorn geschliffen und erhält dabei eine einzigartige Schärfe. Oft wird diese Arbeit nicht von dem Schmied erledigt, sondern von einem Gemmenschleifer, denn das Schleifen auf dem Drachenhorn gleicht mehr dem Wetzen eines Diamanten. Nun wird zum dritten Mond des Winters gewartet und die Rune des Goldenen wird eingeprägt. Diese Rune ist mit purem Gold zu prägen. Jetzt kommt die Nackenhaut des Wyrm zu seinem Einsatz. Die größten und härtesten Schuppen der Drachen dienen als arkanes Gefäß für die spätere Kraft aller Runen auf der Drachenkralle. Die Rune auf den Schuppen enthält jedoch keine Kraft, sondern sorgt lediglich dafür, dass die Metalle nun aufnahmefähig für die Macht weiterer Runen ist. Danach ist die Klinge der Axt fertig und scharf genug um Barthaare zu spalten. Nun wird sie im schmierigen Blut eines Trolls geölt. Dies weniger aus arkanen Gründen, sondern vielmehr wegen der schmierenden Konsistenz des trollischen Saftes. Ab jetzt wird die Drachenkralle verziert und für den Abschluß vorbereitet. Das Heft wird umhüllt mit Schwarzfels aus einer besonderen Ader. Eine solche Ader nennen die Zwerge eine Ader Azgals. Azgal ist sicherlich der berühmteste Bergarbeiter des kleinen Volkes. Er war bekannt dafür die reinsten Adern der feinsten Erze zu finden. Befestigt werden die umhüllenden Ornamente mit Valoritum, oder Eiszahnmetall, dies verleiht der Axt eine einzigartige Optik. Der Knauf aus dem Mythril wird verziert mit der Rune des Grimnir, sie verleiht der Axt eine Leichtigkeit und Agilität die ihrem Aussehen und Gewicht nicht zu entsprechen scheint. Die Drachenkralle wird nun auf dem Altar des Goldenen als Drachenkralle geweiht und das Ritual mit Altbier begossen. Nachdem der Drachenkrieger berauscht durch das Bier die Klinge erhält, zieht er in der Nacht des gleichen Tages los und tötet eigenhändig einen Troll. Dies besiegelt die Erschaffung der Drachenkralle und soll die Runen ewig strahlen lassen.
Riten - Zu Ehren des Goldenen
Drachenkrieger wissen genau wie und wann Feiertage auszurichten sind. Sie erinnern den König an die nötigen Festlichkeiten und sprechen mit Priestern und Gläubigen über Ausrichtung und Abläufe. Hierbei ordnen sie sich allerdings den Priestern unter, denn Rituale und Feiern sind ihr Gebiet. Der Drachenkrieger überwacht lediglich den geordneten Ablauf, erinnert die Zwerge daran die nötigen Opfer zu bringen oder zu den Feierlichkeiten in angemessenen Kleidern zu erscheinen. Der Drachenkrieger sieht sich dabei stets als Vorbild und kleidet sich stets den Richtlinien der Ritenkleidung entsprechend (meist in Rüstung). Dieses Kapitel wird angesprochen, denn wenn die Feiertage und Feste auch nicht direkt religiös ausgerichtet sind, bilden sie doch einen wichtigen Teil der zwergischen Kultur. Drachenkrieger kümmern sich um solche Feste.
Feiertage - Wie Zwerge feiern
Zwerge sind neben all den grimmigen Gelegenheiten auch ein heiteres Volk. Sie gelten nicht zuletzt als die besten Bierbrauer und die Stärke ihres Gerstensaftes macht sie zu hervorragenden Trinkern. Zwerge sitzen gerne zusammen, erzählen lauthals, stark ausgemalte Geschichten, prahlen und scherzen. Zwergische Feiertage enden immer an einer langen Tafel. Dort sitzen alle beieinander und zechen. Vielmehr wollen und brauchen Zwerge auch gar nicht, sie sehen dies als vollkommen ausreichend an um zu feiern.
Tag des Drachenkriegers
Der Tag des Drachenkriegers ist nicht für die gesamte Gemeinschaft wichtig. Er ist nur für die Krieger und die Drachenkrieger ein Feiertag. Die jungen Krieger bereiten sich teils wochenlang auf diesen Tag vor. Sie trainieren und schwören dem Bier ab. Der Drachenkrieger ruft dann zum ersten Vollmond des zweiten Monats eines neuen Jahres alle würdigen Krieger zu sich. Würdig ist in diesem Bezug sehr relativ. Im Grunde wird dies im Training für diesen Tag entschieden. Die Krieger kämpfen öffentlich vor einem recht großen Publikum. Dabei wird kein Klassement festgestellt, allerdings wird anhand des Eindrucks schnell ermittelt, wer zu den Würdigen gehört. Dieses Verfahren mag für Menschen nicht eindeutig und logisch klingen, aber ein Zwerg weiß wie er gekämpft hat und weiß das es die anderen wissen. Er würde sich nicht anmaßen dem Ruf des Drachenkriegers zu folgen, sondern sieht es als seine Pflicht der Versammlung fern zu bleiben. Die Übrigen finden sich meist im Palast des Königs ein und warten dort eine Nacht vorher. Sie stellen sich schon früher auf um ihre Entschlossenheit zu demonstrieren. Zwar ist der Ruf zu besagtem Tag erfolgt, doch es ist üblich, dass der Drachenkrieger den Raum betritt und fragt ob die Krieger ihre Aufgabe wollen. Diese verneinen und warten die Nacht über. Dadurch werden die letzten Unwürdigen ausgeschlossen. Die Übrigen erhalten im Morgengrauen des nächsten Tages vom Drachenkrieger eine Aufgabe. Diese Aufgaben sind in der Regel Mutproben bzw. beinhalten das Töten verschiedener Kreaturen. Aber auch Ausdauerübungen im Gebet sind üblich. Hierbei werden üblicherweise Konkurrenten oder Streithähne in eine Gruppe getan. Dies soll ihnen die Möglichkeit geben ihre Differenzen zu überdenken. Denn auf einer Drachenjagd bedarf es absoluten Zusammenhalts. Diese Aufgaben dienen dazu einerseits den Zusammenhalt durch die Erfahrung von Extremsituationen zu stärken, als auch zu ermitteln wer als zukünftiger Drachenkrieger geeignet sein könnte. Als Lohn winkt den Kriegern Ruhm und die Verehrung so mancher Zwergendame.
Umrazimer Wochen
Die Umrazimer Wochen sind 7 Tage voller Tanz und Freude. In diesen Tagen feiern die Zwerge einen großen Markt, lassen exotische Händler nach Umrazim. Es gibt Bogenschießwettbewerbe und Kampfturniere. Die Brauereien der Zwerge legen einen Monat vorher Sonderschichten ein und produzieren das berühmte „Umrazimer Festbier“, ein würziges Starkbier das besonders nahrhaft ist. Die ganze Stadt ist in Aufruhr, schmückt sich und richtet Plätze für Kaufmänner und Gaukler her. Bunte Bänder werden zwischen den Häusern und Brücken gespannt, die feinen Festtagsgewänder entstaubt und geflickt. Die Organisatoren, der Bürgermeister und Freiwillige, sorgen für genügend Platz ein Festzelt aufzustellen welches gefüllt wird mit Bänken und Tischen. Dort präsentieren sich alle Brauereien ihr Bier. Dieses bunte Treiben dauert eine ganze Woche und wird jedes Jahr durch neue Attraktionen ergänzt. Am Rande des Festes feiern die Braumeister mit einer eigenen kleinen „Feier in der Feier“. Ein Dankesfest für den Goldenen. Sie danken ihm für reiche Ernte und das gelungene Bier. Während dieser Zeit sind die Tore der Stadt auch stets geöffnet für andere Rassen, Elfen, Menschen, Wikinger und Barbaren. (OOC-Note: Dieses Fest findet im Rahmen des jährlichen Marktes statt. Dieser wurde im Jahre 2004 erstmals eingeführt).
Rengoshs Wirbel – Zwerge tanzen
Dieser Tag feiert die Einnahme der Mineninsel vor Minoc. Hier soll der legendäre Runenhammer Rengosh gelegen haben, der allerdings schlussendlich als nicht existent bekannt wurde. Die Zwerge feiern die große Krieglist, den langen Tunnel den sie gruben, in einem rauschenden Fest. Weiterer Grund für die Feierlichkeiten ist nicht zuletzt der große Haufen Gold und edle Erze die, die Zwerge von der Insel erbeuten konnten. Als Zeichen für ihre tollkühne und schlagfertige Aktion haben die Zwerge den Rengosh Wirbel erfunden. Dabei tragen die Jünglinge eines jeden Stammes lange Lederbänder um die Hüften und sonst nur einen ledernen Lendenschurtz. An den Lederbändern befestigen sie scharfe Klingen und Spitzen. Sie trinken vorher ein rituelles Starkbier, das den verheißungsvollen Namen „Bazraks Untergang“ trägt. Berauscht beginnen sie in der großen Arena von Umrazim ihren gefährlichen Tanz. Dabei drehen sich die Zwerge immer schneller im Kreis und ihre gefährlichen Kostüme wirbeln umher. Wie in Ekstase drehen sich die Zwerge immer näher aneinander und testen Mut und Stärke. Nicht selten gibt es schwere Schnittwunden bei den kühnsten Jungzwergen. Allerdings werden diese schnell von den Geoden verbunden. Der letzte übrige Tänzer (die anderen fallen entweder vom reichlichen Bier oder vom Blutverlust vorher um) bekommt einen reich verzierten Hammer geschenkt, der allerdings innen hohl ist. Er symbolisiert die falsche Legende um den Rengosh Hammer. Am gleichen Abend zertrümmert der Gewinner diesen Hammer und verteilt die goldenen Splitter und die Gemmen unter den anderen Teilnehmern. Das nachträgliche Fest zu Ehren des großzügigen Gewinners geht meist bis in den frühen nächsten Morgen hinein.
Der Weg – die Bestimmung
„Wähle den Weg und folge dem Goldenen, vertreibe das Dunkel und richte über unsere Feinde. Sprich in Gnade, doch zürne in Blut,denn Du bist Krieger des Drachen.“- Anhang der zweiten Tafel
Wie bereits erwähnt ist der Drachenkrieger Diener seines Volkes. Sein Weg ist der Weg der Selbstaufgabe, der Weg in ein Leben das oft einsam sein kann, denn auch wenn er hohes Ansehen genießt, fühlt er doch oft, dass kein Zwerg wirklich so fühlt wie er. Drachenkrieger würden sich niemals vor ihren Artgenossen derart äußern, auch verfallen sie nicht in Depression, aber sie spüren täglich das Opfer das sie bringen. Die Ambivalenz darin ist, dass der Drachenkrieger einerseits diesen Weg als den einzig richtigen für sich ansieht, er andererseits oft spürt das er in seiner grenzenlosen Überzeugung auf zwergische Sturheit trifft. Er ist dann weniger von sich, als vielmehr von seinen Brüdern, enttäuscht. Doch der Drachenkrieger würde niemals aufgeben.
Der Glaube
Der Glaube ist des Drachenkriegers Lebenselixier. Er lässt ihn höchste Hürden überwinden und die tiefsten Täler durchschreiten. Glaube heißt in diesem Zusammenhang natürlich, dass der Zwerg fest an die Existenz des Drachengottes Pyrdacor glaubt. Er weiß um die grobe Geschichte und kennt den Fall Umrazims. Der Zwerg ist der Meinung, dass dieser Gott seine Existenz vollkommen bestimmt, dies aber völlig rechtens ist denn jeder Zwerg ist seiner Meinung nach Kind des Drachen. Die Abkehr von Angrosch sieht der Drachenkrieger zwar als bedauerlich, jedoch im Endeffekt nötig an. Den Verrat an seinem Volk und die vielen Toten allerdings verzeiht der Drachenkrieger Angrosch nicht. Er scheut sich schon früh vor unehrenhaftem Verhalten und verteidigt unter seinen Altersgenossen das Ansehen des Goldenen. Der Glaube an Pyrdacor beinhaltet aber auch die Bereitschaft zur Aufopferung für seine Brüder. Diese Zwerge haben von Anfang ihres Lebens an, eine starke Bindung zu den Schätzen und Traditionen ihres Volkes und finden darin Geborgenheit und Wohlgefühl. Meist ist ihnen das nicht einmal direkt bewusst, sondern sie handeln nur aus Intuition. Solche Züge klar zu erkennen ist Aufgabe des zukünftigen Mentors. Dieser Glaube entwickelt sich bei den meisten jungen Kriegern bereits schon früh. Ältere Drachenkrieger halten stets Ausschau nach eventuellen Nachfolgern und müssen dabei meist erfahren, dass sie einerseits äußerst rar gesät sind und, dass andererseits eine Erkennung meist aber schon in den ersten Tagen erfolgt. Drachenkrieger sprechen davon, dass die heilige Flamme in diesen Zwergen aus ihren Augen strahlt und eine Kraft verdeutlicht, die den meisten Zwergen nicht angeboren ist. Man könnte sagen, dass der Glaube bei Zwergen keine Meinungs-, sondern Bestimmungsfrage ist. Die Erkennung eines potenziellen Nachfolgers ist zwar recht eindeutig, aber überaus selten. Trotzdem überlässt der Drachenkrieger nichts dem Zufall. Er beobachtet den jungen Zwerg, unterzieht ihn Prüfungen die er nicht als solche zu erkennen vermag. Dabei formt sich nach und nach ein Bild für den Drachenkrieger. Der Glaube eines jeden Zwerges ist verschieden, er muss klar definiert und erkannt werden um ihn zu erziehen. Der Glaube entwickelt sich ab diesem Tag nur unter der Anleitung eines Drachenkriegers wirklich in die richtigen Bahnen. Die heilige Flamme hat die Kraft das Herz eines unwirschen Zwerges zu fressen und die Gier und den Hass aufkeimen zu lassen. Wie der Geode, weiß der Drachenkrieger um die Gefahr. Der Glaube wandelt sich unter korrekter Anleitung in verschiedene Stränge um, Interessen und Stärken die gezielt gefördert werden. Am Tag des Drachenkriegers, fällt der Drachenkrieger meist für sich selbst die entgültige Entscheidung. Oft verfolgt er versteckt die Gruppe mit seinem Schützling und beobachtet wie er handelt. Sein Glaube an den Goldenen schützt ihn zu diesem Zeitpunkt meist schon. Die Ausbildung in Glaubensfragen allerdings wird nicht vollkommen vom Mentor des jungen Schuppenträgers erledigt. Ist am Tag des Drachenkriegers, die Entscheidung gefallen welcher der Jungzwerge eintritt in die Ausbildung, werden sie in den „Kreis“ aufgenommen. So tituliert sich die Gemeinschaft des Goldenen. Diese Gemeinschaft beinhaltet alle Gläubigen des Goldenen die Teil seiner göttlichen Ausgesandten sind. Konkret handelt es sich um die Kleriker, die Drachenpriester, die Drachenkrieger und Schuppenträger. Jede Gemeinschaft mag Einzelne als besondere Diener des Goldenen zusätzlich aufnehmen, auch wenn sie nicht mit besonderen Kräften gesegnet wurden. Die Stellung dieses Kreises ist meist recht hoch. In ihr sind auch der Drachenmund und sonstige Berater des Königs nicht selten Mitglied. Die genaue Ordnung dieses Kreises soll später erläutert werden. Die Priester des Kreises, bilden ebenfalls den jungen Schuppenträger aus. Von ihnen erhält er die Lektionen in Schrift und Literatur. Sie schärfen seinen Verstand für Gleichnisse und die Gesetzte des Goldenen. In den Stunden mit dem Priester erhält der junge Zwerg Unterricht in verschiedenen Ritualen, Gebeten und teils auch in der Schrift der Runen. Die genauen Verse Pyrdacors werden rezitiert und gelernt. Auf der anderen Seite tritt der Mentor an den jungen Schuppenträger und bildet seinen Glauben in die Richtung seiner Verwendung. Er zeigt ihm die Stärke seines Glaubens, zeigt ihm die Kräfte der Runen, erklärt ihm die Aufgabe des Drachenkriegers und die Mission. Er bildet die Persönlichkeit des Schuppenträgers, während der Priester die Bücher und die sakralen Zusammenhänge lehrt.
Der Mentor
Der Mentor eines jungen Zwerges ist in jedem Fall ein Drachenkrieger. Es gibt wenige Geschichten über eine Berufung durch den Goldenen selbst. Ein Drachenkrieger bildet nur einen einzigen Nachfolger aus, denn er weiß um die Wichtigkeit. Drachenkrieger brauchen für die Ausbildung sehr lange, sie arbeiten ähnlich einem Schmied der sein Lebenswerk erschaffen will. Dabei ist zwergische Sorgfalt gefragt und Geduld. Der Mentor ist für jeden Schuppenträger, der Mittelpunkt allen Seins. Er verkörpert die Vollkommnung aller Wünsche des jungen Zwergs. Der Mentor weiß um seine enorme Verantwortung, aber Sorge plagt ihn selten, denn er glaubt fest daran, dass Pyrdacor sein Wirken leitet und alles zum Guten wendet. Unter Zwergen sind gute Beziehungen eher freundschaftlich. Der Mentor ist zwar eine Person höchsten Respekts für jeden Anwärter, aber Mentor und Schützling verbindet nicht eine formale Beziehung, sondern eine Freundschaft die auch einmal einen langen Trinkabend bedeuten kann. Es ist nicht immer alles voller Ernst und Hochmut, sondern auch zwergisch bodenständig. Die Beziehung zu dem Priester mag nicht unbedingt anders sein. Jedoch sind es meist feierliche Gebetsstunden oder klar strukturierter Unterricht den der Priester erteilt. Wie bereits erwähnt stößt man hierbei schnell auf Widerstand bei jungen Zwergen und das Verhältnis zum Priester mag daher distanzierter sein. Aber genau so oft mag es auch herzlich und freundschaftlich sein.
Der Wille
Bei vielen Jünglingen scheint zunächst der Glaube stark, aber der Wille schwach. Für viele Zwerge scheint das Leben eines Drachenkriegers nur das Leben eines mächtigen Zwerges zu sein, der im Licht seines Gottes erstrahlt. Das strenge Regeln und ständige Sorge um sein Volk Begleiter dieser Vorteile sind, ist den Wenigsten wirklich bewusst. Sie kennen die Tafeln nicht, wissen nicht um ihre Bedeutung für den Drachenkrieger und kennen nicht seine Liebe und Zuneigung zu seiner Heimat. Daher sind auch viele Jungzwerge zu ungestüm und sehnen sich nur nach dem hohen Ansehen eines Drachenkriegers. Ihr tatsächlicher Wille bleibt allerdings meist auf der Strecke. Dies zeigt sich zum Glück meist schon bei den frühen Prüfungen, die nicht ruhmreich und tollkühn sind, sondern auch die Studie der eigenen Geschichte beinhalten.
Junge Jahre
Hat ein Drachenkrieger entschieden, wird er nach einer Gelegenheit suchen (und sie finden) um dies dem neuen Schützling zu offenbaren. Es gestaltet sich oft nicht wirklich schwierig, denn die beiden Zwerge sind oft bereits Freunde. Dennoch wird danach diese Freundschaft auf manche Probe gestellt. Während der ersten Jahre seiner Ausbildung stößt die ungestüme Art junger Zwerge oft zusammen mit den Anforderungen des Mentors. Die heilige Flamme lodert stark in den jungen Zwergen und züngelt hier und dort über die Grenzen hinaus. Dabei neigen die Zwerge dazu sich zu überschätzen, werten Aufgaben ihres Meisters als zu einfach ab und verweigern teils sogar ihre Leistung. Dagegen ist jedoch seit es Zwerge gibt in keiner Lebenslage ein Kraut gewachsen. Nur Geoden scheinen annähernd ein Talent dazu zu haben diese verbissene Sturheit zu unterdrücken. Die jungen Schuppenträger sind jedoch wahre Krieger ihres Volkes, entsprechend Stolz und Hochmütig sind sie. Es gilt diese Kraft zu erkennen und zu bändigen, der Drachenkrieger weiß hierzu eine enorme Anzahl an lehrreichen Übungen, die einem frechen Schuppenträger auch schon mal schlichtweg das Maul stopfen sollen. So erarbeitet sich der Mentor nach und nach den vollkommenen Respekt, denn der junge Zwerg erkennt meist schnell zu welcher Perfektion es manche Drachenkrieger gebracht haben. Der Glaube ihres Mentors, dass sie es ebenfalls schaffen können motiviert ab diesem Zeitpunkt ungemein. Allerdings muss es wie beschrieben erst zu diesem Vertrauen kommen, bis der Sturkopf des jungen Zwerges abgewetzt ist kann es Jahre dauern. Die Ausbildung der Priester läuft meist analog ab. Die meiste Zeit verbringt der Schuppenträger mit seinem Drachenkrieger und bekommt seine praktische Aufgabe und Pflichten gezeigt. Der Mentor erteilt auch lehrreiche Lektionen in Schrift usw. allerdings wird dies zu großen Teilen von den Priestern erledigt. Diese Stunden sind meistens am späten Abend und formen den theoretischen Hintergrund der Ausbildung. Es fördert aber auch den Zusammenhalt des Kreises, denn so verbringt und lernt der junge Zwerg von allen und wächst schneller in die Familie der Gläubigen hinein.
So gliedert sich der Tag eines jungen Drachenkriegers meist so: Früh am Morgen wird dem Mentor das Mahl bereitet und zusammen im Hort gegessen. Danach verbringen Drachenkrieger und Schuppenträger den Vormittag damit die täglichen Aufgaben der Gemeinschaft zu erledigen. Sie bereiten Feiertage vor, trainieren ihre Kampfeskünste oder der Drachenkrieger lehrt andere junge Krieger die Lehren der Vergangenheit. Dabei ist der Schuppenträger stets an seiner Seite und assistiert wie der Mentor es wünscht. Zum Mittag ruhen beide und ehren in Gebeten den Goldenen. Hierbei werden oft neue Gebete erlernt oder der Drachenkrieger erzählt weise Lektionen der Vergangenheit, meist aus den Tagen des Zorns. Wenn die Sonne den Zenit überschritten hat machen sich beide auf um die Gegenden um die Städte zu erkunden verteidigen Gänge oder räuchern ein kleines Nest von Grünhäuten nahe der Grenzen aus. Sie begleiten Handelskarawanen des Königs oder geleiten Abgesandte. Dabei erteilt der Drachenkrieger stets Lektionen und zeigt seinem Schützling wie er in der Welt überlebt.
Die Tafeln - Kodex der Drachenkrieger
Die genauen Richtlinien, Gesetze und Strafen die das Leben der Drachenkrieger bestimmen sind akribisch festgehalten. Die erste Gemeinschaft der Drachenkrieger hat sie auf zwei große Granittafeln gemeißelt. Diese Tafeln sind das höchste Relikt der Drachenkrieger. Nach ihnen lebt und denkt jeder der großen Krieger. Die Tafeln werden als teil der priesterlichen Ausbildung von jedem Drachenkrieger erneut in stein gemeißelt und im Quartier über dem Bett platziert. Sie sind auswendig zu rezitieren jede Nacht vor der Ruhe.
Die erste Tafel
1. Lebe dein Leben so, dass dein Stamm dich ehrt. Lebe in Eintracht mit deinen Brüdern!
2. Fairer Kampf: Attackiere niemals einen Unbewaffneten! Attackiere niemals von hinten! Vermeide tückisches Gift! Vermeide Folter durch oberflächliche Verwundungen, sondern spalte mit Stahl!
3. Ansehen: Bewahre Selbstdisziplin. Zeige Respekt vor der Obrigkeit, doch folge nicht dem Tor. Verteidige und befolge das Gesetz des Goldenen. Lasse Gnade und Recht erfolgen. Schütze die Unschuldigen, aber strafe die Nachlässigen
4. Tapferkeit: Lass' Tapferkeit in Wort und Tat walten. Verteidige die Schwachen und die Unschuldigen. Kämpfe mit Ehre und von Angesicht zu Angesicht. Lasse niemals einen Freund, Gefährten oder jemanden von deinem Volk oder Stamm im Stich.
5. Ehre Sprich stets die Wahrheit. Bewahre immer deine Grundsätze. Hintergehe niemals einen Kameraden oder sein Vertrauen. Meide Täuschungen. Achte das Leben, doch verachte die Orks!
6. Höflichkeit: Zeige immer deinen Stand. Sei stets und aufmerksam. Erweise Gastgebern, Autoritäten und Brüdern/Schwestern Respekt.
7. Loyalität: Für den Goldenen, die Angroshim und die Tafeln der Drachenkrieger
Die zweite Tafel
Glaube: Sei stets dem Goldenen treu. Er ist das strahlende Feuer, dass uns wärmte als die Welt uns nur Kälte schenkte. Er ist die Kraft die in unserem Innern haust und uns härter macht als das Herz des Berges. Lasse den Feind von der lodernden, heiligen Flamme kosten und lasse Bruder und Schwester sich daran wärmen in Zeiten der Not. Verblasse nie in deinem Glauben, er ist dein Weg.
Recht: Die Schriften lehren uns die Torheit der Tyrannen. Erkenne die falschen Gedanken deiner Brüder uns Schwestern. Doch verwehre dich dem was falsch ist. Das Herz eines Drachenkriegers dürstet nach Gerechtigkeit, denn zu groß war der Preis den wir zahlten in Xorlosch. Daher erhebe Axt und Stiel gegen Böses und Unrecht, denn die Unrechten bringen den Untergang unserer Gemeinschaft.
Brüderlichkeit: Kenne die Wurzeln deiner Herkunft. Wisse um die Ehre deines Vaters um die Opfer deiner Mutter. Kenne Familie und Freunde, sie sind die Wurzeln die deinen Glauben mit Nahrung speisen. Zusammenhalt ist die Kraft die Mauern trägt und Berge hält. Wie der Fels muss auch der Zwerg seine Brüder lieben und ehren, ihre verblendeten Gedanken zerschlagen und jedes Opfer auf sich nehmen um die Gemeinschaft zu schützen.
Tapferkeit: Tapferkeit ist ist der Stahl der die Rüstung unserer Herzen bildet. Durch ihn ist unser Blick klar auf unser Ziel gerichtet, denn unsere Tugenden wagen nicht zu verblassen im Schutze der Tapferkeit. Zeige Deinen Brüdern das strahlende Feuer der Tapferkeit, zeige dein Vertrauen in den Goldenen. Dein Leben soll der Preis für die Geborgenheit deiner Brüder sein.
Opfer: Das Opfer erfordert eine Liebe unserer Brüder, die ohne Rücksicht an andere weitergegeben wird, wenn die Eigenliebe eine Wahl vorschlägt, die sicherer ist. Dort, wo solche Wahl herrscht, befindet sich kein Opfer. Dort, wo die Form einer solchen Wahl verschwimmt und undeutlich wird, findet der höchste Standart des Gemeinwohles seinen Ausdruck. Wenn ihr den Mut findet eure Liebe weiterzugeben, findet Ihr darin auch das Opfer.
Ehre: Ehre bedarf der Tugend der Tapferkeit, denn Ehre heißt Dienen und nur der Tapfere dient wirklich. Ehre bedarf des Opfers, denn Opfer ist das Gefäß in dem uns die Ehre gereicht wird. Opfere tapfer im Kampfe und im Leben und dein Name wird, in Stein gehauen, ewig in den Hallen unseres Volkes wandeln. Ehre ist unser Verdienst und er könnte nicht größer sein.
Spiritualität: Spiritualität ist der Wunsch, die Seele ständig zu verbessern. Die geistig Suchenden sind in Ihrem Hunger nach Wahrheit, Liebe und Mut nie gesättigt. Von welchem Prinzip man auch immer ausgehen mag, die spirituelle Energie schafft das nötige Gleichgewicht unter ihnen. In der Einheit von Wahrheit, Liebe und Mut werden Sie Ihr Gemüt mit friedvoller Spiritualität erfüllen.
Demut: Xorlosch lehrt und das Gift der Vermessenheit. Erinnere stets an die Schlachten um Umrazim. Wer giert und frevelt wird bestraft. So ziegen wir Demut, denn wir wissen um den gleißenden Zorn des Drachen. Er verbrennt alle Vermessenen und tötet auch jene die glauben unsterblich zu sein. Zeige Demut als Zeichen Deiner Weisheit und wahre Weisheit wirst Du erlangen.
Gemeinschaft des Goldenen
„Achte den Priester er ist der Weise, achte den Mentor er ist dein Heim, achte den Drachen er ist dein Heil, achte deine Brüder sie sind deine Wurzeln.“ - Worte Farthog Fanderams zu Ohlhur
Gemeinschaft des Pyrdacor, bedeutet eine einfache Struktur. Dabei sind die einzelnen Ränge innerhalb der Priesterschaft hier nicht berücksichtigt. Diese Struktur nennt sich „der Kreis“ und ist sowohl Örtlichkeit als auch geistige Verbindung.
Der Drachenmund
Der Drachenmund ist der höchste Drachenkrieger der Schattenwelt. Er ist der Mund Pyrdacors, sein direkter Vertreter auf der materiellen Ebene. Er trägt die Titel:
„Stimme Pyrdacors, Verkünder des Drachen, Streiter der Angroschim und Hüter der Drachenkinder, Ältester der Drachenkrieger“
Der Drachenmund ist er älteste Drachenkrieger und wird von den übrigen Drachenkrieger hoch geschätzt. Ein Drachenmund ist nicht selten über 500 Jahre alt, und eine Legende über die Grenzen seiner Stadt hinaus. Er sitzt dem Hohen Rat der Drachenkrieger vor und kann bei einer Abstimmung sein Vetorecht geltend machen. Allerdings wird es kaum ein Drachenkrieger wagen dem Drachenmund zu widersprechen. Im Kreis spielt der Drachenmund eine kleinere Rolle. Meistens sind diese alten Krieger nicht in das Alltagsleben der Zwerge verwickelt, sondern widmen sich eigenen Aufgaben. Erst durch seinen Tod wird der Drachenmund von seinem Titel getrennt und kehrt zu Pyrdacors Hort. Dort, so der Glaube, wacht er zusammen mit den vorigen Drachenmündern im Jenseits über den mächtigen Hort des Goldenen.
Der Drachenkrieger
Die Gemeinschaft der Drachenkrieger, es sind ohnehin wenige, trifft sich jährlich zu einem großen Rat. Dieser Rat wird üblicherweise in Umrazim abgehalten, denn dort sind die besten Räumlichkeiten dafür. Ausgerichtet wird dieses Treffen in jährlichem Wechsel von einem anderen Drachenkrieger. Dabei gibt sich jeder Drachenkrieger besonders viel Mühe, denn es gilt als eine Prestigeveranstaltung. Wenn auch Prestige in der Gemeinschaft nicht allzu viel bedeutet, ist dieser Wettkampf als sportlich anzusehen. Die Drachenkrieger können, wie erwähnt, jeder einen Anwärter, einen Schuppenträger, ausbilden. Jeder Drachenkrieger ist dem Drachenmund unterstellt und liefert auf Wunsch einen Bericht ab, spätestens aber auf der Sitzung des Hohen Rates, jedes Jahr zu den Umrazimer Wochen. Innerhalb des Kreises bilden sie zusammen mit den Priestern das Rückgrat der Gemeinschaft.
Die Schuppenträger – zwergische Anwärter
Schuppenträger sind die jungen Anwärter. Gläubige, mutige Krieger die sich dem Drachenkrieger gegenüber bewiesen haben und daher in die Gemeinschaft aufgenommen wurden. Sie folgen ihrem Mentor auf Schritt und Tritt, gehen ihm bei den meisten Aufgaben zur Hand oder erledigen Botengänge sowie Erledigungen (z.B. Besorgung gewisser Materialien zur Runenprägung). Die restliche Zeit sind sie mit dem Studieren alter Texte beschäftigt oder werden in Axtkampf und Konversation geschult. Gerade die erste und letzte Disziplin verlangt von vielen jungen Zwergen ein Höchstmaß an Überwindung. Sie wachsen langsam und stetig in die Gemeinschaft und haben viele Lektionen zu lernen. Vielmehr kann im Allgemeinen nicht über den Schuppenträger gesagt werden, denn die jungen Jahre jedes Drachenkriegers unterscheiden sich, wie sich ihre Mentoren unterscheiden.
Der Kreis
Der Kreis ist die Gemeinschaft des Goldenen. In jeder Zwergenstadt die Drachenkrieger beheimatet gibt es einen Raum in dem die Gemeinschaft lebt. Meistens sind diese Räume üppig mit Gold geschmückt und beherbergen eine mehr oder minder große Statue des Goldenen, oft im Zentrum des Kreises. Zwerge nehmen Worte und Titel sehr pragmatisch und daher ist der Kreis meist ein runder Raum bzw. die Versammlungsstühle sind im Kreis angeordnet. Die Räumlichkeiten dienen als Treffpunkt für alle Gläubigen. Dort wird über Zukunftspläne verhandelt, dort wird gebetet oder gelesen. Aber auch gespeist wird dort. Für Schuppenträger wird dieser Ort, wo die Priester sie meist unterweisen, mehr und mehr zu ihrer Heimat. Zutritt haben grundsätzlich alle Zwerge, nur fremde Rassen duldet das Auge des Goldenen nicht. In Zeiten des Krieges bietet der Kreis allen Zwergen Unterschlupf und die Priester und Drachenkrieger (sofern nicht auf dem Schlachtfeld) heilen die Verwundeten und spenden Hoffnung und Zuversicht unter den Opfern.
Umsetzung in der Engine
Der Weg zum Drachenkrieger ist lang und schwer. Er beginnt mit der Stufe des Schuppenträgers. Um diesen Weg antreten zu können muss die Stufe 3 Krieger erreicht worden sein. Es sollte eine Quest ausgearbeitet werden in der hervorgeht wie der Spieler zu seiner Affinität zum Gott Pyrdacor findet.
Als Schuppenträger beginnt die Ausbildung zum Drachenkrieger, d.h. die Wandlung zum Stufe 4 Knappen wird vollzogen. Hierfür muss die Queste bereits begonnen sein. Alle übrigen Anforderungen entsprechen denen des Paladin des Lichts. Der Mentor wird den jungen Schuppenträger, u.a. mit Hilfe von Klerikern/Priestern ausbilden. Der größte Teil der "Ausbildung" jedoch findet an einer Akademie statt. Die Zwergische Kriegerschule "Umrazimer Schild & Axt" zeichnet sich verantwortlich für die Ausbildung der Drachenkrieger. Am Ende der Ausbildung steht die Weihung zum Drachenkrieger, welche die Stufe 5 bedeutet
Für die Details, Punktegrenzen, Mindestalter usw., wird auf den Hauptartikel Paladin verwiesen. [
