Arachnan

Aus SWPedia
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Gottheiten

Lichte Gottheiten:
TyraelEilistraeeOsten

Neutrale Gottheiten:
NepheleHekate

Dunkle Gottheiten:
LlothArachnanTairach


Elementarmächte:
Der Alte im BergePyrosPyrdacor

Symbole:
Das Geheimnis des GralsDie Heilige Flamme


Beinamen

Der Dunkle Engel

Herkunft und Geschichte

Arachnan gehörte zu den frühesten Dienern Tyraels, durch den Erstgeborenen in den Weiten zwischen den Sternen aufgespürt, aber dennoch findet sich kein Platz für ihn in den Offenbarungen der Seraphim. Gorath, Elimnel, Isidor - so wird die Reihenfolge der ersten Lichtgeborenen benannt, die dem Ruf Tyraels folgten. Während sicher scheint, dass Ubirath, Glamael und Visael erst auf Schattenwelt zum Gefolge Tyraels stießen, findet sich die Betonung von acht hohen Dienern schon in frühesten Quellen und verweist darauf, dass es damals Mitglieder dieses hohen Kreises gegeben haben muss, die im Laufe der Zeit entweder starben oder eigene Wege gingen.

Eine vielfach angezweifelte Quelle spricht fragmentarisch von den Namen dieser acht Diener, findet dabei Namen wie Lathanael, Seydaerin und Miridur so dass zumindest denkbar ist, dass die später als Arachnan bekannte Wesenheit deckungsgleich mit einer dieser Wesenheiten ist. Über eine solche Verbindung schweigen sich jedoch sowohl die mageren Aufzeichnungen als auch die Lichtgeborenen selbst aus.

Profil

Arachnan hat als Diener Tyraels erkannt, dass die Tugenden seines Herrn und Seine letztgültigen Weisheit einen Sieg der Gerechten über das Böse der Welt in letzter Konsequenz unmöglich machen – denn es würde immer gerissene Feinde geben, die den Kodex der Diener Tyraels gegen jene selbst verwenden könnten. Die Jahrhunderte seiner Gefangenschaft im Götterkerker haben die Schizophrenie vertieft und so pocht er noch vehementer als je zuvor auf die Vernichtung der Welt. Der Untergang der Schattenwelt, so sieht es Arachnan, ist zwingend erforderlich, damit aus Staub und Asche der Apokalypse eine neue Welt, frei vom Makel des Bösen, erstehen kann.

Insofern stellt Arachnan die gute Seele der bösen Gottheiten dar. Er stirbt selbst mit jedem Leib, den seine Diener richten, doch ist dieses Leid unumgänglich, damit die Seelen in einer neuen Welt wieder erstehen können.

Darüber hinaus hält er jedoch noch immer an den Grundsätzen fest, die ihn seine Vergangenheit als Seraph in Tyraels Gefolge gelehrt haben. Als solcher Gefallener Seraph fordert er von seinen Dienern unumschränkte Loyalität und Hingabe. Schließlich müssen auch sie – vielleicht sogar der Gefallene selbst – dereinst in dem heraufbeschworenen Weltenbrand zugrunde gehen.

Kult

"Herr, ich habe gesündigt."

Viel zu leise blieben die Worte beim ersten Mal, verschluckt von den steil aufragenden klammen Mauern der Kirche und so atmete Galen noch einmal tief durch und formulierte dann die traditionellen Worte noch einmal.

"Herr, ich habe gesündigt."

Diesmal rollte der Hall durch das langgezogene Kirchenschiff, flutete in verklingenden Kaskaden über den Knienden hinweg, der das Haupt vor dem Altar des Dunklen Engels gebeugt hatte. Ähnlich war auch der Schlachtenlärm schließlich verklungen nachdem der verhärtete Widerstand an den eilends aufgerichteten Barrikaden gebrochen war und ein weiteres Mal hatte die Waage der Welt sich weiter geneigt.

Vier Leben hatte die Klinge des Knienden eingefordert, vier Leben, deren Herzblut den Stahl befleckt hatten, so dass das Metall nun stumpf und fleckig war - ein Symbol für den beschmutzten Geist des Waffenführers. Und nun war die Zeit der Reinigung gekommen.

"Vergib mir das Leben der alten Frau, oh Herr."

Vor dem geistige Auge erschien die gebeugte Gestalt noch einmal, die erhobenen Hände hatten dem scharfen Biss des Stahls keinen Widerstand entgegenzusetzen vermocht - sowenig Widerstand, wie die entblößte Haut des Unterarms nun dem sanften Zug der befleckten Klinge bot.

"Vergib mir das Leben des Kriegers, oh Herr."

Flüchtig war die Erinnerung an den Gerüsteten, der schon aus zahlreichen Wunden geblutet hatte, das Kettenhemd von anderen Hieben aufgerissen und im Rot des fließenden Lebens gefärbt. Die Klinge war ihm ins Gesicht gefahren, gänzlich beiläufig und fast ohne den bewußten Willen des Schwertträgers auch nur zu fordern. Dennoch - zumindest war ein Eindruck geblieben, der nun mühsam noch einmal zurückgeholt und mit Bedauern vermischt wurde, bevor die befleckte Klinge einen zweiten Schnitt neben die erste Wunde setzte.

"Vergib mir das Leben des Kindes, oh Herr."

Angstvoll geweitete blaue Augen in einem von struppigem Blondhaar umrahmten schmutzigen Gesicht. Wie alt war der Knabe gewesen? Neun Sommer, zehn vielleicht? Der Kniende vermochte es nicht zu sagen, die Maxime seines Glaubens verbot es eigene Kinder in die Welt zu setzen und die Zeit sich mit diesen Aspekten des menschlichen Lebens zu beschäftigen, würde sich neben der Pflicht kaum je finden. Dennoch kräuselte sich deutlicheres Bedauern im Geist des Knienden, ein Unbehagen, das mit jedem Kampf aufs Neue kam und jedes Mal eine Spur an Kraft gewann. Irgendwann, so spürte er in diesem Moment, würde er des Messer Schneide erreichen und entweder der Pflicht oder dem Mitgefühl nachgeben und in beiden Fällen würde er verlieren.

Der Schmerz des zum dritten Mal eigenes Blut kostenden Stahls rief die Sinne in die Gegenwart zurück.

"Vergib mir das Leben des Widersachers, oh Herr."

Hart hatte der Söldner ihm zugesetzt, sein Leben teurer verkauft, als man es von einem gemeinen Mietling erwarten sollte und zweimal hatte dessen Schwert die eigene Rüste durchdrungen und einen Blutzoll gefordert, bevor es ihm gelungen war die Barrikade zu nehmen und den Gegner niederzustrecken. Wohliger Stolz mischte sich mit Zufriedenheit, als die wachgerufene Erinnerung an Deutlichkeit gewann. Nicht jeder Diener des Dunklen Engels hätte so rasch die Oberhand gewonnen und damit das Gefecht entschieden, schon gar keiner der gewöhnlichen Sterblichen.

Zweimaliger Schmerz fuhr diesmal durch den narbenübersähten Unterarm, ergänzte die Zahl der blutenden Wunden auf Fünf. Hochmut, so schalt der Kniende sich scharf. Vergebung für den Feind, Bedauern über den Verlust - so rief er sich mühsam zurück in das Bewußtsein. Es war nicht recht stolz darauf zu sein einen guten Mann zu töten, keine Ehre lag darin ein Leben auszulöschen, das dem Pfad des Rechts folgte - aber es mußte sein, dem Großen Plan zum Nutzen.

Es brauchte noch zwei weitere Schnitte, bevor die widerstrebenden Gedanken endlich wieder auf diese Linie einlenkten und in Demut des Verlustes gedachten.

"Zu Deinem Willen, oh Herr. Alles zu Deinem Willen."

Die gemeinen Diener Arachnans mögen glauben, was auch immer die Befehlshaber ihnen sagen, all Jene jedoch, die die Weihe Arachnans empfangen haben wissen um die Wahrheit der Ziele und des Kampfes ihres Herren. Sie verstehen, dass die Welt zerbrochen werden muss, um sie zu heilen, sie verstehen, dass sie auf der Seite der Finsternis streiten müssen um all jene zu zerbrechen, die ihre eigenen Tugenden spiegeln.

Das Leben eines geweihten Dieners Arachnans ist von Schmerz geprägt, von Reue und Geißelung, symbolisch fügen sie sich Wunden zu, wann immer ein Sieg für das Chaos errungen wurde, um das Leid nicht zu vergessen - Leid, das notwendig ist.

Ein Kleriker des Dunklen Engels hat die Tugend der Opferbereitschaft letztlich zum Mittelpunkt seines Lebens gemacht, denn er handelt für das große Ziel, opfert das eigene Mitgefühl auf. Dabei steht das Bewußtsein dieser Diskrepanz und die Auseinandersetzung damit im Zentrum des Glaubens: Der Dunkle Engel wird niemandem seine Gnade schenken, der ohne Mitleid und ohne Schmerz Leid in die Welt trägt. Seine Diener müssen wissen, müssen verstehen was sie tun und dürfen vor dem Grauen, das sie verbreiten nicht abstumpfen.

Wer sich mit der Finsternis solidarisiert, wer den Kummer zu seinem Gefährten macht und mit Freude Gewalt säät, der verliert die Gnade des Dunklen Engels nur zu rasch.

Insofern gehen die Diener Arachnans keine längerfristigen Bündnisse ein, die nicht dem Höheren Wohl dienlich sind. Überhaupt stellt die Vernichtung der Welt den Kern ihrer Existenz dar, wenngleich der Weg dorthin langwierig sein kann. Verbündete, die die Wahrheit in den Lehren Arachnans erkannt haben, werden sich ohnehin dem Gefallenen verschreiben. Es ist weiterhin die Schizophrenie dieses Glaubens, dass jene Kräfte bekämpft werden müssen, denen man sich verbunden fühlt. Kein Geweihter darf Handlungen unternehmen, die das Licht stärken - noch zulassen, dass solche Handlungen vorgenommen werden. Obgleich der wahre Feind der Schatten ist, muss ein Geweihter auf dessen Seite streiten.

Diener

Quellen

Es gibt zwei Verhaltensweisen, die der Dunkle Engel nicht gutheißt. Die erste ist die Unfähigkeit, über das nachzudenken, was dem Höheren Wohl der Welt dienen könnte. Die zweite ist das bewusste Ablehnen dem Pfad des Höheren Wohles zu folgen, wenn klar ist, was zu tun ist!
-- Dalyth Ukos, Geweihter Arachnans