Durias Grau/Die Sieben Zeitalter

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  • Verfasser: Durias Grau

Am Anfang war die Welt leer und still. Nur Stein war der Boden, ohne den Glanz von Sonne, Mond oder Sternen war die ewige Nacht. Es war dunkel — eine Welt voller Schatten. Ohne die Sonne gab es keine Tage, ohne den Mond keine Mondwechsel, so dass es keine Zeit gab. Dies war das Erste Zeitalter: Der Stillstand. Ohne Ende war die Welt zu dieser Zeit und ohne Anfang. Sie wartete.

Das Zweite Zeitalter begann, als TYRAEL, der Herr, zum ersten Mal diese Schattenwelt besuchte. Sein Auge war voller Gnade und Güte und er sprach das Erste Wort: "Irase — Lebe!" Und dies war das Erste Geschenk: Die Gabe des Lebens, das aus sich selbst heraus neu erschaffen wird. Als TYRAEL so gesprochen hatte, erwachte der Erste der Brüder im Osten und sah voller Liebe zu TYRAEL auf. Als der Herr weiterwanderte, da erschuf jener Bruder im Osten das erste große Licht und sandte es auf seine Reise: Die Sonne. Und wie die Sonne wanderte an der Seite des Ersten Bruders, gab es Tag und Nacht.

Das Dritte Zeitalter begann, als [[DIABLO, der Allverderber, zum ersten Mal diese Welt von Licht und Schatten besuchte. Hass und Zorn war der Meister des Schreckens und voller Sinnen des Werkes TYRAELs zu verderben. So sprach er das Zweite Wort: "Salae — Vergehe!" und brachte den Tod damit in die Welt. Aber das Wort DIABLOs war nutzlos vor dem Ersten Bruder Osten. So schuf er, während Osten dem Pfad der wandernden Sonne folgte, aus seinen Fußabdrücken einen zweiten Bruder im Süden, einen dritten Bruder im Westen und einen vierten Bruder im Norden und erfüllte sie mit seinem Geist. DIABLO befahl den Dreien ihren älteren Bruder zu töten und das Licht zu erlöschen, damit die Welt wieder in stumme, kalte Dunkelheit zurückkehrte, wie sie vor der Ankunft TYRAELs gewesen war.

Das Vierte Zeitalter begann mit dem ersten Kampf der vier Brüder. Die Welt, die nur Tag und Nacht kannte, wurde erschüttert vom Lärm der Schlacht und gewiss wäre Osten, der Älteste überwältigt worden, hätte nicht TYRAEL aus seinem eigenen Licht die Seraphim erschaffen, die geschlafen hatten, bis das Firmament unter dem Kräfteringen der Vier erzitterte. So erwachten in der Schwärze der Nacht die Ersten Acht Sterne und ihre Namen sind: Gorath, Elimnel, Isidor, Lathanael, Miridur, Saedaerin, Manhela und Alathor. Erschreckt ließen Süden, Westen und Norden ab, als sie dieser neuen Lichter gewahr worden, die Osten als Kinder TYRAELs erkannte. Und als die Acht auf die Welt blickten, da wuchsen Pflanzen aus dem Blut und Tiere aus den Tränen der Brüder — manche freundlich, wie Osten selbst, andere, die aus dem wütenden Schmerz der drei Brüder erschaffen wurden, voller Bösartigkeit. Aber auch wenn DIABLO sie verdorben hatte, gehorchten sie doch dem Ersten Wort TYRAELs: "Lebe!". So endete das Vierte Zeitalter.

Im Fünften Zeitalter war die Welt von Pflanzen und Tieren bedeckt. Lange hatten die Drei Brüder es nicht mehr gewagt, gegen den Ältesten, Osten, vorzugehen, nur dann und wann stachelten sie einige ihrer Kreaturen auf, dass sie mordend durch das Land zogen. Aber noch immer waren sie ohne Seele und ohne Verstand und sie lebten und starben ohne Sinn.Da geschah es, dass TYRAEL auf seinen Wanderungen zurückkehrte zu der einstmals kahlen Welt und er erfreute sich am Leben, hieß seine Kinder willkommen und sprach das dritte Wort: "Abale — Erkenne dich!". Und er schenkte Osten die Gabe eine Seele zu entfachen. Das Ende des Fünften Zeitalters sah die Erstgeborenen, die ersten Wesen, die Gut und Böse zu unterscheiden mochten und das Geschenk des freien Willens besaßen.

Im Sechsten Zeitalter waren die drei Brüder voller Grimm und Hass über diese neuen Kreaturen, die sie selbst nicht erschaffen konnten, aber sie erkannten bald, dass das Geschenk der Erkenntnis auch verdorben werden konnte. So weckten sie Gier, Zorn und Hass in den Erstgeborenen, banden sie durch Angst und Herrschsucht. Ein jeder von ihnen bestellte sich einen der Erstgeborenen zum Ersten Diener und sie beschenkten sie, wie es ihrer Natur entsprach: Süden gab die Herrschaft über die glühende Hitze und die Flammen. Westen gab die Herrschaft über das verzerrte Leben und Norden gab die Herrschaft über die eisige Kälte und den Schnee. So zogen die drei Heermeister über die Welt und ihnen folgten die Ängstlichen, Gierigen, Hasserfüllten: Artharak, der brennende Flamme Südens; Thrimanenris, das verdorbene Leben Westens; Zikhador, das gefrierende Eis Nordens.

Osten, dessen Wunsch es nie gewesen war zu kämpfen, floh vor der Heerschar bis ans letzte Ende der Welt, immer verfolgt von den drei Brüdern und ihren willigen Dienern. Als sie Osten auf dem Letzten Schlachtfeld stellten, riefen die Acht Sterne ihm zu: "Irase — Lebe!" Und da schuf Osten sich einen Vertrauten und nannte ihn Istakidhail, den Schwerträger.

Die Acht aber traten zusammen und Alathor, der Schaffende, formte aus Metall, das dem Herzen der Welt entstammte, eine Klinge, in die seine Geschwister ihre Kraft gaben und Gorath sprach: "Dies ist das Schattenschwert, geschaffen um den Schatten zurückzuhalten, der das Licht verdunkelt."

Als die drei Brüder dies sahen und die Macht der Klinge erkannten, da flohen sie, so weit sie konnten und verbargen sich in Verstecken: In brennender Glut Süden, im kalten Eis Norden und im Nebel der Totensümpfe Westen. Und dies war das Ende des Sechsten Zeitalters.

Im Siebten Zeitalter wuchs die Welt weiter. Die Erstgeborenen zerstreuten sich, machten Platz für neue Völker. Nur die vier Heermeister der Brüder blieben zurück, schlafend, ruhend, wachend, wartend, so wie die Brüder selbst schliefen, ruhten, wachten und warteten.

Die Geschichte hat ihr noch kein Ende gefunden. Ihr alle wisst darum, wie die Brüder erwachten und schließlich ins Schattenreich gebannt wurden. Noch heute liegt das Schattenschwert in den Ruinen des Tempels des Lichts, genau an jenem Ort, an dem es geschaffen wurde. Es heißt, dass das Siebte Zeitalter noch kein Ende gefunden hat. Es heißt manchmal auch, dass dieses das Letzte Zeitalter ist, bevor die Schöpfung vollkommen ist.