Sibirius/Analyse arkaner Strukturen unter Berücksichtigung mehrdimensionaler Abhängigkeiten

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von Sibirius, Schriftgelehrter

Die Magie. Seit Anbeginn der Zeit suchen die Völker der Welt diese zu verstehen und anzuwenden. Dabei gibt es die unterschiedlichsten Auffassungen und Theorien darüber, wie das „Zaubern" denn nun vonstatten geht. Seien es jene, die sich Hexen oder Hexer nennen und dem Glauben unterliegen eine imaginäre Göttin verleihe ihnen die Macht Zauber zu wirken, die Zwerge, die mittels der berauschenden Wirkung der Reagenzien ebenfalls eine spirituelle Verbindung zu ihrem Gott herstellen wollen oder die Elfen, deren diesbezügliche Gabe schon von Natur aus stärker ausgeprägt ist, als die anderer Völker, so ist einzig und allein unter den Magiern die Erkenntnis gereift, daß die Magie etwas natürliches ist und sich auf einer wissenschaftlichen Basis erklären läßt.

Mit der Zeit sind viele mehr oder minder gute Theorien gereift, wie sich denn all die verschiedenen Einflüsse wissenschaftlich unter einen Hut bringen lassen. So gibt es hierbei die unterschiedlichsten Herangehensweisen. Während die einen von der Seite der Mantren und Paraphenalia her eine Erklärung versuchen, gehen andere dem Gedanken, unsere Welt befindet sich in einer unter vielen Ebenen, nach. Wieder andere sehen das allgemein als „arkanes Gewebe" bezeichnete Phänomen als ein Netz, welches alle Objekte des Universums miteinander verbindet. Doch so gut jede dieser Theorien das von ihr speziell betrachtete Gebiet erklärt, so gelingt es doch keiner, alle Aspekte zu berücksichtigen.

Als Ergebnis längerer Forschungen bin ich zu der Ansicht gelangt, daß sich die Planaristk als beste Grundlage für eine allgemeine Theorie anbietet. Wenn man die Alternativrealitäten der Planaristik nicht als weitere mehr oder minder eingeschränkte Duplikate unserer vierdimensionalen Existenzebene betrachtet, sondern als Existenzebenen mit einer höheren Dimensionalität, so lassen sich viele Phänomene recht leicht erklären.

Doch fangen wir ganz unten, beim magisch begabten Wesen an sich, an. Zuerst ist es sicher wichtig zu wissen, was ein denkendes Wesen von einem Tier oder gar unbelebter Materie unterscheidet. Es ist eben jene Fähigkeit des Denkens. Doch wie „denkt" man? Ein Mechaniker würde nun sicher, ein Uhrwerk als Beispiel anführend, aussagen, daß das Gehirn eines jeden denkenden Wesens eine unendlich komplexe mechanische Konstruktion sei, welche wie eben jenes Uhrwerk alle Gedanken nacheinander abarbeitet. Doch ist dies aus zweierlei Gründen nicht möglich. Zum einen, weil uns die Fähigkeit des Denkens wie jeder weiß von den Göttern gegeben wurde und zum anderen hat sicher noch nie jemand bemerkt, daß es in seinem oder eines anderen Kopf tickt, wie man es von einer Mechanik gewohnt ist. Doch wie denken wir dann? Die Wissenschaft läßt nur folgenden Schluß zu: In dem Augenblick, in welchem uns die Götter die Fähigkeit zu denken und somit bewußtes Leben gaben, hinterließen sie in uns einen Teil ihrer selbst. Zwar nur ein winziges Stück, welches bei der Unendlichkeit der Götter verschwindend gering ist, aber dennoch reicht es um unseren Geist zu formen.

Nun wird es sicher jedem einleuchten, daß die Götter nicht jedem die gleiche geistige Größe gegeben haben. Warum sollten sie auch? Sie haben den Wesen unterschiedliche Gestalten, Sprachen und Verhaltensweisen gegeben also liegt es doch nahe, daß sie auch die geistige Kraft nach einem, für uns sicher nicht zu verstehenden aber doch völlig ihrem göttlichen Plan entsprechenden, Muster verteilt haben. So ist dies also die Basis unseres Denkens und der Wahrnehmung unserer Welt. Eine Welt, die für den einfachen Beobachter drei Dimensionen besitzt. Länge, Breite und Höhe. In all diesen Richtungen kann man sich frei bewegen wenn man einmal von artspezifischen physischen Begrenzungen absieht. Betrachtet man das ganze etwas genauer, wird noch eine weitere Dimension, die vierte offenbar. Jedoch ist diese in unserem alltäglichen Leben gegenüber den anderen drei Dimensionen von eher niederer Bedeutung, da wir uns in dieser, der Zeit, nur in einer Richtung bewegen können. Doch sind dies wirklich alle Dimensionen? Wer sagt denn, das nach vier Dimensionen das Ende erreicht ist? So wirft sich doch die Frage auf, wo sich die Götter aufhalten, wenn sie uns beobachten, sich aber uns nicht zeigen? Es ergibt sich doch die berechtigte Annahme, daß sie in einer weiteren Dimension weilen, welcher wir nicht gewahr werden, geschweige denn Zugang zu dieser besitzen.

Genau an diesem Punkt setzt meine Erklärung an. Wie bereits oben erwähnt, stellt der Geist eines jeden Wesens ein Teil jenes Gottes dar, der es erschaffen hat. Da es außer Frage steht, daß die Götter nach Belieben zwischen diesen einzelnen Dimensionen zu wandeln vermögen, drängt sich einem förmlich der Schluß auf, daß Wesen, die einen, im Verhältnis zu anderen, recht großen Teil dieser Göttlichkeit erhalten haben, sich zumindest der Existenz der höheren Dimensionen bewußt werden können. Geht man nun noch einen Schritt weiter, so wären die Wesen, welche die gottähnlichsten unter allen Sterblichen sind, natürlich nur in sofern, wie wir hier von gottähnlich reden können, da eine Ameise gegenüber einem Bazillus auch Menschenähnlich ist, am Ende gar in der Lage die Dimensionen zu manipulieren, wie es den Göttern möglich ist. Genau diese Wesen werden im Volksmund Magier oder einfach Zauberer genannt. Der Gelehrte bezeichnet sie je nach erworbenen Fähigkeiten als Suchender, Adept bis hin zum Arcomagus, dennoch ändert sich nichts an ihrem Auftreten. Diese Wesen, ich werde ab jetzt den allgemeinen Begriff Magus verwenden, vermögen also Kraft ihres Geistes das Gefüge der Dimensionen zu verändern. Doch wie genau soll man dies einem Laien erklären? Fangen wir mit der einfachen Manipulation der allgemein zugänglichen drei Dimensionen an.

Die Applicatio VAS REL POR. Wie sicher die meisten der geneigten Leser es bereits gesehen haben, öffnet der Magus mit Hilfe dieser Applicatio ein magisches Tor zu einem von ihm bestimmten Ort. Dies bewirkt er, indem er Kraft seines Willens die beiden, möglicherweise Tagesreisen voneinander entfernten, Orte in Einklang bringt. Er erreicht eine räumliche Übereinstimmung beider Orte, indem er die Struktur des dreidimensionalen Raumes so verändert, das eben jene beiden Punkte genau übereinander liegen. Ich verweise hierbei auf bereits veröffentlichte Schriften, die sich genauer mit diesem Thema auseinandersetzen. Auf ähnliche Weise wirken auch KAL ORT POR sowie REL POR. Um eine solche Übereinstimmung zweier Orte zu erreichen, muß sich der Magus jedoch auf einen bestimmten Ort konzentrieren Der zweite Ort ist immer der, an welchem er sich befindet. Bei einem REL POR ist die recht einfach. Man schaut in Richtung des Zielortes und wirkt die Applicatio. Logischerweise ist dies bei KAL ORT POR und VAS REL POR nicht möglich, da diese Orte recht weit voneinander entfernt sein können. Um dieses Problem zu umgehen, verwendet man die Applicatio KAL POR YLEM. Mit Hilfe dieser brennt der Magus ein magisches Abbild der einzigartigen Charakteristika eines Ortes auf eine so genannte Rune. Alternativ dazu könnte sich der Magus die Charakteristika auch merken, jedoch wird es aufgrund deren Komplexität und äußerer Störeinflüsse auf die Konzentration des Magus praktisch unmöglich sein, diese korrekt zu behalten. Wohlgemerkt, dies nur für einen einzigen Ort. Von den Dutzenden derart auf Runen gespeicherter Orte, wie sie manche mit sich herumtragen gar nicht erst zu sprechen. Um nun ein KAL ORT POR oder VAS REL POR auszuführen, muß sich der Magus nur wieder die Charakteristik eines solchen Ortes mit Hilfe einer Rune ins Gedächtnis zurückrufen und die entsprechende Applicatio wirken.

Komplizierter ist das Ganze schon, wenn man Applicatii höherer Ordnung wirken will. So zum Beispiel die Herbeirufung der verschiedenen Elementare. Um dies zu erklären, nehmen wir als Beispiel eine elastische Kugel. Wenn man diese Kugel nun auf eine flache Unterlage legt und von oben darauf drückt, wird sie zwar immer flacher und zu den Seiten immer breiter, aber von oben betrachtet behält sie doch die Fläche eines Kreises. Drückt man diese Kugel nun unendlich flach, so bleibt das Verhältnis von Länge und Breite zwar das eines Kreises, aber zu einer Kugelgestalt fehlt die Höhe. Wir haben also unser dreidimensionales Objekt in ein zweidimensionales verwandelt. Nehmen wir die Hand von der zusammengedrückten Kugel, so wird sie auch wieder eine Kugelgestalt annehmen. Ebenso wird ein Elementar herbeigerufen. Der Unterschied besteht lediglich darin, daß das Elementar nicht von außerhalb aus seiner Dimension in die unsere gedrückt wird, sondern daß der Magus es in unsere Dimension hineinzieht. Da er dabei nicht unbegrenzt Kraft aufwenden kann, wird einmal ein bestimmter Aufwand getrieben, um das entsprechende Elementar in unsere Dimension zu holen und es dort zu fesseln, es sozusagen an einen Dimensionsanker zu binden. Läßt nun die Bindung dieses Ankers nach, ob durch natürliche Rückbildung oder Fremdwirkung, so läßt damit die Kraft, welche das Elementar in unserer Dimension hält nach und es entweicht wieder in die seinige.

Wie einige es sicher schon beobachte haben, ist es eine Sache, ein solches Elementar herbeizurufen, jedoch eine andere es auch zu kontrollieren. Verantwortlich dafür ist der schmale Grat zwischen einer zu starken Bindung, welche das Elementar buchstäblich festmauert und einer, die es zwar noch in unserer Dimension hält, es jedoch nicht mehr so sehr bindet, daß es nur das machen kann, was man ihm gestattet. In letzterem Fall ist eine permanente Konzentration des Magus erforderlich um es unter Kontrolle zu halten. Im Notfall muß die Bindung gar vor ihrer natürlichen Auflösung zerstört werden um Gefahr für Leib und Leben abzuwenden.

Weitere Aspekte, die bisher noch nicht genannt wurde, sind die verwendeten Reagenzien sowie die Klärung des Begriffes Mana. Zuerst das Mana. In vielen Theorien ist dies ein essentieller Bestandteil magischen Wirkens, es wird als eine Art „arkanes Blut" beschrieben. Man kann es jedoch auch ganz simpel als die Fähigkeit zur Konzentration eines Magus sehen. Es ist ganz einfach. Wirkt ein Magus eine Applicatio, so muß er sich konzentrieren, je komplexer die Applicatio, desto höher der Konzentrationsaufwand. Hat sich ein Magus nun zu sehr verausgabt, so muß er sich ausruhen um neue Kräfte zu sammeln. Logischerweise steht die Konzentrationsfähigkeit in direktem Zusammenhang zur Intelligenz des Magus. Denn es wird sicher niemand bezweifeln, daß sich eine intelligentere Person besser auf komplexe Strukturen wie eine Applicatio konzentrieren kann. Die Verwendung von Reagenzien ist ebenso einfach zu erklären. Der Magus ist zwar in der Lage mittels seines Geistes die höheren Dimensionen und Wege zu deren Manipulation zu erkennen, jedoch wird er allein durch seine ihm eigene Kraft höchstens einen schwachen IN LOR zustande bekommen. Dies liegt ganz einfach daran, daß ein sterbliches Wesen die zur Veränderung der dimensionalen Struktur nötigen Energien nicht schnell genug abgeben kann beziehungsweise gar nicht über entsprechende Energiemengen verfügt. An diesem Punkt kommen nun die Reagenzien zum Einsatz. Diese enthalten, wie allgemein bekannt, magische Energie bestimmter Art in Reinstform. Denn nicht jede Form der Energie ist für alle Applicatii gleich gut verwendbar. Der Magus nutzt die Reagenzien demnach als sein Werkzeug zur Verwirklichung seiner arkanen Baupläne.

In der Zusammenfassung kann man also das Wirken eines Magus auf die Kraft seines Geistes, die Manipulationen, die er mittels dieser Kraft zu vollbringen imstande ist und seiner Vertrautheit mit derlei Dingen im Allgemeinen, reduzieren.

Sibirius, Schriftgelehrter