Amadea Siyah/Gebete-Grundlagen

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Vorwort

Was ist ein Gebet? Diese Frage stellen wir uns kaum, denn jeder scheint für sich genau zu wissen, was ein Gebet ist. Aber wissen wir es wirklich?

Das Wort „Gebet“ kann zweifelsohne von dem Wort „Bitten“ abgeleitet werden, auch wenn die Bitte oder das Bittgebet eine eingenständige Unterform des Gebetes darstellt. Wenn nun ein Gebet eine Bitte ist, um was wird dann gebeten und wen bitten; vor allem warum bitten wir. Diese Fragen sollen nun der Reihe nach angegangen werden. Ebenso sollen die einzelnen Gebetsformen und Gebetsanlässe näher beleuchtet werden.

Der Lichteine verlieh uns die Gnade des freien Willens um ihm aus aufrechter Überzeugung zu dienen, somit sollten wir uns auch in uns ruhend und verankert in der Schöpfung Ostens darüber im Klaren sein, dass unsere Gedanken zu Gebeten werden. Wir beten, jedes denkende und fühlende Geschöpf betet um seine Wünschen Transparenz zu verleihen. Sicher geht niemand davon aus, dass Tyrael jedes einzelne tägliche Gebet mit einer Reaktion beantwortet. Oft beten wir in Momenten der Not, egal wie groß diese sich objektiv darstellt. Der Bauer betet beim Heueinfahren, dass das nahende Gewitter sich Zeit lassen möge. Der Händler betet um gute Geschäfte und die Witwe um Trost. Somit sind wir bei einem entscheidenden Punkt angelangt, denn nicht alle diese als Gebet an den Lichteinen getarnten Wünsche sind wirklich echte Gebete. Sie sind in Bittform formulierte Bedürfnisse des Glaubenden. Da für einen wahrhaft Lichtgläubigen auch der Glaube an sich ein Bedürfnis darstellt, kulminiert diese innere Sehnsuchtshaltung in einem Gebet, hier sollte der Abschnitt zur Gebetsform Stoßgebet studiert werden.

Andere Gebete entstehen nicht aus der eigenen Not und Sehnsucht, sondern aus der Demut. Diese Gebete sollen im folgenden als „wahre Gebete“ bezeichnet werden oder auch „wahrhaftige Gebete“. Die Demut erkennt die Existenz einer übergeordneten göttlichen Macht an. Tyrael, der Erzengel steht über uns als unser Wächter und Halt. Wenn auch diese seiner Eigenschaften eher metaphysischer als physischer Natur sind, so finden sie in einem wahren Gebet Beachtung. In einem wahrhaftigen Gebet bittet der Glaubende nicht darum, dass der Lichteine etwas für ihn erledigt, sondern er bittet um Führung oder um die Fähigkeit seine Aufgaben selbst lösen zu können. Hiermit erkennt der Betende zum einen seine eigene Verantwortung für sich selbst und sein Fortkommen, sowie die Allmacht des Erzengels an.

Gebete

Sich der eigentlichen Verantwortlichkeit bewusst zu werden und eingedenk ihrer zu handeln, ist eine wichtige Basis um im Glauben die Erfüllung zu finden, die er bieten kann. So betrachtet ist ein Gebet eine rituelle Handlung, die einen mediativen Aspekt aufweist. Mediativ insofern, dass der Prozess der Bewusstwerdung um die eigene Lebens- und Handlungsplanung dadurch in Gang gesetzt und verstärkt werden kann. Die rituelle Handlung des Gebetes in einem festen Rahmen, wie einer Messe oder einer täglichen inneren Einkehr ist für den Gläubigen ein wichtiger Bezugspunkt. Rituale geben uns Sicherheit und stärken uns, sie bieten Grenzen an denen wir uns entlang bewegen können um diese auch, wenn nötig, zu erweitern oder zu verengen.

1. Lobpreisung
In der Lobpreisung werden die Tugenden und die hohen Taten Tyraels bestätigt. Durch die Anerkennung dieser Legenden, führen wir uns im Hohen Liede vor Augen wie allumfassend der Lichteine ist. Wir Preisen ihn aber nicht nur um seiner Wohltaten willen, sondern auch für seine Strafen und seine Eigenschaften, die wir alle kennen und bewundern. Hier sei angemerkt, dass die Lobpreisungen tatsächlich meist gesungen werden. Dies ist verständlich, wenn man bedenkt, dass diese Lieder aus übervollem Herzen kommen und die Musik von der Freude kündet, die der Herr in uns Glaubenden erweckt. Die hier ausgedrückte Tugenden erscheinen Ehrlichkeit und Demut zu sein.
„Gelobet sei der gütige Herr, gelobet sei Tyrael. Preiset, preiset, preiset ihn! Er ist gerecht, er ist das Licht! Seine Kraft vertreibt das Dunkel. Gepriesen sei der Herr.“


2. Bitte
Die ursprünglichste und immer noch geläufigste Gebetsform. Der Glaubende bittet um etwas in einem wahren Gebet nicht um eine materielle Zuwendung, wie unreife Kinder es tun würden, sondern um Unterstützung und Führung. Auch hier zeigt sich die Tugend der Demut ebenso wie die Ehrlichkeit und auch die Tapferkeit, die man benötigt um die eigene offensichtliche Unzulänglichkeit einzugestehen.
O Herr, ich bitte Dich, verleih mir Deine Kraft auf dass ich diese Prüfung bestehe, gewähre mir deine Gnade auf dass ich nicht Zweifle und Schwanke, sondern für das Licht einstehe.“

„Herr, schenke mir Geduld, damit ich mein Werk in Deinem Namen vollenden kann.“


3. Dank
Dankgebete stammen aus dem tiefen Gefühl der Verbundenheit mit dem Herren, da die Erfüllung nahe ist. Auch erkennt man im Dank seine Gaben an. So kann auch ein einfaches und ohne große Beachtung gesprochenes Tischgebet zu einem wahren Gebet werden, sofern es aus vollem Herzen und nicht ausschließlich wegen der pflichtgemäßen Routine gesprochen wird.
„O Herr, ich danke dir für deine Gaben. Du hast mich gesegnet und überaus reich gemacht, ich neige mein Haupt vor dir.“
Diese Gebete lassen sich den Tugenden der Demut -wie fast jedes Gebet, so es ein wahrhaftiges ist- und der Spiritualität zuordnen. Demut, da wir im Dank die Größe des Erzengels im Verhältnis zu der unseren sehen. Spiritualität, weil wir uns der Zwiesprache mit ihm hingeben. Ein Messen der Gaben an den Opfern, die wir erbringen müssen um festzustellen, dass die Gaben weit aus schwerer wiegen. Paladine sollten wohl als erstes Dankgebete lernen, bevor sie bitten.


4. Anbetung
Die Anbetung mag auf den ersten Blick als die reinste Gebetsform erscheinen, entspringt sie doch ausschließlich der Tugend der Demut. Sie beinhaltet für gewöhnlich mehrere Stufen. Zum einen wird in der Anbetung der Glauben bekannt, offen, frei und ohne Gedanken an die Nützlichkeit. Viele -gerade der einfacheren Glaubenden- wurden in der Auffassung geprägt, dass der Lichteine dafür zuständig ist, sie glücklich zu machen. Schlägt dann die Ernte trotz der vielen Gebete fehl, so verfallen sie in Zorn und Zweifel. Um ein Gebet oder besser gesagt, den Zustand zu erreichen in dem eine Anbetung des Herren als das was er ist , das Licht, zu erkennen und ihn aus seiner Natur hinaus zu huldigen ist Erkenntnis nötig.

  • Wir haben einen freien Willen, der und gleichermaßen zum Guten wie zum Schlechten befähigt.
  • Der freie Will wurde uns von Osten mit dem Ja zur Schöpfung verliehen.
  • Der Erzengel ist nicht abhängig von unserem Glauben und unserer Anbetung, dies mögen die eitlen dunklen Gottheiten nötig haben, er gewiss nicht!
  • Wir sind unseres Glückes Schmied. Der Herr stattet und mit seinen Gaben aus, die wir durch unseren freien Willen nutzen können...oder nicht.
  • Der Glaube an den Lichteinen, dient unserer Verwurzelung in der Schöpfung und keinem persönlichen Zwecke.

Hat der Glaubende in seiner Geistesbildung irgendwann diese Erkenntnisse vollzogen, dann findet er Worte, nein eher Gedanken der reinen Anbetung.
„Tyrael, du bist das Licht.“


Auch entpringt dieser inneren Rückführung auf den Ursprung des Glaubens, das Glaubensbekenntnis. Was auch der Grund ist, warum es kein einheitliches Glaubensbekenntnis in der Kirche Tyraels gibt. Die Worte sind so vielfältig, wie es die Glaubenden als Individuen sind und somit im Laufe eines Lebens auch wandelbar. Kinder bekennen sich anders zum Glauben als ihre Mütter oder erfahrene Paladine. Hier nun einige Beispiele, die wie bereits begründet, keinen Anspruch auf vollständigkeit erheben:
"Herr, mein Glaube,

soll Licht von Deinem Lichte sein.

Deine Tugenden nehme ich als meine an.

Das Licht meines Glaubens,

trägt als Zeichen Wahrheit, Liebe, Mut,

in Demut gebe ich mich hin, da ich in DIR geborgen bin."


"Ich glaube an alles, was Tyrael selbst und durch seine Seraphim offenbart

ich glaube an die Reinheit der Schöpfung,

weil ER der wahrhafte Gott ist.

Ich glaube an den Sieg des Lichts,

ich glaube an SEINE Tugenden,

ich glaube an die Liebe, die Wahrheit und den Mut,

ich glaube,

ich hoffe,

ich bekenne mich zu IHM!"


5. Fürbitte
Am Ende oder als integraler Bestandteil einer Messe steht in der Regel die Fürbitte. In ihr wird für jemanden oder etwas, eine Gunst oder Gnade erbeten. Die wahrhaftige Form der Fürbitte ist frei von Eigennutz. So kann es sein, dass ein Knappe des Lichteinen für die Seele eines dunklen Geweihten betet. Oder ein glaubender Adliger für die baldige Gesundung seines schlimmsten Feindes. Barmherzigkeit ist die Tugend, die in einer Fürbitte ihr Gesicht zeigt. Diese Tugend hat viele Gesichter. Barmherzigkeit kann sich im Verstehen, Vergeben, in Mildtätigkeit oder auch im setzen von Grenzen zeigen. Ein Gebet für jemanden zu sprechen, zeigt die Verbundenheit und das Zugehörigkeitsgefühl des Glaubenden zur gesamten Schöpfung. Er erkennt damit den Wert eines anderes Wesens- einer anderen Person an- und dessen Wert.
„Tyrael, ich bitte dich halte schützend deine Hand über.....“
Bei Fürbittgebeten ist auch die Anrufung eines Seraphim durchaus sinnvoll, da diese Wesen als Mittler zwischen uns und dem Herren fungieren können. Üblicherweise findet das Anrufen einer Seraphim bei Begräbnissen oder Trauerfeiern statt. Meist wird Aridhel gebeten die Seele des Verstorbenen zum Lichteinen zu geleiten und den trauernden Hinterbliebenden Trost zu spenden.
„Aridhel, geleite die Seele des teuren Verstorbenen sicher in den Frieden unseres gütigen Herren...


6. Stoßgebet
Diese Gebetsform kann sicher nur schwerlich als wahres Gebet betrachtet werden. Immerhin entfliehen und Stossgebete meist nur in den Momenten der höchsten Not oder tiefer Peinlichkeit. Doch auch hier zeigt sich eine Tugend. Die Tugend der Tapferkeit legt den Ursprung für jedes Stossgebet. Selten wird ein Glaubender inbrünstiger zum Herren beten als in einer Situation, in der ihm ein solches Kurzgebet entschlüpft. Die Bitte um Gnade oder Schonung zeigt sich hier oft, ebenso der Dank für verhindertes Unheil. Stossgebete können so durchaus wahre Gebete sein, die Kurzform der anderen Gebetsarten, gebetet im tiefen Vertrauen. Gebetet auch in der Gewissheit wohl keine Antwort zu erhalten und die Lage- wie auch immer sie sei- nur mit Tapferkeit und Mut durchstehen zu können.

Ein Wort zum Schluss

Abschließend noch einige Dinge, die sicherlich bedacht sein wollen. Gedanken werden zu Worten und Worte haben Macht. Sicher keine Macht mit unmittelbaren Auswirkungen wie ein Faustschlag oder Schwertstreich. Doch sie können treffen. Da ein Gebet zunächst einem Gedanken entspricht, sollte jeder Glaubende sich dazu selbst anhalten, seine Gedanken rein zu halten. Ein großer Anspruch. Im Zusammenwirken von Glaube, Denken im Glauben und Handeln im Glauben durch Wort, Tat und Gebet allerdings von immenser Bedeutung. Es sei gleich angemerkt, dass niemand völlig frei von zwingenden und zersetzenden Gedanken ist, egal wie sehr er oder sie sich auch dem Licht zuwendet mit Geist und Seele. Doch ist das Bemühen um die Einhaltung der Tugenden schon der Beste Weg, um auch die Gedanken zu klären und sich von schlechten Einflüssen frei zu machen. Als innere Einkehr wirkt hier das wahre Gebet in uns.

Gesprochen in Demut.

Gedacht in Liebe.

Gelebt mit Mut.


gegeben im zehnten Monat im Jahre 1 nach Lamarit

Amadea Asker Siyah

Waffenmeisterin der Akademie des Lichtes zu Lar`Mantis