Soral al'Fadil/Die Theorie des arkanen Gewebes

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von Soral al'Fadil

Die Theorie der Magie - Das arkane Gewebe

Alles was existiert (Sonnen, Planeten, Götter, Lebewesen etc.) steht miteinander in Verbindung. Es teilt seine Existenz mit und bekommt die Anwesenheit aller anderen Existenzen mitgeteilt.

Dieser beständige Fluß von Informationen verläuft für alle Beteiligten vollkommen unbemerkt und geschieht in den meisten Fällen unbewußt. Er durchsetzt das Universum wie ein Netz und ist die Energie, die daß Universum antreibt.

Bei diesem Netz handelt es sich um das arkane Gewebe (auch Astralebene oder astrales Netz) und die Energie, die in ihm fließt, ist daß, was wir als Mana bezeichnen. Mana ist ein anderes Wort für magische bzw. arkane Energie.

Jeder einzelne Knoten in diesem Netz stellt eine Existenz dar. Die Knoten mit dem höchsten Informationsfluß, also dem größten magischen Potential, sind die Knoten, die ein Lebewesen symbolisieren. Je höher dieses Lebewesen entwickelt ist, desto größer ist der arkane Fluß und desto höher ist sein magisches Potential. Am höchsten ist das magische Potential bei intelligentem Leben.

Magische Energie umgibt und durchsetzt also alles was ist. Sie fließt von Knoten zu Knoten innerhalb des arkanen Gewebes. Das Anwenden von Magie, z. B. durch Wirken eines Zaubers, ist letzendlich nichts anderes, als das bewußte Benutzen dieser Energie. Für kurze Zeit stehen Zaubernder und der Ort, an dem die Wirkung des Zaubers entsteht, über das arkane Gewebe in direkter Verbindung. Sie sind dann Quelle und Senke magischer Energie. Das magische Potential des Zaubernden nimmt ab und das am Ort des Zaubers zu. Über das arkane Gewebe "lädt" sich das Potential des Zauberers durch den natürlichen arkanen Fluß wieder auf.

Bestimmte Zauber und Tränke beschleunigen die Wiederherstellung des vollen magischen Potentials des Zaubernden. Allerdings ist dieser Vorgang mit Vorsicht zu genießen. Wo der Zauber des 7. Kreises "Ort Sanct" den Vorrat an magischer Energie des Zaubernden dadurch auflädt, daß einem "Opfer" der gesammte Vorrat an magischer Energie entzogen wird, hier greift wieder das Prinzip der Quelle und der Senke, gehen manawiederhestellende Tränke einen etwas anderen Weg. Da hier keine direkte Verbindung zwischen zwei Punkten im arkanen Gewebe existiert, muß der Zugewinn an Mana für den einzelnen woanders herkommen.

Der größte Speicher für arkane Energie ist das arkane Gewebe selbst. Eine "Mana-Refresh-Potion" läßt nun eine Verbindung zwischen dem Trinkenden und dem arkanen Gewebe entstehen, über die sich das magische Potential deutlich schneller regeneriert. Das Problem dabei ist aber, daß dieser Vorgang das arkane Gewebe direkt belastet und somit schwächt. Diese Schwächung kann das Gewebe innerhalb einer gewissen Zeit wieder ausgleichen, wobei die Größe der Schwächung einen deutlichen Einfluß auf die Dauer des Ausgleichs hat. Je mehr zaubernde Lebewesen nun diese Art Tränke benutzen, desto größer ist die arkane Schwächung.

Darin liegt auch die größte Gefahr, die von diesen Tränken ausgeht. Wenn das arkane Gewebe ohnehin einer extremen Belastung ausgesetzt ist, wie es zum Beispiel der Fall war, als Raynor den magischen Kristall benutzte, kann es zu einer Überlastung kommen, die fatale Folgen für den Astralraum haben kann. Im extremsten Fall wäre ein "reißen" des arkanen Netzes denkbar. Dieses hätte hätte ein Erlöschen jedweder Art von Magie zur Folge.

Bezüglich des Vergehens von Zeit im Astralraum sei an dieser Stelle nur erwähnt, daß im arkanen Gewebe alles quasi gleichzeitig passiert, da es dort so etwas wie Zeit nicht gibt. Diese Aussage steht nur scheinbar im Widerspruch zum täglich Erlebten oder den Aussagen, die weiter oben gemacht wurden, da die Auswirkungen von Abläufen innerhlab des arkanen Gewebes auf unsere Existenzebene sehr wohl den kausalen Gesetzen der Zeit unterliegen (s. hierzu das Wiederherstellen des magischen Potentials eines zaubernden Wesens).

Wie genau nun diese Kopplung im einzelnen aussieht, ist Gegenstand der Forschung und gilt noch als vollkommen ungeklärt.

Die Theorie der Magie - Was sind Gedanken?

Um sich an eine mögliche Beantwortung der Frage dieses Kapitels zu machen, ist es nötig, die Struktur der arkanen Energie innerhalb des Astralraums zu klären. Die Begriffe "arkanes Gewebe" und "Astralraum" werden in dieser Arbeit als gegenseitige Entsprechung benutzt und nicht unterschieden.

Der Fluß magischer Energie innerhalb des arkanen Gewebes ist, ohne Einwirkung von außen, ungerichtet (chaotisch). Dabei strebt das Gewebe allerdings an, ein energetisches Gleichgewicht zu halten, um eine Überlastung einzelner Stellen oder Knoten zu vermeiden. Berge und Täler im Potential des Astralraums sind somit über größere Zeiträume nicht möglich. Das bedeutet nicht, daß sie kurzeitig nicht doch auftreten könnten, denn sonst wäre z. B. das Wirken von Magie nicht denkbar.

Per Definition ist der magische Fluß also chaotisch. Es existieren allerdings wenigstens zwei Möglichkeiten eine Art von Ordnung innerhalb des Chaos zu erzeugen. Die eine ist die Ausprägung eines Zaubers im Astralraum, auf dieses Thema gehe ich an anderer Stelle noch etwas genauer ein, und die andere sind Gedanken.

In Bezug auf die Frage aus der Kapitelüberschrift, sind Gedanken also geordnete Strukturen im chaotischen Fluß der magischen Energien des arkanen Gewebes. Sie werden von lebenden Wesen erzeugt und die Fähigkeit komplexe geordnete Strukturen zu erschaffen, ist das, was wir als Intelligenz bezeichnen.

Zu denken bedeutet also, das arkane Gewebe zu beeinflußen. Je größer das Talent des Lebewesens für Magie ist, desto komplexer sind die Strukturen, die zu erzeugen es im Stande ist. Daher findet man z. B. auch bei Erzmagiern die Lebewesen mit der höchsten Intelligenz

Bestimmte Wesen, die aus ihrer Natur heraus magisch sind, scheinen ein Gespür für Strukturen im arkanen Fluß zu haben. Dies prägt sich z. B. in der Fähigkeit aus, die Gedanken anderer zu lesen. Bei Vampiren ist diese Gabe schon beobachtet worden. Auch Drachen, wohl mit die stärksten magischen Wesen die es gibt, könnten eine grundlegende Veranlagung in diese Richtung haben.

Eine weitere Fähigkeit, die sich aus diesem Gespür ergibt, ist, daß entsprechend Begabte sogar ihre eigenen arkanen Strukturen über die anderer Lebewesen stülpen bzw. die georneten Muster (Gadenken) durch die eigenen ersetzen. Ein Aufzwingen des eigenen Willens ist so möglich. Dies kann bei entsprechend großer Begabung eventuell sogar soweit führen, daß die beeinflußte Person von dem Vorgang gar nichts mitbekommt und weiterhin meint, sie würde ihre Gedanken "denken".

Als Beispiel für diese Fähigkeit sind hier wieder die Vampire zu nennen. Allerdings ist diese Aussage noch nicht hinreichend genung untersucht worden, um als bewiesen zu gelten.

Die Theorie der Magie - Zaubern aus der Sicht der Theorie des arkanen Gewebes

Einführend zu diesem Abschnitt sei darauf hingewiesen, daß der nachfolgende Text versucht, die Hintergründe bei der Entfaltung eines Zaubers zu erhellen. Auf den grundlegenden Ablauf beim Wirken eines Zauber wird hier nur insofern eingegangen, wie er die Auswirkungen auf das arkane Gewebe direkt betrifft.

Zu den Grundlagen der Magie sei an dieser Stelle auf den Unterricht an der "Academia Ars Magica" und auf die sehr ausführliche Arbeit Die Kunst der Magie in der Schattenwelt von Lady Zodiac verwiesen.

Der Energiefluß innerhalb des arkanen Gewebes ist im Grunde chaotisch und die Gedanken lebender Wesen sind die eine Möglichkeit, geordnete Strukuen innerhalb dieses Chaos zu erzeugen. Die zweite ist das Zaubern, also das gezielte Nutzbar machen arkaner Energie.

Setzt man diese beiden grundlegenden Aussagen aus dem zweiten Teil zueinander in Beziehung, entsteht der Verdacht, daß durch bloßes Denken schon ein Zauber gewirkt werden kann. Dieses ist, unter der Annahme einer Obergrenze der Intelligenz, wie wir sie auf Schattenwelt erleben, aus zwei Gründen nicht möglich.

1) Für das Gelingen eines Zauberspruchs ist unstrukturierte magische Energie nötig. Diese überführt der Zauber bei der Entfaltung seiner Wirkung in die gwünschte Form. Er erzeugt also für kurze Zeit geordnete Strukturen im Astralraum.

Dies ist auch der Grund, warum zum Erhöhen des magischen Potentials Reagenzien (z. B. Pflanzen) nötig sind, die zumindest kein bewußtes Leben führen. Denkende Lebewesen haben der ihnen innewohnenden Magie schon eine Grundstruktur aufgeprägt. Sie ist daher nicht mehr beliebig formbar und für die Entfaltung des Zaubers unbrauchbar.

2) Die Gedanken des Zaubernden sind schon mit der Formulierung des Zauberspruchs beschäftigt. Bei einem normalsterblichen Lebewesen fehlt es einfach an Intelligenz (= geistigem Potential), um eine weitere Strukturierung im arkanen Gewebe vorzunehmen, oder an einer weiteren Strukturierung durch den sich entfaltenden Zauber beteiligt zu sein. Er ist damit einfach überfordert bzw. überlastet.

Eine solche Überlast kann allerdings auch schon unter normalen Umständen auftreten und jeder Zaubernde hat deren Auswirkungen schon gespührt. Es ist das, was wir als "Spell fizzels" bezeichnen. Da die grundlegenden Strukturen des Zaubers schon begonnen haben sich im arkanen Gewebe aufzubauen, kommt es, bei eintreten der Überlast, zu einem unkontrollierenten "zerfasern" dieser Strukturen. Ein Teil der explosionsartig frei werdenden magischen Energie findet seinen Weg in die reale Welt und ist als Rauchwolke zu sehen.

Bei höheren Lebewesen wie z. B. Göttern ist es durchaus vorstellbar, daß sie Zauber Kraft ihrer Gedanken wirken können.

Bezüglich der Menge der für die Zauberei zur Verfügung stehenden Reagenzien sei abschließend noch angemerkt, daß es da in letzter Zeit zu einigen grundlegenden Umwälzungen gekommen ist. Die Zutaten Pig Iron, Executioners Cap und Obsidian, die der Stärkung bzw. Standhaftigkeit des magischen Energiebündels dienten (s. Lady Zodiac Die Kunst der Magie in der Schattenwelt) scheinen in Zukunft nicht mehr nötig zu sein.

Anscheinend haben sich die "Formbarkeit" und das Potential des arkanen Gewebes durch die nun schon seit längerem andauernden arkanen Stürme derart geändert, daß eine zusätzliche Stützung nicht mehr stattfinden muß. Ob diese Änderungen, die ja letztendlich durch den Kristall der Magie verursacht sind, auf Dauer zum Vor- oder Nachteil gereichen, ist jetzt bei weitem noch nicht abzusehen.

Soral al'Fadil

[Kategorie:Literatur]]