Namora Duhl/Die Quelle der inneren magischen Kraft
Die Ausarbeitung liegt in der Bibliothek der Akademie der freien Völker zu Nu'Jhelm vor und ist wohl somit nicht für Jedermann einsehbar.
Die Quelle der inneren magischen Kraft
Erklärung
Die Quelle der inneren magischen Kraft bezeichnet ein astrales Gefäß oder einen astralen Gegenstand der das magische Bewusstsein bewahrt. Sie ist individuell verschieden und verändert sich im Laufe des magischen Lebens. So nimmt das Gefäß zum Beispiel an Umfang zu um die gewachsene Kraft des Magier weiterhin aufnehmen zu können.
Meditation zum Kontakt mit der Kraft (Schilderung & Empfindung)
Es beginnt damit, dass du dich in eine tiefe innere Ruhe versenkst. Lausche auf deinen Atem. Spüre wie die Luft deine Lungen füllt. Im langsamen Rhythmus hebt und senkt sich deine Brust Eine zunächst ungewohnte Entspannung zieht dein Selbst in die Unwägbarkeiten deines Daseins. Du versuchst , dein Gefängnis aus Fleisch hinter dir zu lassen, und in dir das zu finden, was unsterblich ist. Und wenn es dir gelingt, dann ist es wie eine zweite Geburt. Du hast das Gefühl, aus deinem Leib zu fahren. Du betrachtest deinen innersten Raum, Kleinliche Bedürfnisse wie Hunger, Durst und Erschöpfung berühren dich nicht länger. Du hast keinen Leib mehr, der dir mit seiner Unzulänglichkeit Pflichten über Pflichten diktiert. Es ist ein überwältigendes Gefühl von Freiheit, das dich überkommt. In Deinem Raum ist nur Dein selbst, Deine Kraft, die Quelle deiner Magischen Essenz. Du kannst sie sehen, fühlen, erleben sogar in sie eintauchen. Sie umfließt, umhüllt Dich und gleichsam füllt sie dich voll aus. Du gibst Dich ihr ganz und gar hin, verlierst Dich in ihr um dich neu zu finden. Und dann hörst du das Singen der Welt. Und du fühlst es auch, so seltsam es sich das anhören mag, wenn ich von einem Lied spreche. Du wirst dir der Kraft der Magie bewusst, von der alles durchdrungen ist. Losgelöst von deinem Leib glaubst du die reinsten Zauber wirken zu können, denn du kannst eins werden mir dieser geheimnisvollen Kraft, mit ihr schwingen. Dich vollkommen in ihr auflösen. Von außen betrachtet sieht man jedoch nur einen kauernden Körper. Wem nie das innere, das magischen Auge geöffnet wurde, der vermag dich nicht zu sehen, wenn du deinen Leib verlassen hast.
Gefahren in der Meditation
Wie oben beschrieben ist es für den Kontakt mit der inneren Kraft notwendig sich tief in sich selbst zurück zu ziehen. Nicht selten verlässt das Bewusstsein die körperliche Ebene und verliert sich im innerastralen Raum. Aufgrund dieser Losgelöstheit werden die körperlichen Bedürfnisse nicht weiter wahr genommen. So kann man von Fällen lesen in denen Magier während der Meditation verdurstet sind. Dies kann einem Anfänger der Magie kaum geschehen da er nicht die Kraft oder Erfahrung besitzt die Meditation so lange aufrecht zu erhalten. Grade bei einem Anfänger kann es aber zu dem Problem des astralen Kollaps oder der körperlichen Verausgabung kommen. Der astrale Kollaps ist eine Art cerebraler Krampfanfall. Der Betroffene verliert die vollständige Kontrolle über Körper und Geist. Der Geist des Magiers jagt haltlos durch die Ebenen des Bewusstseins ohne das Einzelheiten wahrgenommen werden können oder eine willentliche Beendigung dieses Zustandes möglich wäre. Während der Geist eine über die Maße gesteigerte Aktivität an den Tag legt verhält sich der Körper zumeist entgegengesetzt. Häufig ist zu beobachten das der betroffene Körper krampfhaft zuckend in eine Art Starre verfällt. Die Umkehrung beziehungsweise Beendigung des astralen Kollapses bedarf viel Zeit und einen erfahrenen Magus. Die körperliche Verausgabung ist, wie zu vermuten, die totale körperliche Erschöpfung. Die Gefahr ist gegeben da die Zeichen der Erschöpfung, wie auch Durst oder Hunger, in der Meditation nicht wahrgenommen werden. So geschieht es gerade jüngeren Magiern in den Anfängen ihrer Ausbildung das sie in der Euphorie des Kontaktes selbigen zu lange aufrechterhalten und in der Konsequenz vor Erschöpfung in Ohnmacht fallen. Glücklicherweise behebt sich dieser Zustand meist von selbst und hinterlässt nur selten schwerwiegende Schäden. Es ist dennoch anzuraten in der ersten Zeit den Kontakt der Quelle nur in Beisein eines erfahreneren Magiers zu Suchen. Ein weiteres Problem liegt in der Suchtgefahr, die von den überwältigenden Gefühlseindrücken herrührt. In mehr oder weniger schwerer Form liegt diese Sucht aber ohnehin bereits bei jedem Magier vor. Unbestätigten Quellen zufolge soll es Magier geben die bis heute nicht wieder aus der Meditation zurückgekommen sind, jedoch nicht dem Tod anheim fielen. Die Körper dieser Magier sollen mit der Zeit eine verwirrende Transparenz an den Tag legen. Die Richtigkeit dieser Behauptungen konnte nicht belegt werden.
Essenz der Quelle
Die Quelle wie auch die Essenz dieser wird, wie repräsentative Umfragen ergeben haben, von jedem Zauberweber anders wahr genommen. Einige sprechen von Farben und Flüssigkeiten, häufiger wurden verschiedene Arten von Licht beschrieben. Vereinzelte Aussagen gingen in die Richtung das weder die Quelle noch die Essenz bildhaft wahrgenommen wird. Ich vermute das gerade diese Personen besonders deutliche emotionale beziehungsweise sensorische Empfindungen haben. Eine Begründung für die zum Teil sehr stark voneinander abweichenden Wahrnehmungen konnte nicht sicher gefunden werden. Weder ließ sich bestimmten Kulturkreisen oder Erziehungsweisen eine eindeutige Richtung in der Offenbarung der Quelle zuordnen noch konnte ich sie durch die Art der bevorzugt gewirkten Magie bestimmen. Ich vermute hernach, dass die Wahrnehmung sich auf individuelle Vorlieben, Lebenssituationen und Erfahrungen stützt. Aufgefallen ist aber das Magiekundige die in starkem Bezug zu einer Gottheit aufgewachsen sind, hier zu erwähnen Kinder von Paladinen und Klerikern, fast immer von alles ausfüllenden Farben entspringend der Quelle sprachen, die eigentliche Essenz jedoch ein weiteres Bild war, zum Beispiel eine Flüssigkeit. Übereinstimmend wurde von den Probanden ein angenehmes Gefühl bei der “Berührung” der Essenz beschrieben. Dieses Gefühl ist ebenso unterschiedlich wie die bildhafte Wahrnehmung. Es erstreckt sich von Kribbeln über Wärme bis zu purer Emotion. Auch hier lässt sich kein Muster für einzelne, magiekundige Gruppen erkennen. Abschließend kann man also wohl nur sagen, dass die Wahrnehmungen und Empfindungen der Essenz ebenso unterschiedlich sind wie die Individuen die den Kontakt zu ihr suchen. Ein weiterer Forschungsansatz wird sich mit dem Empfinden einer fremden Quelle und derer Essenz befassen. Hierzu sind allerdings noch Probanden zu finden die das Eindringen in ihren inneren Raum zulassen.
Abschließende Betrachtung
Die Quelle der inneren magischen Kraft ist ein ureigener Ort in einem jedem selbst. Das Aufsuchen dieses Ortes erfüllt einen Magier nicht nur mit dem Gefühl von Macht sondern meistens auch mit Ruhe und Zufriedenheit. Um sich sicher an diesem Ort bewegen zu können bedarf es langer Übung. Grade anfänglich sollten die Kontakte zu der Quelle unter Aufsicht stattfinden um die erwähnten Gefahren so klein wie möglich zu halten. Im laufe der Zeit wird sich eine gewisse Routine einstellen die aber nicht dazu verleiten darf nachlässig zu werden. Zudem ist es wichtig frühzeitig zu erlernen seinen inneren Raum vor dem Geist anderer Magiekundiger abzuschirmen. Das Eindringen eines anderen Geistes bringt nicht nur das innere Gefüge durcheinander sondern befähigt den fremden Zauberweber zu magischen Angriffen, die die Quelle der Macht direkt angreifen und deswegen kaum abzuwenden oder wenigstens zu mildern sind. Im laufe des magischen Lebens entwickeln sich die erlernten Schutzmechanismen in sehr individuelle Richtungen weiter. Dies stellt jedoch ein eigenes Forschungsprojekt in Zusammenhang mit dem Empfinden einer fremden Quelle und derer Essenz dar.