Namora Duhl/Die Beeren der Alraune

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Die Ausarbeitung liegt in der Bibliothek der Akademie der freien Völker zu Nu'Jhelm vor und ist wohl somit nicht für Jedermann einsehbar.

Erläuterung

Die Alraune findet man vorwiegend in Sümpfen und Mooren. Sie bevorzugt feuchte Erde und eine sehr regenreiche Umgebung, ein typisches Gewächs der Feuchtgebiete Schattenwelts. Auch findet man sie auf alten Gräbern, was ihr den Beinamen Wurzel des Todes eingebracht hat. Andere Beinamen sind Doowurz, was orkischen Ursprungs zu sein scheint, Drachensuppe und Menschenkraut, beides Begriffe die die Alchemisten in der Nähe Britains geprägt haben. Todeswurzel und Hoden des Dämon sind neuerliche Begriffe, ersonnen von fragwürdigen Kreisen, die die Alraune als Werk der dunklen Mächte verurteilen. Meister des Lebensatems wird sie von den Gebildeten häufig genannt. Dieser Benennung bezieht auf die extrem giftige Wirkung bei rohem Verzerr der Wurzel. Die Alraune ist eine Staudenpflanze von oberirdisch kleinem Wuchs. Einmal im Jahr treiben junge Blätter aus. Die Blüte ist violett blau und hat eine glockenartige Form. Die Frucht, die als kleine Beeren unter den Blättern wächst, ist gelblich bis weiß. In die Tiefe ist der Wuchs der Alraune ungleich kräftiger. Ein Wurzeltrieb von einem Schritt Länge ist, bei guten Wachstumsbedingungen keine Seltenheit.

Anbau, Pflege und Ernte der Wurzeln

Anbau der Alraune

Die wild lebenden Alraunen müssen, nach einer Beobachtungszeit, ausgepflanzt werden, um von ihnen die kultiviert gezüchteten Pflanzen zu ziehen. Hierzu wird zunächst ein Feld von einem Querschritt um die Pflanze freigelegt, um eventuell vorhandene Seitentriebe nicht zu beschädigen. Hierbei ist mit äußerster vorsichtig zu arbeiten, um die Wurzel nicht zu verletzen. Ein beschädigen der Wurzeln kann eine Reaktion ähnlich eines Schreies hervorrufen. Die frisch eingesetzte Pflanze braucht einen Mondumlauf Zeit um neue Wurzeln zu bilden. Am darauf folgenden Tag, beginnt man damit diese Wurzelstränge als Ableger für die Neuzüchtung zu entfernen. Sie werden mit einer Salbe aus Ginseng und Knoblauch eingerieben und so in frische Erde eingesetzt. Im ersten Jahr nach der Neupflanzung darf die Pflanze weder beschnitten noch geerntet werden, da sie noch zu schwach ist.

Bodenbeschaffenheit

Der Boden in dem die Alraunen in freier Natur wachsen ist sehr feucht und locker. Die Erde ist neutral bis sauer. Um ähnlich gute Ergebnisse zu erzielen hat es sich bewährt die Muttererde mit der Gartenerde zu vermischen. Alraunen haben, bezogen auf ihren ausgeprägten Wurzelwuchs wenig Kräfte im Wurzelvortrieb. Das heißt, dass sie lockere Erde brauchen, um auf eine Maximallänge von zwei Schritt zu wachsen. Auch sind Torf und einige Pilzarten gut geeignet, unterstützend auf die Alraune einzuwirken. Wenn der Boden locker und frei von störendem Kraut ist, und man ihn täglich zweimal bewässert erzielt man gute bis sehr gute Ernteergebnisse

Bewässerung

Die Bewässerungsart ist stark von den Möglichkeiten des Kräuterkundigen abhängig. Bewässern manche mit Gießkannen oder kleinen Gräben, so ist doch die Königsklasse, das direkte feucht halten der Erde mittels Wirken. Der Vorteil liegt darin das der kundige Kräuterzüchter genau weiß wohin das Wasser gelangen muss und es so mittels Magie auch dorthin transportieren kann. Da die Pflanzen empfindlich auf Veränderungen reagieren, ist darauf zu achten immer Wasser von gleich bleibender Qualität zu verwendet.

Lichtverhältnisse

Sonnenlicht ist für Alraunen zweitrangig. Sie kommen durchaus mit altschattigen Plätzen zurecht, so lange es dort genug Wasser gibt. Kräuterkundige, die versuchten größere Erträge mittels erhöhter Sonneneinstrahlung zu erreichen scheiterten, weil sie nicht den erhöhten Wasserverbrauch kontrollieren konnten.

Ernte und Weiterverarbeitung

Beim Ernten muss sehr behutsam vorgegangen werden. Es dürfen nur die jungen Wurzeltriebe entfernt werden, die Hauptwurzeln müssen sofort wieder sorgfältig mit Erde bedeckt werden. Geht man bei der Ernte nicht vorsichtig vor, kann es passieren, dass die Wurzel ein sehr lautes Geräusch erzeugt, was dem Kreischen eines Säuglings sehr nahe kommt, allerdings weitaus schriller – daher der Beiname Schreiwurzel. Nach dem Ernten muss die Alraune gekocht werden, um das Gift aus der Wurzel zu ziehen. Das kann mit unter mehrere Stunden dauern. Anschließend wird sie an der Luft getrocknet damit sich die restlichen Giftstoffe verflüchtigen.

Bekannte Verwendungsweisen

Die Arten der Verwertung unterscheiden sich stark von den vertretenen Glaubens und Wissensrichtungen. Die Alraune findet in viele Riten und Formeln als Kraft oder Energie spendender Bestandteil Verwendung. Die Kraft ist Ursprünglich und Essenziell. Man kann dieses Attribut als übergreifend wichtig beschreiben, da sowohl die Hermetiker, die Alchemisten als auch die Kinder Hekates großes Vertrauen in die Alraune setzen, wenn sie eine Starke Komponente benötigen.

Alchemisten stellen aus den Wurzeln der Alraune zum Teil extrem Wirksame Tränke zur Erhöhung der körperlichen Kraft her.

Hermetiker, oder Akademiemagier, benutzen die getrocknete Alraune als Energieträger, um Zauber zu verstärken oder durch die reine magische Energie zu verändern.

Die Kinder Hekates benötigen die Alraune für ihre Rituale um ihrem Wirken mehr Kraft zu verleihen. Auch wenn sie durch bloße Gedanke und Gefühle wirken, bedienen sie sich doch der Pflanze als Hilfsmittel.

Die Beeren der Alraune

Erläuterung

Die etwa erbsengroßen Beeren der Alraune wachsen in kleinen Trauben direkt an der Unterseite der Blätter. Das helle Fruchtfleisch ist von einer gelblich weißen Schale umgeben. Die Schale ist weich aber sehr robust. Aus den eher trockenen Beeren lässt sich nur wenig Saft gewinnen. Dieser ist gräulich trübe und sehr geruchsintensiv.

Verwendung des Saftes

Der unverarbeitete Saft hat einen leicht ranzigen Geschmack bewirkt aber auch bei Einnahme größerer Mengen lediglich einen leichten Ausschlag der sich allerdings auf Überempfindlichkeit zurückführen ließ.

Fermentation

Bei der Fermentierung hat der Saft seine Farbe zu einem dunklen Violett verändert. Der Geruch lässt sich am ehesten mit dem saurer Milch vergleichen. Auf der Oberfläche ist eine erhebliche Schaumbildung zu beobachten. Dem vergorenen Saft konnte lediglich die Auslösung von heftigen Durchfällen nachgewiesen werden.

Kondensation

Nach sechsstündigem Kochen ist der Saft zu einem grauen Sirup eingedickt. Dieser ist von angenehm fruchtigem Geruch. Selbst bei häufigem verzerr konnte keine Wirkung benannt werden. Am besten lässt sich der Sirup als Zutat für Kekse verwenden.

Potenzierung

Sowohl bei einer Potenzierung bis 1 / 100.000 in Alkohol als auch in Wasser konnte keine Reaktion der Probanden beobachtet werden.

Verwendung der Beeren

Die roh genossenen Beeren schmecken sauer und haben einen ranzigen Nachgeschmack. Schon geringe Mengen führen zu starken Magenkrämpfen.

Trocknen

Das völlige Trocknen der ohnehin nicht sehr saftigen Beeren dauert lediglich ein bis zwei Tage. Beim Entzug der Feuchtigkeit nehmen die Beeren einen dunklen beige Ton an und werden hart wie kleine Kieselsteine. Es ist weder möglich sie mit üblichen Mitteln zu zerteilen noch sie zu morsen. Aufgrund dieser Tatsache habe ich mich entschlossen die getrockneten Beeren nicht an meinen Probanden zu testen.

Alkoholische Lösung

Es wurde purer, gereinigter Alkohol verwendet. Die Einwirkzeit betrug 16 Tage.

Rohe Beeren

Die Schale der rohen Beeren kann augenscheinlich nicht vom Alkohol durchdrungen werden. Weder bei Beeren noch bei Alkohol ist eine sichtbare Veränderung zu beobachten. Der Genuss des Alkohols ruft lediglich die ihm zuzuschreibenden Wirkungen hervor, der verzehr der Beeren führt, wie gehabt, zu starken Magenkrämpfen.

Getrocknete Beeren

Bei den getrockneten Beeren löst der Alkohol die Essenzen sehr gut aus den Beeren. Die entstandene Flüssigkeit ist von goldgelber Farbe und absolut geruchs- und geschmacksneutral. Sie verursacht verschiedene, auf die Verabreichung zu beziehende, Wirkungen.

Direkte Verabreichung ins Blut

Wird die Essenz direkt in den Blutkreislauf eingebracht, wie zum Beispiel bei einem Schwertstreich, ist keine sofortige Wirkung wahrzunehmen. Nach einiger Zeit jedoch; je nach Konstitution 3-6 Tage; beginnt die oberflächlich bereits am verheilende Wunde sich heftig zu entzünden. Diese Entzündung ist keineswegs lokal begrenzt sondern befällt; vermutlich über den Blutkreislauf; den gesamten Körper. Der Betroffene sicht in etwa 13 Tage vor sich hin bevor er unter heftigen Krämpfen verscheidet. Diese Beobachtung wurde an Schweinen und Rindern gemacht. Bei den menschlichen Probanden war es nur unter wiederholtem Einsatz starker Magie möglich den Betroffenen nach durchschnittlich 28 Tagen zu retten und die Entzündung einzudämmen.

Aufnahme über Nahrung

Es ist sehr einfach dem Willigen oder Unwilligen Probanden die Essenz über die Nahrung zu verabreichen, da sie sich absolut neutral verhält. Nach Aufnahme der Probe stellt sich bei kleineren Lebewesen wie Mäusen und Ratten der sofortige Tod ein. Auch größere Tiere wie Rinder überleben höchstens 10 Herzschläge nach Einnahme bevor sie völlig unvermittelt leblos zusammenbrechen. Aufgrund dieser Ergebnisse sind keine Experimente am Menschen durchgeführt worden. Es wurden lediglich Proben von 1-2 Tropfen verabreicht.

Gegengift

Die klassischen Gegengifte aus Knoblauch zeigen keinerlei positive Wirkung auf den Probanden, im Gegenteil scheinen sie sogar die Essenz noch zu verstärken. Auch verschiedene Versuche mit diversen Heilkräutern können die Vergiftung nicht aufhalten. Lediglich die Wirkung von komplexesten Zaubern über einen langen Zeitraum konnten zumindest die Vergiftung über das Blut stoppen, jedoch nicht heilen. Hierzu war intensive Pflege der klassischen Heilkunst nötig. Die Heilung ist bei den Probanden auch heute, nach 7 Monaten noch nicht abgeschlossen, jedoch ist die Tendenz ermutigend und davon auszugehen das der Patient vollständig genesen wird. Weitere Versuche haben zu keinem positiven Ergebnis geführt. Die Forschungen dauern an.

Abschließende Betrachtung

Aus den Beeren der Alraune lässt sich, durch wenig komplizierte Technik, ein Gift herstellen das Eingenommen sicher tödlich ist. Als Waffengift verwendet bewirkt die Essenz eine heftige, den gesamten Körper befallende, Entzündung. Diese Entzündung greift den Körper agressivst an und ist nur schwer zu stoppen. Die Heilung braucht lange Zeit und einen erfahrenen Heiler. Bisher konnte noch kein wirksames Gegengift entwickelt werden.